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In Differdingen ticken die Uhren anders
Lokales 2 Min. 03.02.2017

In Differdingen ticken die Uhren anders

Bei der Differdinger Blumenuhr, verrät der Zwerg, was die Uhr geschlagen hat. Im Rathaus ist es der Wähler.

In Differdingen ticken die Uhren anders

Bei der Differdinger Blumenuhr, verrät der Zwerg, was die Uhr geschlagen hat. Im Rathaus ist es der Wähler.
Foto: Claude Piscitelli
Lokales 2 Min. 03.02.2017

In Differdingen ticken die Uhren anders

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Die Vorwürfe die am Mittwoch gegen den Differdinger Bürgermeister Roberto Traversini laut wurden, hatten es in sich. Ein Blick in die rezente Gemeindegeschichte zeigt, warum in Differdingen mehr als anderswo der Mann und nicht der Ball gespielt wird.

(na) -  Am Mittwoch wurden Vorwürfe gegen Bürgermeister Roberto Traversini laut. Von einer schwarzen Kasse war die Rede. Am Ende gab die DP, von der die Vorwürfe kamen, sich aber mit den Erklärungen und der Entschuldigung des Bürgermeisters zufrieden.

Bewegte Gemeindegeshichte

Anders als gewohnt, wurde hier vermehrt der Mann, weniger der Ball gespielt. Dass dies gerade in Differdingen der Fall ist, erklärt sich zum Teil durch die rezente Gemeindegeschichte. Dass diese zuletzt bewegt war, ist das mindeste was man von ihr sagen kann.

Erster Bruch 2001

So kam es bereits 2001 zu einem Bruch in der damaligen LSAP-DP-Koalition. Im LW vom 27. Oktober 2001 war zu lesen: „Die Vorgeschichte zur aktuellen Politkrise fand eine Fortsetzung nach den letzten Wahlen im Oktober 1999“.

Damals sei ein „fast schon perfektes Koalitionsabkommen“ zwischen LSAP und CSV „in letzter Minute“ geplatzt. Dies durch „Gerangel innerhalb der LSAP Differdingen“.

Diese hatte sich schließlich für eine Koalition mit der DP entschieden. Die nicht lange halten sollte.

Die LSAP ausgespielt

So sprach der damalige Schöffe Claude Meisch (DP) in einem Journal-Interview vom 12. Oktober 2001 von einer „heillos zerstrittenen LSAP“. Die Koalition platzte und der heutige Minister avancierte zum Bürgermeister einer DP-CSV-Déi Gréng Dreierkoalition, während auf LSAP-Seite von einem „Putsch“ die Rede war.

Historisches Resultat für DP

Nach den nächsten Wahlen, im Oktober 2005, titelte das „Wort“: „DP erzielt historisches Resultat“. Claude Meisch, der sein persönliches Ergebnis von 2 598 auf 6 591 Stimmen verbesserte, wurde als Bürgermeister bestätigt.

Doch diesmal genügte ihm ein Koalitionspartner: Déi Gréng. Die CSV wurde zurück in die Opposition geschickt.

Eine Mandatsperiode ohne Bruch

Dies sollte auch die einzige Koalition in der rezenten Differdinger Geschichte sein, die über eine gesamte Legislaturperiode zusammenhielt. Kurz nach den Wahlen sollte übrigens Roberto Traversini, heutiger Bürgermeister, Schöffe für Déi Gréng werden.

Es schien als sollte sich dieses DP-Déi Gréng-Tandem auch nach den Gemeindewahlen von 2011 durchsetzen. Doch das war die Rechnung ohne die vorgezogenen Parlamentswahlen von 2013 gemacht. Claude Meisch wurde bekanntlich Bildungsminister, wonach es zu Streitereien in der Differdinger DP-Sektion kam.

DP ausgespielt

„Eklat in Differdingen“ titelte am 9. Januar 2014 das LW. Der DP-Kandidat John Hoffmann, der Meisch-Nachfolger werden sollte, wurde vom Gemeinderat nicht zum neuen Bürgermeister gewählt.

Noch am selben Tag kursierten Gerüchte über eine mögliche Dreierkoalition, Déi Gréng-LSAP-CSV in den Gängen des Rathauses. Diese wurde Ende Januar bestätigt. Bürgermeister wurde Roberto Traversini. Diesmal sprach die DP von einem „Putsch“.

Zu sehen bleibt ob Roberto Traversini der selbe Erfolg gewährt wird, wie 2001 Claude Meisch. Die Wahlen in Differdingen kündigen sich auf jeden Fall spannend an. Denn hier ticken die politischen Uhren bekanntlich anders.


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