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In Lultzhausen soll ein Modellprojekt für Slow Tourism entstehen
Lokales 2 Min. 24.05.2023
Hotelprojekt am Obersauerstausee

In Lultzhausen soll ein Modellprojekt für Slow Tourism entstehen

Die Gestaltung der Unterkünfte soll im Einklang mit der Natur erfolgen und der CO-Abdruck möglichst gering gehalten werden.
Hotelprojekt am Obersauerstausee

In Lultzhausen soll ein Modellprojekt für Slow Tourism entstehen

Die Gestaltung der Unterkünfte soll im Einklang mit der Natur erfolgen und der CO-Abdruck möglichst gering gehalten werden.
Grafik: Architektenbüro "WW+ Architektur + Management"
Lokales 2 Min. 24.05.2023
Hotelprojekt am Obersauerstausee

In Lultzhausen soll ein Modellprojekt für Slow Tourism entstehen

Nadine SCHARTZ
Nadine SCHARTZ
Urlaub und Entspannung in nachhaltigen Lodges inmitten der Natur und mit Seeblick – dies soll bald in Lultzhausen Realität werden.

Es ist ein bislang einmaliges Projekt, das in naher Zukunft am Rande des Obersauerstausees in Lultzhausen entstehen könnte. Ein Hotel mit zwölf Zimmern sowie 24 Lodges, dies im Einklang mit der Natur und mit Seeblick, sind die Vision des Tourismusministeriums. Die diesbezügliche Machbarkeitsstudie ist bereits abgeschlossen. Läuft alles nach Plan, dürfte das Projekt Ende dieses Jahres beziehungsweise Anfang 2024 ausgeschrieben werden. 

Ziel dabei sei es, den nachhaltigen Tourismus zu fördern und die ökonomischen, ökologischen, kulturellen und sozialen Bereiche zusammenzubringen, erklärte Tourismusminister Lex Delles (DP) am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Die Herausforderung dabei: Das 1,10 Hektar große Areal entlang der N27 grenzt an eine Natura-2000-Zone und weist ein starkes Gefälle auf. Die Idee, dort ein Hotel zu realisieren, ist jedoch nicht neu. Noch vor der Fusion hatte die frühere Gemeinde Neunhausen diese Parzelle als Zone hôtelière ausgezeichnet. Seitdem gab es, laut Bürgermeister Marco Schank, auch Interessenten. Diese Pläne scheiterten aber jäh im Jahr 2020, als die Naturverwaltung die Parzelle kaufte. „Wir ärgerten uns sehr darüber“, betont Schank. Zudem war nicht gewusst, was denn nun dort passieren würde. „Vor allem aber waren wir enttäuscht darüber, dass den Akteuren aus der Region nicht zugetraut wurde, ein nachhaltiges Projekt zu realisieren“, unterstrich er weiter. 

Das 1,10 Hektar große Areal befindet sich nahe der N27 und grenzt an ein Natura-2000-Gebiet, birgt aber laut den Verantwortlichen großes Potenzial.
Das 1,10 Hektar große Areal befindet sich nahe der N27 und grenzt an ein Natura-2000-Gebiet, birgt aber laut den Verantwortlichen großes Potenzial.
Foto: Caroline Martin

Ein Grundstück mit großem Potenzial

Um Klarheit über die Pläne der Verwaltung zu bekommen, wandte man sich an einige Regierungsvertreter und fand Unterstützung beim Tourismusminister. Daraufhin wurde das Archtitektenbüro WW+ Architektur + Management damit beauftragt, die Machbarkeitsstudie auszuarbeiten. Dabei stellte sich heraus, dass dieses Gelände, das mittlerweile im Besitz des Ministeriums ist, großes Potenzial hat. Aufgrund der unterschiedlichen Analysen wurden Möglichkeiten für innovative Konzepte für touristische Unterkünfte aufgelistet.  

Für die Gestaltung der Häuschen sollen Materialien aus der Region genutzt werden. Die Umgebung mit unterschiedlichen Angeboten soll die Gäste zum Verweilen einladen.
Für die Gestaltung der Häuschen sollen Materialien aus der Region genutzt werden. Die Umgebung mit unterschiedlichen Angeboten soll die Gäste zum Verweilen einladen.
Grafik: Architektenbüro "WW+ Architekten + Management"

Vorgeschlagen wird ein Konzept, das die Auswirkungen auf die Umwelt berücksichtigt, erneuerbare Energien nutzt und bei dem die lokalen und regionalen Akteure einbezogen werden. Im Mittelpunkt steht der Respekt der Natur. So sollen die Gebäude sich in die natürliche Umgebung einfügen. Laut Machbarkeitsstudie könnten bis zu 120 Gäste auf dem Areal untergebracht werden. Das Konzept könnte den Bau eines Hotels mit zwölf Zimmern für 32 Personen, einem halb-unterirdischen Parkhaus für 50 Fahrzeuge, einem Restaurant und einem Wellness-Bereich sowie 24 Logdes zwischen 30 und 80 Quadratmetern für 88 Gäste beinhalten. 

Minister Lex Delles, Bürgermeister Marco Schank und Architekt Luc Wagner (v.l.n.r.) sehen dieses Konzept als Modellprojekt für künftige Vorhaben im Tourismusbereich.
Minister Lex Delles, Bürgermeister Marco Schank und Architekt Luc Wagner (v.l.n.r.) sehen dieses Konzept als Modellprojekt für künftige Vorhaben im Tourismusbereich.
Foto: Caroline Martin

Auf der Anlage sollen verschiedene Attraktionen geboten werden, etwa ein Picknick- und ein Lagerfeuerplatz, Raum zum Austoben sowie ein Gemüsegarten. Die Wege zwischen den Lodges führen zu Gemeinschaftsbereichen, die zahlreiche Möglichkeiten und Erlebnisse bieten. 

Wasser wird wichtige Rolle spielen

Wert wird beim Bau ebenfalls auf die Verwendung umweltfreundlicher, lokaler Materialien gelegt. Insgesamt soll der CO₂-Fußabdruck möglichst gering gehalten werden. Genauso eine wichtige Rolle wird denn auch das Wasser spielen. So ist vorgesehen, den Wasserverbrauch durch diverse Maßnahmen möglichst gering zu halten. Durch die Nutzung des Regenwassers kann ein vielseitig nutzbarer Raum geschaffen werden, der verschiedene Formen annehmen kann. Für Luc Wagner wären dies etwa eine natürliche Wasserstelle, ein Teich oder Wasserspiele für Kinder.


Lokales , PK Marco Schank , Charles Pauly , Claude Turmes , Badesaison am Stausee , Änderungen werden vorgenommen Foto: Anouk Antony/Luxemburger Wort
Verbessertes Sicherheitsangebot rund um den Obersauerstausee
Bei hohen Temperaturen bietet der Obersauerstausee reichlich Möglichkeiten zum Abkühlen. In puncto Sicherheit wurde nun nachgerüstet.

Um eine sichere Verbindung zwischen der Anlage und der Ortschaft über die stark befahrene Nationalstraße zu gewährleisten, sind eine Fußgängerbrücke und Fahrradweg vorgesehen. 

„Dieses Projekt könnte Lultzhausen sowohl als touristisches Ziel als auch als Aufenthaltsort aufwerten und ein Modell für den landesweiten Tourismus werden“, betonte Lex Delles. 

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