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Immer mehr junge Frauen rauchen
Lokales 2 Min. 27.05.2019 Aus unserem online-Archiv

Immer mehr junge Frauen rauchen

30 Prozent der jungen Frauen zwischen 18 und 24 Jahren rauchen. Damit ist der Wert im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Immer mehr junge Frauen rauchen

30 Prozent der jungen Frauen zwischen 18 und 24 Jahren rauchen. Damit ist der Wert im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.
Foto: Shutterstock
Lokales 2 Min. 27.05.2019 Aus unserem online-Archiv

Immer mehr junge Frauen rauchen

Maximilian RICHARD
Maximilian RICHARD
Anlässlich des Weltnichtrauchertags hat die Fondation Cancer Zahlen zum Rauchverhalten in Luxemburg veröffentlicht. Eine ernüchternde Bilanz.

Es muss dringend gehandelt werden: So lautet das Fazit der Fondation Cancer. Anlässlich des Weltnichtrauchertags am Freitag hat die Stiftung eine Analyse des Rauchverhaltens in Luxemburg veröffentlicht. Mit einem ernüchternden Ergebnis: 21 Prozent der Bevölkerung (104.790 Personen) rauchen. Der Fondation Cancer zufolge hat sich die Situation somit in den vergangenen sechs Jahren nicht verbessert.


Der Griff zum Glimmstängel ist in den hiesigen Bars seit Januar 2014 
untersagt, es sei denn, das Lokal verfügt über einen normgerechten 
Fumoir. 2018 wurden deren neun genehmigt.
Ausgequalmt: Seit fünf Jahren ist Rauchen in Cafés tabu
Die Aufregung war groß, als das Rauchverbot auf Bars und Diskotheken ausgeweitet wurde. Mittlerweile beantragen nur noch wenige Lokale Genehmigungen für offizielle Fumoirs.

Besorgniserregend ist vor allem, dass viele junge Personen zur Zigarette greifen. 27 Prozent der Menschen zwischen 25 und 34 Jahren rauchen. Damit bleibt der Wert im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Indes nimmt der Anteil der Raucher zwischen 18 und 24 Jahren deutlich zu und steigt von 22 auf 26 Prozent.

In dieser Altersgruppe gibt es immer mehr Raucherinnen: 30 Prozent der jungen Frauen rauchen. Damit setzt sich ein besorgniserregender Trend in dieser Altersgruppe weiter fort: Im Vorjahr lag der Wert bei 24 Prozent. Die Zahl der jungen, männlichen Raucher steigt indes um ein Prozentpunkt auf 22. Die allgemeine Tendenz, dass vor allem Männer zur Zigarette greifen, gilt somit bei den jungen Erwachsenen nicht mehr.

Wie 100 Zigaretten

Die Analyse zeigt aber auch, dass immer mehr Menschen Wasserpfeife rauchen. Mit 26 Prozent nutzt jeder vierte Bewohner des Landes im Alter zwischen 15 und 24 Jahren regelmäßig eine Shisha. Studien zufolge kann eine Shisha-Session, die im Durchschnitt zwischen 20 und 80 Minuten dauert, genauso schädlich wie 100 Zigaretten sein.

Positiv ist allerdings, dass mehr als die Hälfte der Raucher von ihrer Sucht loskommen wollen. 57 Prozent der Befragten wollen der Zigarette abschwören – 23 Prozent ihren Konsum zumindest reduzieren.

Für Fondation Cancer sprechen die Zahlen dennoch eine klare Sprache. Die Anti-Tabak-Maßnahmen der vergangenen Jahre haben keine Früchte getragen. Auch die im Sommer 2017 eingeführten Schockbilder auf den Zigarettenschachteln und das verschärfte Rauchverbot haben sich anscheinend als wirkungslos erwiesen.


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Deshalb fordert die Krebsstiftung, wie auch in den Jahren zuvor, von der Regierung eine aggressivere Preispolitik. Eine deutliche Erhöhung der Preise für Tabakprodukte könne das Rauchen langfristig für junge Menschen unattraktiv machen. Aber auch diverse präventive Maßnahmen wie Aufklärungskurse in der Schule sowie ein Werbeverbot für die Produkte an den Verkaufsstellen seien wichtig.

Personen, die mit dem Rauchen aufhören wollen, können sich indes an die Fondation Cancer wenden. Die Stiftung bietet neben einem telefonischen Beratungsservice unter anderem auch persönliche Gespräche mit einem Tabakologen an.

Mehr Informationen finden Sie unter: www.maviesanstabac.lu


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