Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Innenministerium kritisiert Maskenverteilung durch Gemeinden
Lokales 14.04.2020

Innenministerium kritisiert Maskenverteilung durch Gemeinden

Das Innenministerium kritisiert den Alleingang einiger Gemeinden.

Innenministerium kritisiert Maskenverteilung durch Gemeinden

Das Innenministerium kritisiert den Alleingang einiger Gemeinden.
Foto: Guy Wolff
Lokales 14.04.2020

Innenministerium kritisiert Maskenverteilung durch Gemeinden

Pierre SCHOLTES
Pierre SCHOLTES
Einige Gemeinden - darunter Mamer und Hesperingen - haben Masken an ihre Bevölkerung verteilt. Das Innenministerium sieht das kritisch.

Die eigenen Bürger mit einer kostenlosen Maske vor der Corona-Pandemie schützen. Auf den ersten Blick eine gute Idee, möchte man meinen. Doch das Innenministerium sieht die Initiative von einigen Gemeinden kritisch.

Für Kritik sorgt beispielsweise der Alleingang der Gemeinden. Wie das Innenministerium in einer Antwort auf eine Eilanfrage des Grünen-Abgeordneten Marc Hansen erklärt, hätten die betroffenen Gemeinden ihre Aktion zu keinem Zeitpunkt mit dem Ministerium abgesprochen. Zudem sei nicht gewusst, um welche Masken es sich bei dem verteilten Mundschutz genau handele.


Corona-Virus, Schutzmasken, Esch Alzette, Foto: Guy Wolff/Luxemburger Wort
Die Maskenfrage in Luxemburg
Wer welchen Mundschutz tragen sollte und wogegen man sich damit schützt.

Auch das Verteilen an sich sorgt für Unmut, denn durch diese Vorgehensweise könne eine potenzielle Kontaminierung der verteilten Masken nicht ausgeschlossen werden.

Weiterhin gelte, dass zertifizierte chirurgische Masken allein den Gesundheitsberufen vorbehalten sein sollen. Die Versorgungslage auf dem Weltmarkt sei noch immer kritisch. Alleingänge der Gemeinden könnten diese Situation noch verschlimmern.

Sollten Gemeinden sich dazu entscheiden, nicht-medizinische Masken - etwa solche die von Freiwilligen hergestellt werden -  zu verteilen, sei es laut Innenministerium wichtig, die Bürger über den Nutzen dieser aufzuklären. Sonst könnte ein falsches Sicherheitsempfinden in der Bevölkerung entstehen.

Das Innenministerium sieht mit Berufung auf das Gesundheitsamt den Nutzen von Masken nur in Verbindung mit einer strikten Einhaltung der bereits geltenden Beschränkungen: Abstand halten, Hände waschen und möglichst zu Hause bleiben.

Masken stellten nur eine zusätzliche Barriere dar, einen alleinigen Schutz böten sie allerdings nicht, so das Ministerium zum Schluss.

Im Gespräch mit RTL betonte Innenministerin Taina Bofferding (LSAP) indes am Dienstagmorgen, dass Masken dennoch Teil einer möglichen Exit-Strategie der Regierung seien. "Die Regierung arbeitet derzeit an einer Lösung, um in Etappen langsam wieder einen normalen Alltag zu ermöglichen. (...) Da wird der Mundschutz ganz sicher ein Thema sein."

Diese Entscheidung sei aber keine rein politische, sondern leite sich vom wissenschaftlichen Erkenntnisstand ab, so die Ministerin weiter. "Sollten wir feststellen, dass ein Mundschutz bei einer Lockerung des Lockdown in bestimmten Situationen angebracht ist, werden wir, je nach Möglichkeit, den Gemeinden Masken zur Verfügung stellen", verspricht Taina Bofferding.

Wichtig sei es zudem, nachhaltige Alternativen zu finden, so Bofferding weiter, Einwegmasken könnten keine dauerhafte Lösung sein. Auch, weil die Versorgungslage noch immer unsicher sei.

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

"Ich dachte, ihr würdet lachen"
Eine ganz besondere Geste der Dankbarkeit zeigt zur Zeit eine Flüchtlingsfamilie in Wiltz: Sie produziert unentgeltlich Atemschutzmasken.
Diskussion um Maskenpflicht in Deutschland
Bayerns Ministerpräsident will, dass Deutschland in Sachen Schutzmasken in die Notfallproduktion geht. Die Stadt Jena plant eine Pflicht zum Tragen eines Mundschutzes. Doch ihr Nutzen ist umstritten.
ALSIP, ILLINOIS - MARCH 30: A worker at NorthCape, an outdoor furniture manufacturer, makes personal protective equipment (PPE) on March 30, 2020 in Alsip, Illinois. The company, after learning of a need for protective masks and hospital gowns to help in the battle against the coronavirus COVID-19, called back their skilled workforce and transitioned the factory from making furniture cushions to the PPE.   Scott Olson/Getty Images/AFP
== FOR NEWSPAPERS, INTERNET, TELCOS & TELEVISION USE ONLY ==