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Internationaler Tag des Waldes: Der Wald lebt!
Die 91.400 Hektar Luxemburger Wald befinden sich etwa zur Hälfte in öffentlicher bzw. privater Hand.

Internationaler Tag des Waldes: Der Wald lebt!

Foto: Anouk Antony
Die 91.400 Hektar Luxemburger Wald befinden sich etwa zur Hälfte in öffentlicher bzw. privater Hand.
Lokales 21.03.2015

Internationaler Tag des Waldes: Der Wald lebt!

Seit den 1970er-Jahren gilt der 21. März als internationaler Tag des Waldes. Mit dem Direktor der Natur- und Forstverwaltung, Fränk Wolter, wirft das "Luxemburger Wort" aus diesem Anlass einen Blick auf die grüne Lunge Luxemburgs.

Im Gespräch mit dem "Luxemburger Wort" bezeichnet der Direktor der Natur- und Forstverwaltung den Zustand der Luxemburger Wälder als akzeptabel. Sei er auch nicht hervorragend, so habe er sich in den vergangenen Jahren doch auch nicht dramatisch verschlechtert. Dank seiner immer noch hohen genetischen Vielfalt, habe sich der Wald in Luxemburg die Grundlage für eine gute Anpassungsfähigkeit erhalten.

Eine Anpassungsfähigkeit, die gerade mit Blick auf Wetterextreme und den Klimawandel besonders wichtig sei, so Wolter. Den Waldbesitzern rate man daher auch stets, ihre Bestände mit mehreren Baumarten zu durchmischen: "Die Biodiversität macht den Wald generell stabiler."

"Holzeinschlag ist Voraussetzung für Naturverjüngung"

Für den Direktor der Natur- und Forstverwaltung gelingt in Luxemburg bislang auch der Spagat zwischen der wachsenden Rolle von Holz als Energie- und Bauträger und einer nachhaltigen Forstwirtschaft. In den letzten Jahren sei stets mehr Holz nachgewachsen als geerntet wurde, so Wolter. Diese zusätzliche "Lagerung" von Holz im Wald werde Luxemburg auch in seiner CO2-Bilanz angerechnet.

Angesichts von Medienberichten über angeblich desaströse und unkontrollierte Holzeinschläge warnt Wolter derweil vor voreiligen Schlussfolgerungen. Zum einen zeigten sich viele Menschen einfach aus Unwissenheit über Baumfällungen entsetzt, weil sie sie nur als Zerstörung, nicht aber als notwendige Voraussetzung für die wichtige Naturverjüngung der Wälder sehen.

"Die Jagd ist auch in Luxemburg unabdingbar"

Zum anderen erreichten aber auch, vor allem in den Privatwäldern, gerade jetzt viele Fichtenbestände das Erntealter, sodass es auch mehr Kahlschläge gebe. Für diese gebe es zurzeit auch keine flächenmäßigen Einschränkungen, auch wenn man durch Sensibilisierung versuche, allzu große Kahlschläge dennoch zu verhindern.

Daneben bricht Fränk Wolter im Gespräch mit dem "Wort" aber auch eine Lanze für die Jagd. Diese sei auch in Luxemburg unabdingbar, um den enormen Druck zu hoher Wilddichten auf Wald und Flur zu reduzieren. Ein zu hoher Verbiss in den Wäldern schwäche die Biodiversität derselben: "Wir können die Bäume aber nicht an allen Ecken mit Gattern schützen."

  • Das ausführliche Interview mit Dr. Fränk Wolter lesen Sie in der Samstagsausgabe des "Luxemburger Wort".

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