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Immer mehr Fälle von häuslicher Gewalt
89 Prozent der Fälle von häuslicher Gewalt beruhen auf Streitigkeiten zwischen Eheleuten.

Immer mehr Fälle von häuslicher Gewalt

Symbolfoto: Guy Wolff
89 Prozent der Fälle von häuslicher Gewalt beruhen auf Streitigkeiten zwischen Eheleuten.
Lokales 2 Min. 10.07.2013

Immer mehr Fälle von häuslicher Gewalt

Gewalttätige Übergriffe sind in vielen Haushalten an der Tagesordung. Am Dienstagmittag wurde eine neue Studie vorgestellt, die die Gründe und den Kontext dieses Verhaltens untersucht

Von Lis Dahm

Häusliche Gewalt ist immer noch eine geltende Tatsache in vielen luxemburgischen Haushalten. Um die Gründe und den Kontext dieser Gewalt besser zu verstehen, leiten das Ministerium für Chancengleichheit und das „Centre de Recherche Public“ (CRP-Santé) seit Ende 2012 ein Forschungsprojekt. Am Dienstagmittag stellten die Ministerin für Chancengleichheit Françoise Hetto-Gaasch, der Generaldirektor des „CRP-Santé“ Dr. Jean-Claude Schmit und die Soziologin und Projektleiterin Dr. Laurence Fond-Harmant die zweijährige Studie vor.

Im vergangenen Jahr wurden 801 polizeiliche Eingriffe und 357 Wegweisungen verzeichnet. Die Anzahl an Polizeiinterventionen ist damit um 18,66 Prozent höher als im Jahr 2011. Der Projektleiterin Dr. Laurence Fond-Harmant zufolge handelt es sich dabei um Rekordzahlen.

In Luxemburg, einem Land in dem es den meisten Menschen finanziell gut ergehe, sollte auch ihr physisches und psychisches Wohlbefinden gewährleistet werden, so die Projektmanagerin.

Sensibilisierungsmaßnahmen verstärken

Deshalb sieht das „CRP-Santé“ zusammen mit dem Ministerium für Chancengleichheit vor, die Informations-, Präventions- und Sensibilisierungsmaßnahmen im Großherzogtum zu verstärken. Das Projekt läuft in drei Phasen ab: Ende des Jahres 2012 lief die Vorstudie an, dieses Jahr wendet sich das „CRP-Santé“ über Fragebogen und Gespräche an die Gewaltopfer, und im kommenden Jahr wird eine Studie über die Gewalttäter durchgeführt. Ende 2014 soll der Abschlussbericht veröffentlicht werden.

Im Mittelpunkt der Studie stehen unter anderem die Lebensbedingungen, die sozialen und kulturellen Hintergründe der Gewalttaten sowie das Alter, Geschlecht und die Nationalität der Opfer und Täter. Neben den individuellen und gesundheitlichen Aspekten, wird auch Wert auf das soziale Klima und die zwischenmenschlichen Beziehungen im Haushalt gelegt.

Daraufhin versuchen das „CRP-Santé“ und das Ministerium für Chancengleichheit Strategien zur Bekämpfung der Gewalt im Eigenheim auszuarbeiten.

88 Prozent der Opfer sind weiblich

Das Projekt beruht auf der Zusammenarbeit mit zahlreichen professionellen Partnern. Um die Situation in den luxemburgischen Haushalten verfolgen zu können, erhalten die Projektbeteiligten Informationen von den Justizbehörden und der großherzoglichen Polizei.

Häusliche Gewalt ist strafbar. Das Gesetz vom 8. September 2003 sieht vor, dass gewalttätigen Familienmitgliedern oder anderen Mitgliedern des Haushalts, zehn Tage lang der Zutritt zum Eigenheim verwehrt werden kann. Laut Ministerin Françoise Hetto-Gaasch kommt die überarbeitete Version des Gesetzes heute in der Abgeordnetenkammer zur Sprache

  • Den ungekürzten Artikel finden Sie im Luxemburger Wort vom Mittwoch.