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In Krisenzeiten: Zurück zu Mutter Natur
Lokales 2 Min. 23.04.2020 Aus unserem online-Archiv

In Krisenzeiten: Zurück zu Mutter Natur

Das Naturschutzgebiet Schwarzenhaff lockt in der Krisenzeit zunehmend mehr Menschen an.

In Krisenzeiten: Zurück zu Mutter Natur

Das Naturschutzgebiet Schwarzenhaff lockt in der Krisenzeit zunehmend mehr Menschen an.
Foto: Mirador
Lokales 2 Min. 23.04.2020 Aus unserem online-Archiv

In Krisenzeiten: Zurück zu Mutter Natur

Anne Julie HEINTZ
Anne Julie HEINTZ
Im Naturschutzgebiet Schwarzenhaff in Steinfort werden zehnmal mehr Besucher gezählt.

Bachgeplätscher, Vogelgesang und rauschende Blätter: Ungeahnt viele Menschen lassen sich in diesen herausfordernden Zeiten von den wohltuenden Klängen der Natur berauschen. Spaziergänge und sportliche Aktivitäten im Wald haben seit den Ausgangsbeschränkungen an Bedeutung gewonnen. Ob mit dem Fahrrad, zu Fuß oder in Begleitung eines Vierbeiners: Die Menschen suchen wieder zunehmend Naherholungsgebiete auf. 

„Viele suchen Zuflucht und Sicherheit im Wald. Sie gönnen sich dort eine Auszeit von ihrem Gedankenwirrwarr und der Unsicherheit, die zurzeit herrscht. Es ist ein Verhaltensmuster, das schon früher, etwa zu Kriegszeiten, zu beobachten war. Bei Gefahren bietet der Wald ein ideales Versteck – auch im übertragenen Sinne“, sagt Marc Parries, Förster der Gemeinde Steinfort.

Beobachtungsposten eingerichtet 

Seit 40 Jahren arbeitet er als Waldhüter in der Kommune und kennt das Gebiet wie seine Westentasche. Um herauszufinden, wie viel mehr Betrieb zurzeit im Naturschutzgebiet Schwarzenhaff/Jongebësch in Steinfort herrscht, hatte er vergangenen Freitag zusammen mit den übrigen Mitarbeitern des Naturschutzzentrums Mirador in Steinfort, das eines von fünf Zentren der Natur- und Forstverwaltung in Luxemburg ist, eine Aktion durchgeführt. 


Lokales, Corona-Virus Covid19,  Maskenverteilung im grossen Sitzungssaal der Gemeinde Esch Alzette, Foto: Guy Wolff/Luxemburger Wort
Verteilung der Schutzmasken hat begonnen
Eine vergleichbare Aktion hat es in Luxemburg noch nicht gegeben: Am Montag wurde damit begonnen, insgesamt 3,5 Millionen Schutzmasken an die Bürger des Landes zu verteilen.

„Wir hatten einen Beobachtungsposten im Wald eingerichtet und zwischen 7.30 Uhr und 17.30 Uhr nicht etwa geschützte Tierarten, sondern die Besucher im Naherholungsgebiet beobachtet und gezählt. Während an gewöhnlichen Wochentagen zwischen 50 und maximal Hundert Leuten dort gesichtet werden, wurden an besagtem Tag satte 505 Besucher gezählt. Das sind etwa zehnmal mehr Besucher, als vor der Krise. Eine beeindruckende Entwicklung“, schildert der Förster. 

Vorwiegend Männer und Radfahrer

Es seien überwiegend Erwachsene und Senioren unterwegs gewesen (rund 80 Prozent). Zwei Drittel der Passanten waren mit dem Rad unterwegs. Daneben wurden zahlreiche Jogger gezählt, sowie Leute, die ihren Hund ausführten. „Vereinzelt wurden auch Familien beobachtet. Es war erstaunlich, wie diszipliniert die Menschen waren. Jeder respektierte die vorgeschriebenen Abstandsregeln“, so der Waldhüter. 

Interessant sei zudem der Gendervergleich: Zwei Drittel der gezählten Besucher im Naturschutzgebiet Schwarzenhaff waren Männer, die mit dem Rad unterwegs waren, sagt Marc Parries. 

"Aly-Mouk": Konzept für Kinder 

Seit dem 16. März sind alle Natur-pädagogischen Aktivitäten und naturkundlichen Führungen, die seitens des Naturschutzzentrums Mirador organisiert werden, abgesagt. Der Betrieb im Zentrum läuft auf Sparflamme. Damit Naturfreunde dennoch auf ihre Kosten kommen, verteilen die Mitarbeiter des Zentrums Informationshefte an die Waldbesucher. Zudem wurde ein pädagogisches Konzept für Kinder ausgearbeitet. 

„Aly-Mouk“, die Spaßbringerkröte vom Schwarzenhaff, soll den Kindern zu Hause dabei behilflich sein, weiterhin Erfahrungen im Naturbereich zu sammeln. Jede Woche werden Arbeitsblätter veröffentlicht. Anhand der illustrierten Anleitungen können die Kinder sich zu Hause ein paar Stunden mit Naturmaterialien beschäftigen – am besten zusammen mit der ganzen Familie.

https://www.facebook.com/Mirador-centre-nature-et-forêt

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