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Internationales Treffen: Pfadfindercamp "goes urban"
Lokales 12 3 Min. 19.07.2017 Aus unserem online-Archiv

Internationales Treffen: Pfadfindercamp "goes urban"

Noch bis zum 28. Juli wird das große Feld in Kirchberg fest in "Scout"-Hand sein.

Internationales Treffen: Pfadfindercamp "goes urban"

Noch bis zum 28. Juli wird das große Feld in Kirchberg fest in "Scout"-Hand sein.
Foto:Guy Jallay
Lokales 12 3 Min. 19.07.2017 Aus unserem online-Archiv

Internationales Treffen: Pfadfindercamp "goes urban"

Gilles SIEBENALER
Gilles SIEBENALER
Derzeit zelten tausende Pfadfinder in Kirchberg. Alles steht unter dem Motto "Go Urban", so auch die Aktivitäten.

(SB) - Fast 4.000 Teilnehmer, über 30 Nationalitäten und das Ganze auf einer Fläche von 25 Hektar. So die Fakten des internationalen Pfadfindercamps in Kirchberg. Pfadfinder aus aller Welt versammeln sich seit Dienstag und noch bis 
zum 28. Juli hier, darunter auch 
Jugendliche aus beispielsweise Senegal, Nigeria, Haiti und Georgien.

Das zehntägige Event wird von den „Lëtzebuerger Guiden an Scouten“ (LGS) organisiert und basiert ganz auf dem Konzept der nachhaltigen Entwicklung. Besonders die Idee des Pfadfinderdorfes „Camp Village“ hat sich an diesem Prinzip inspiriert.

 „Eine Stadt in der Stadt“

So ist das Camp eigentlich wie 
ein Dorf aufgebaut. Es gibt einen 
Supermarkt, der versucht, ausschließlich lokale und biologisch angebaute Produkte zu verkaufen, einen Postboten, der jeden Morgen die Camp-Zeitung bringt, eine Art Krankenhaus, einen Kräutergarten, ein Kino und sogar einen Bürgermeister.

„Es handelt sich bei diesem Camp eigentlich um eine Stadt in der Stadt“, wie Noemi Gindt, beigeordnete Verantwortliche für Presse- und Marketing- Angelegenheiten, treffend beschreibt. Immerhin hat man vom Camp aus Sicht auf Kirchbergs Hochhäuser. 


Was dieses Camp von anderen unterscheidet, ist der Grad an Informatisierung, erklärt Carmen Schares, beigeordnete Camp-Chefin. Statt mit Bargeld beispielsweise bezahlt man digital mit einem Band, das jeder Teilnehmer ums Handgelenk trägt.

„Ich finde es gut, dass alles etwas moderner ist, doch mit dem Band bezahlen ist etwas zeitaufwendig, da nur zwei Personen für das Aufladen der Bänder zuständig sind, bemerkt Fränk Dumong, der mit den Pfadfindern von Sandweiler vor Ort ist. Er fügt aber noch hinzu, dass in seinen Augen das Programm hier so gut sei wie auf noch keinem anderen Camp. 

Hand in Hand

Jede ausländische Pfadfindergruppe wurde einer luxemburgischen zugeordnet, mit der sie sich vor Campbeginn per E-Mail austauschen konnte, erklärt Noemi Gindt. Jeder muss seine Tische, Bänke und Kochstation selbst bauen. Zusammen Hand in Hand arbeiten geht nicht nur schneller, sondern man lernt sich dabei auch besser kennen.

Oftmals haben die luxemburgischen Gruppen schon mit dem Bau der teils komplexen Konstruktionen begonnen, bevor ihre ausländischen Partner eintreffen. Das war zum Beispiel der Fall bei einer Gruppe aus Österreich. „Als wir am Dienstag ankamen, stand schon ein Großteil der Konstruktion“ erzählt Simone, die mit ihrer Gruppe erst wenige Stunden danach ankam. 

Aktivitäten auch außerhalb 

Pfadfinder zwischen elf und 17 Jahren werden innerhalb dieser Tage das Camp für einen Hike verlassen und auch außerhalb des Camps übernachten. Rangers und Rovers, also die 17- bis 23-Jährigen, werden die ersten drei Tage ebenfalls nicht auf dem Gelände verbringen, sondern in einer kleinen Gruppe eine von Luxemburgs vielen Regionen erkunden. 

Das „Go Urban“ bietet allen Campteilnehmern die Möglichkeit, innerhalb des Dorfes an jenen Aktivitäten teilzunehmen, die sie interessieren und bei denen sie glauben, am meisten zu lernen. Man muss keineswegs in seiner Gruppe bleiben, sondern kann sich individuell anmelden.

Ziel dieser Tätigkeiten ist es, die Jugendlichen in Sachen nachhaltiger Entwicklung aufzuklären und sie zum Mitmachen anzuregen. So sieht man beispielsweise ein kleines Mädchen begeistert erklären, wie man eine Kuh zu melken hat, während sie an den Zitzen einer fiktiven Kuh zieht. „Aber nicht zu fest, das mag die Kuh nicht“ klärt sie die anderen auf, als das Wasser heraus spritzt. 

Der Fokus liegt bei diesen Aktivitäten ganz klar auf fünf Gebieten. „Go Adventure“, „Go Social“, „Go Creative“, „Go Nature“ und „Go Mind and Spirit“. Dabei gilt es, die Toleranz Jugendlicher gegenüber verschiedenen Kulturen und Religionen zu steigern, genauso wie ihnen einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur beizubringen und ihre Kreativität zu fördern. 

Tag der offenen Tür

Wer neugierig geworden ist und das Riesengelände mitsamt seiner zahlreichen Aktivitäten und internationalen Bewohner selbst erleben möchte, der hat nun am Sonntag, dem 23. Juli, beim Tag der offenen Tür, zwischen 12 und 18 Uhr die Möglichkeit dazu. Mehr Infos auf: www.gourban.lu 


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