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Ingeldorf: Zentralachse wird zur Baustelle
Lokales 2 Min. 14.02.2019 Aus unserem online-Archiv

Ingeldorf: Zentralachse wird zur Baustelle

Bis Mitte 2020 soll die Zentralachse Ettelbrück-Diekirch zum multimodalen Korridor werden, in dem der Bus dank separater Spuren Vorfahrt erhalten soll.

Ingeldorf: Zentralachse wird zur Baustelle

Bis Mitte 2020 soll die Zentralachse Ettelbrück-Diekirch zum multimodalen Korridor werden, in dem der Bus dank separater Spuren Vorfahrt erhalten soll.
Foto: Nico Muller
Lokales 2 Min. 14.02.2019 Aus unserem online-Archiv

Ingeldorf: Zentralachse wird zur Baustelle

John LAMBERTY
John LAMBERTY
Mit dem Umbau der N 7 zwischen Ettelbrück und Diekirch zum multimodalen Korridor soll dem Bus hier künftig Priorität eingeräumt werden. Ein Plan, der aus Sicht so mancher Bürger aber noch verbesserungsfähig ist.

Vollgepackt wie die Zentralachse Ettelbrück-Diekirch zu den besten Stoßzeiten präsentierte sich am Mittwochabend der kleine Dorfsaal in Ingeldorf, wo sich knapp 100 Zuhörer eingefunden hatten, um mehr über die Umgestaltungspläne für eben jene Verbindungsstraße N 7 zu erfahren, die mit Fug und Recht als verkehrstechnische Hauptschlagader der Nordstad gelten darf.

„E Kuss fir de Bus“ und die sanfte Mobilität

Bis Mitte 2020 soll die parallel zur Zugstrecke verlaufende Zentralachse zum multimodalen Korridor umgebaut werden, dies allen voran dank der Schaffung zweier separater Spuren links und rechts der bestehenden Fahrbahnen, die dem Bus insbesondere zwischen dem Ingeldorfer Kreisverkehr und dem Bahnübergang Walebroch bei Diekirch – wo baulich möglich – Priorität einräumen soll.

Neben allgemeinen Informationen zu den Arbeiten auf der N 7 sollen Privatanrainer und Gewerbetreibende den Austausch mit den Planern vor Ort auch mittwochs bei den wöchentlichen Baustellenvisiten suchen können.
Neben allgemeinen Informationen zu den Arbeiten auf der N 7 sollen Privatanrainer und Gewerbetreibende den Austausch mit den Planern vor Ort auch mittwochs bei den wöchentlichen Baustellenvisiten suchen können.
Foto: Nico Muller

Zugleich wird neben den Bushaltestellen am Einkaufzentrum Cactus, beim McDonalds-Imbiss und an der Einfahrt zur Rue du Berger noch ein weiterer Halt auf Höhe der Cité Longchamp geschaffen, bei dem der Zebrastreifen später ebenso wie jener an der Rue du Berger, mit einer intelligenten Ampel geregelt wird.

3,50 Meter für Radfahrer und Fußgänger

Auf einer Breite von 3,50 Metern wird daneben aber auch rechtsseitig in Richtung Diekirch ein gesicherter Rad- und Fußweg angelegt, sodass neben dem öffentlichen Nahverkehr auch die sanfte Mobilität an Attraktivität gewinnen soll, wie Jean-Luc Weidert vom Planungsbüro Schroeder&Associés erklärte.

Die Arbeiten, die jüngst bereits mit der Entfernung der Hecken im Grünstreifen zwischen der Straße und dem Bahngleis begonnen hatten, sollen – außer in sensiblen Wohnzonen – im Zweischichtbetrieb von 6 bis 22 Uhr durchgeführt und bis Mitte 2020 abgeschlossen werden. Während der gesamten Baustellendauer bleiben zudem stets zwei Fahrbahnen geöffnet, so Weidert.

Seitens der Zuhörerschaft wurde im Anschluss an die Vorstellung der Pläne neben der ein oder anderen Verständnisfrage allerdings auch noch manche Sorge und Forderung laut, darunter vor allem jene nach der Schaffung eines angemessenen Schallschutzkonzepts.

Effizienter Schallschutz gefordert

Erreiche der Lärmpegel entlang der Zentralachse bereits heute ein bisweilen unerträgliches Niveau, so rücke der Verkehr mit der Anlegung der Busspuren beidseitig der bisherigen Fahrbahnen nun nochmals näher, wie einige der Anwohner meinten.

Im Zuge der Umgestaltungspläne seien allerdings keine Schallschutzmaßnahmen vorgesehen, so Divisionschef Marc Ries vom Diekircher Straßenbauamt. Und auch Ressortminister Claude Turmes erachtete dies als komplexes Unterfangen, da man hierfür aufgrund des Platzmangels auf die Bereitstellung von Privatparzellen angewiesen sei. An einen effizienten Lärmschutz sei demnach erst zu denken, wenn sich sämtliche Anrainer einig seien, die hierfür nötigen Geländestreifen parat zu stellen.

Angesichts der geplanten Ampelanlagen an manchen Fußgängerüberwegen und der Priorisierung des Busverkehrs auf der Zentralachse wurde zudem davor gewarnt, dass die Rue de la Sûre im Ingeldorfer Ortskern zusehends zur attraktiven Umgehung für ungeduldige Autofahrer werden könnte.

Wie der Erpeldinger Bürgermeister Claude Gleis indes betonte, werde die Gemeinde die Verkehrsentwicklung vor Ort mit Argusaugen beobachten und im Notfall unverzüglich Gegenmaßnahmen ergreifen.


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