Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Schussverletzung aus dem Nichts
Lokales 2 Min. 26.09.2016 Aus unserem online-Archiv
In Fentingen

Schussverletzung aus dem Nichts

Wenige hundert Meter von dort entfernt, wo am Samstag in einem Maisfeld vier Schüsse auf ein Wildschwein abgegeben wurden, liegt die Wohnsiedlung „op der Sterz“.
In Fentingen

Schussverletzung aus dem Nichts

Wenige hundert Meter von dort entfernt, wo am Samstag in einem Maisfeld vier Schüsse auf ein Wildschwein abgegeben wurden, liegt die Wohnsiedlung „op der Sterz“.
Foto: Guy Wolff
Lokales 2 Min. 26.09.2016 Aus unserem online-Archiv
In Fentingen

Schussverletzung aus dem Nichts

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Am Samstag wurde eine Frau in Fentingen auf einem Balkon von einer Kugel am Kopf getroffen und dabei schwer verletzt. Unter Verdacht stehen fünf Jäger, die in einem Maisfeld auf Wildschweine zielten.

(str) - An der Ringstraße „op der Sterz“ am Ortsrand von Fentingen reihen sich Mehrfamilienhäuser aneinander – fast ausnahmslos alle mit Balkon. Auf einer dieser Wohnungsterrassen im Erdgeschoss eines dreistöckigen Gebäudes genießen am späten Samstagnachmittag offenbar mehrere Personen gemeinsam die spätsommerlichen Temperaturen.

Gegen 17.30 Uhr ist am Samstag wohl vor allem das Getöse des örtlichen Oktoberfests aus der Ferne zu hören. Doch dann vernimmt ein Mann auf der Terrasse plötzlich ein Zischen. Wie sich auf dramatische Weise zeigen wird, ist es ein alles andere als harmloses Geräusch. Eine Frau sinkt neben ihm im Stuhl zusammen. Sie hat eine offene Wunde am Unterkiefer.

Sofort wird der Notarzt verständigt. Im Krankenhaus bestätigt sich der Verdacht: die Frau hat eine schwere Schussverletzung im Gesicht erlitten. Sie wird zu Spezialisten in ein Universitätskrankenhaus in Belgien gebracht.

Jäger unter Verdacht

Gleich nachdem klar ist, dass es sich bei der Verletzung um eine Schusswunde handelt, werden in Fentingen Ermittlungen aufgenommen. Eine Patrouille der hauptstädtischen Polizei wird kurze Zeit später in der Rue Armand Rausch fündig: In Höhe des Friedhofs werden fünf Jäger angetroffen. Die Männer geben gleich zu, insgesamt vier Schüsse auf Wildschweine abgegeben zu haben – in einem Maisfeld. Hier sind sie in Absprache mit einem Landwirt unterwegs.

In dem Jagdlos 499, das sich über rund 390 Hektar von der Autobahn A3 bis zur Alzette in Hesperingen erstreckt und nördlich Howald und südlich an Biwingen grenzt, gibt es eine sehr hohe Dichte an Wildschweinen und der Schaden ist dementsprechend hoch.

Ein Wildschwein im Visier

„Ich habe mit den Jägern abgemacht, dass ich ihnen Bescheid gebe, wann ich die Maisfelder häckseln werde“, erklärt der Pächter der Liegenschaften, Ad De Jong. Um 14 Uhr habe er mit den Arbeiten begonnen, erst als er mit dem letzten Abschnitt begonnen habe, sei dann erstmals ein Wildschwein aus dem Maisfeld heraus gelaufen.

„Sie haben dann ein paarmal auf das Tier geschossen, offenbar ohne es zu treffen“, erläutert er. „Aber in Richtung des Hügels, nicht zur Ortschaft hin, soweit ich weiß.“ Für ihn ist es daher unerklärlich, wie eine Kugel die Frau treffen konnte.

Das Maisfeld liegt jenseits des dreigleisigen Bahndamms der Zugstrecke von Luxemburg nach Bettemburg. Von den Gleisen bis zum Mehrfamilienhaus, in dem die Frau getroffen wurde, sind es noch einmal rund 300 Meter.

„Ich hoffe die Verletzungen der Frau sind nicht zu allzu schwer und dass es ihr bald wieder gut geht“, meint Bauer De Jong abschließend, dem der Schrecken noch hörbar in den Gliedern steckt.

Fünf Gewehre beschlagnahmt

Wie genau es zu der Schussverletzung kam, wird nun die Kriminalpolizei klären müssen. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurden ihre Langwaffen mitsamt Munition beschlagnahmt. Forensiker müssen nun ermitteln, ob das Projektil, das die Frau am Kopf traf, tatsächlich von einem dieser Jäger abgefeuert wurde.

Der letzte schwere Jagdunfall geschah im November 2013. Ein 77-jähriger Jäger kam ums Leben als sich ein Schuss löste, während er mit durchgeladener Waffe unter einem Zaun hindurch stieg.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Die heimischen Wälder sind voll mit Wildschweinen. Spaziergänger laufen öfter an ihnen vorbei, als ihnen bewusst ist. Doch wie reagieren, wenn man plötzlich einem Wildschwein gegenüber steht?
NDR Fernsehen EXPEDITIONEN INS TIERREICH, "Das Weserbergland", am Mittwoch (16.12.09) um 20:15 Uhr.
Familienbande: Die Wildschwein-Mutter besch�tzt ihre Frischlinge energisch. Diese Jungtiere verlieren schon allm�hlich ihr typisches Streifenfell der ersten Lebensmonate.
� NDR/NDR Naturfilm/J�rgen Borris, honorarfrei - Verwendung gem�� der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter NDR-Sendung bei Nennung "Bild: NDR/NDR Naturfilm/J�rgen Borris" (S2). NDR Presse und Information/Fotoredaktion, Tel: 040/4156-2306 oder -2305, pressefoto@ndr.de
Urteil des Verwaltungsgerichts
Das Verwaltungsgericht gibt dem Umweltministerium Recht und lässt die Jäger abblitzen: Das Jagdverbot auf Fuchs und Wildschwein ist damit rechtens.
Kongress des Jägerverbandes
Auf dem FSHCL-Kongress am Sonntag bereiteten den Jägern vor allem die Bürokratisierung und verschärfte Waffengesetze Sorge. Aus der Schusslinie war diesmal der Fuchs, dafür aber ist der Wolf im Kommen.
Jagd J�ger
In tschechischer Kleinstadt
In einer tschechischen Kleinstadt wird in den nächsten Tagen scharf geschossen. Mitten in Mnisek pod Brdy, knapp 30 Kilometer südwestlich von Prag, wollen Jäger die wachsende Wildschwein-Population aufs Korn nehmen.
In der tschechischen Stadt Mnisek pod Brdy geht es den Grauröcken demnächst an den Kragen.
Vor dem Verwaltungsgericht standen sich gestern die Rechtsvertreter des Jagdverbandes und des Staates gegenüber. Die Jäger verlangen eine Aufhebung des Fuchsjagdverbotes.
Hat ein weiteres Jahr Ruhe: der Fuchs
Neue Konvention für Jägerverband
Trotz Meinungsverschiedenheiten über das Fuchsjagdverbot starten der Jägerverband FSHCL und Staatssekretär Camille Gira wieder eine neue Zusammenarbeit.
FSHCL-Sprecher Marc Glesener, Staatssekretär Camille Gira und FSHCL-Präsident Georges Jacobs.