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Immer mehr Nachtflüge am Findel
Lokales 19.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Immer mehr Nachtflüge am Findel

Die Zunahme bei den Nachtflügen ist vor allem auf den wachsenden Passagierluftverkehr am Findel zurückzuführen.

Immer mehr Nachtflüge am Findel

Die Zunahme bei den Nachtflügen ist vor allem auf den wachsenden Passagierluftverkehr am Findel zurückzuführen.
Foto: Laurent Ludwig
Lokales 19.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Immer mehr Nachtflüge am Findel

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Regelrecht explodiert ist die Zahl der Starts und Landungen am Flughafen Findel. Die Anwohner stöhnen über den Fluglärm – besonders nach 23 Uhr. Vor allem Passagiermaschinen fliegen häufiger zur Nachtzeit.

Das ungebremste Wachstum der Aktivitäten am Flughafen Findel bleibt nicht ohne Spuren: Die Zahl der Nachtflüge ist im Jahr 2017 um 11,8 Prozent auf 2 226 gestiegen.


Der Belgier Johan Vanneste führt die Flughafengesellschaft lux-Airport seit 2014.
Der Findel-Chef macht den Abflug
Der Geschäftsführer der luxemburgischen Flughafenbetreibergesellschaft lux-Airport, Johan Vanneste, wird das Unternehmen verlassen und zum Flughafen Köln-Bonn wechseln.

Dies geht aus den Zahlen hervor, die der zuständige Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastrukturen, François Bausch, in seiner Antwort auf eine parlamentarische Frage der LSAP-Abgeordneten Marc Angel und Franz Fayot mitteilt. Beide wollten erfahren, mit welchen Maßnahmen diese zunehmende Lärmbelästigung eingegrenzt werden soll.

Zunahme bei Passagierflügen

Laut François Bausch steht die Entwicklung der Nachtflüge in direktem Zusammenhang mit dem Wachstum des Flughafens Findel: So gab es bei den gewerblichen Flügen innerhalb eines Jahres eine Steigerung um 8,6 Prozent, die Zahl der Passagiere stieg im gleichen Zeitraum 2016-2017 um satte 19 Prozent.


Zwischen 23 und 1 Uhr werden die meisten Nachtflüge verzeichnet.
Posaunen in der Nacht
Offiziell geht die Zahl der Sondergenehmigungen für Nachtflüge zurück. Dennoch starten und landen immer mehr Flugzeuge zwischen 23 und 6 Uhr in Findel. Ein Umstand, der vor allem den Anrainern zu schaffen macht. Ein Umdenken wird gefordert.

Die stärkste Zunahme bei den Nachtflügen zwischen 23.01 Uhr und 5.59 Uhr ist denn auch bei den Passagierflügen zu verzeichnen. Von den insgesamt 235 zusätzlichen Nachtflügen waren deren 130 Passagierflüge. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 2 226 Nachtflüge gezählt, seit dem Jahre 2013 stieg diese Zahl um 49 Prozent.

Infrastrukturminister Bausch ist sich der Problematik bewusst und verweist auf eine Reihe von Maßnahmen, die die Belästigungen für die Anwohner auf ein Minimum reduzieren sollen.

Höhere Strafgelder

So sollen die permanenten Ausnahmegenehmigungen für Nachtflüge überprüft werden und mit den zuständigen Fluggesellschaften besprochen werden. Zudem sollen die Kriterien für das Zugestehen außerordentlicher Ausnahmegenehmigungen künftig strikter ausgelegt werden.


Der 52-jährige Robert van de Weg kennt das Luftfrachtgeschäft aus seiner Zeit bei Gesellschaften wie KLM, Atlas Air, Cargolux und Air Bridge Cargo.
Luftfrachtprofi landet auf eigenen Beinen
Robert van de Weg, Ex-Vertriebschef von Cargolux und zuletzt bei Volga-Dnepr, arbeitet heute als Berater. Das „Luxemburger Wort“ sprach am Findel mit dem ausgewiesenen Luftfrachtexperten.

Weil der Griff ins Portemonnaie eine effektive Abschreckung darstellt, laufen zurzeit Gespräche über eine Anpassung der Flughafentaxen. Diese werden von der Administration de la navigation aérienne auf Grund verschiedener Kriterien erhoben.

Dazu gehören Starts und Landungen außerhalb der regulären Uhrzeiten sowie die dabei verursachten Geräuschpegel. Nachtflüge könnten dann besonders hart mit Zusatzgebühren belegt werden.


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Der Erfolg des nationalen Flughafens hat seinen Preis: Anwohner beschweren sich über Lärm und Nachtflüge. Für Politiker ein schwieriger Spagat.
Ob Start oder Landung: ganz ohne Lärm geht es nicht.
Ein Brummen, ein Dröhnen, dann die lauten Motorengeräusche: Bürger aus den Hauptstadtvierteln können ein Liedchen vom Fluglärm singen. Doch, während diese Geräusche die einen Bürger kaum stören, fühlen andere sich in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt.
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Der Flughafen Findel wächst und wächst. Und mit ihm auch der Lärm. Das Ministerium für nachhaltige Entwicklung will jetzt gegensteuern.
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Im Parlament gab es am Donnerstag eine Debatte zur Entwicklung und Zukunft des Flughafens. Minister François Bausch stand den Abgeordneten Rede und Antwort und hatte die ein oder andere Neuigkeit parat, u. a. zum Terminal B.
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