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Infektionen im Escher Kanton auf größere Gemeinden verteilt
Lokales 4 Min. 07.08.2020

Infektionen im Escher Kanton auf größere Gemeinden verteilt

Die Infektionsfälle aus dem Kanton Esch stammen nicht nur aus Esch, sondern sind in alle größeren Südgemeinden verteilt.

Infektionen im Escher Kanton auf größere Gemeinden verteilt

Die Infektionsfälle aus dem Kanton Esch stammen nicht nur aus Esch, sondern sind in alle größeren Südgemeinden verteilt.
Foto: Lex Kleren
Lokales 4 Min. 07.08.2020

Infektionen im Escher Kanton auf größere Gemeinden verteilt

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Die Santé hat eine Karte mit einer detaillierteren Verteilung der Covid-19-Infektionen vom 22. Juni bis zum 12. Juli veröffentlicht. Sie zeigt, dass vor allem die bevölkerungsreichen Gemeinden betroffen sind.

Sie hatte in der Escher Geschäftswelt für einen Aufschrei gesorgt: die von der Direction de la santé veröffentlichte Karte mit den nach Kantonen verteilten Neuinfektionen im Zeitraum vom 22. Juni bis zum 12. Juli. Der Kanton Esch war darauf in tiefem Dunkelrot mit der Zahl „329“ eingezeichnet. 

Es scheint aber nicht allen sofort klar gewesen zu sein, dass damit der gesamte Kanton mit seinen rund 184.000 Einwohnern und nicht nur die Stadt Esch gemeint war.  

Ärger in Esch

Sodass der Escher Friseur Tun De Oliveira im Gespräch mit dem „Luxemburger Wort“ gar von „Rufmord“ in Bezug auf die Karte sprach. Einige seiner Kunden hatten nach Publikation der Karte kurzfristig ihre Termine abgesagt. 

Der Escher Bürgermeister Georges Mischo (CSV) wies darauf hin, dass die Fälle im gesamten Kanton verteilt waren.  


Escher Geschäftswelt in Sorge wegen Covid-Landkarte
Dunkelrot ist der Kanton Esch/Alzette auf der Covid-Infektionskarte eingezeichnet. Für die Escher Geschäftswelt eine verheerende Botschaft, die bereits einige Kundenabsagen mit sich gebracht hat.

Auch auf Gemeindeebene gab es Kritik. Nicht nur in Esch. So wehrte sich Emile Eicher, Präsident des Gemeindeverbunds Syvicol, gegen die Veröffentlichung einer Karte mit den Infektionszahlen pro Gemeinde. Das würde einzelne Kommunen nur stigmatisieren.

Nun aber hat Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP), auf die parlamentarische Frage von Jeff Engelen (ADR) hin, genau eine solch detaillierte Karte veröffentlicht. Dies für den Zeitraum von Ende Juni bis Mitte Juli. Es sind demnach keine neuen Zahlen. 

Quelle: Gesundheitsministerium


Interessant ist diese Karte trotzdem, dies insbesondere, wenn man sie aus der Südperspektive betrachtet. Sie zeigt, wie die Neuinfektionen damals im Kanton verteilt waren.  

So geht aus der Karte hervor, dass die Neuinfektionen im gegebenen Zeitraum vor allem in den bevölkerungsreichen Gemeinden des Kantons Esch verteilt waren. 

Differdingen vor Esch 

Damals wurden in Differdingen (27.409 Einwohner am 1. März) 79 Neuinfektionen registriert. Zwei weniger waren es in Esch (36.218 Einwohner). Es folgten Petingen mit 43 Infektionen (19.574) und Düdelingen mit 42 Fällen (21.291). 

Mit kleineren Abweichungen, wie dass Differdingen vor Esch lag oder Petingen vor Düdelingen, entspricht dies im großen Ganzen der Bevölkerungsdichte im Süden. So sind die hier genannten Gemeinden, nach der Hauptstadt (161 Fälle), auch die vier meistbewohnten Gemeinden des Landes.

Wohnort ist nicht Ansteckungsort


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Geleakte Corona-Karte zeigt Details
Während die von der Santé veröffentlichte Karte mit den Neuinfektionen pro Kanton weiter auf Kritik stößt, zeigt eine am Montag geleakte Karte die Aufteilung per Postleitzahl und ist somit sehr viel detaillierter.

Es habe in dieser Zeit tatsächlich einige Cluster im Kanton Esch gegeben, zum Beispiel in Familienhäusern oder Wohngemeinschaften, erklärt die Ministerin in ihrer Antwort noch.

Mittlerweile hat die Lage sich weiterentwickelt. Immerhin reichen die nun veröffentlichten Zahlen bereits fast einen Monat zurück. 


Politik, Pressekonferenz, Paulette Lenert, Villa Louvigny, Covid-19, Coronavirus, FOTO: Chris Karaba/Luxemburger Wort
Lenerts Wochenrückblick: Wenig Änderungen
In ihrem wöchentlichen Rückblick auf die Entwicklung bei den Covid-19-Infektionen verwies Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) auf eine relativ stabile Situation.

Aus dem jüngsten Wochenbericht geht hervor, dass der Kanton Esch weiterhin die meisten Fälle zu verzeichnen hat. In der Woche vom 27. Juli bis zum 2. August waren es 894. 

Auf der neuen Karte ist der Kanton Esch jetzt aber nicht mehr dunkelrot, sondern dunkelblau eingezeichnet ...

"Wir suchen nach Auswegen", sagt die Differdinger Bürgermeisterin Christiane Brassel-Rausch (Déi Gréng).
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Foto: Guy Jallay

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