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Hitzewelle in Luxemburg

„Im Urlaub ist es nie zu warm“

von Liz MIKOS| 19.07.2022

Am Dienstag wurde mit Höchsttemperaturen von 39 Grad Celsuis gerechnet. So haben die Menschen entlang der Mosel auf die Hitze reagiert.

Zur Mittagsstunde ist es in Remich fast menschenleer. Bei Außentemperaturen von mehr als 35 Grad Celsius ist vom üblichen Andrang keine Spur. Nur eine Handvoll Personen findet sich zusammen, um ein Picknick bei einer leichten Brise zu genießen; einige stehen an, um sich im Schwimmbad abzukühlen; andere essen gerade auf einer Terrasse Mittag und noch andere, womöglich die meisten, müssen arbeiten. Die, die unterwegs sind, scheinen sich jedoch nicht an der Hitze zu stören.

Mino, der gerade an der Mosel den Wassertank für Ponts et Chaussées auffüllt, gehört zu denen, die trotz hoher Temperaturen ihrer Tätigkeit nachgehen. „Wir gießen die Bäume mit Wasser aus der Mosel, um Trinkwasser zu sparen“, erklärt er, während er den Tank volllaufen lässt, der insgesamt 7.000 Liter Flüssigkeit aufnehmen kann. Zweimal am Tag würden die rund 300 Bäume der Region mit Moselwasser gegossen werden. Einen Impakt auf den Fluss habe das Befüllen des Tanks nicht. „Es ist weniger Wasser im Fluss, das liegt aber einfach an der Hitze.“ 

Mino tankt für Ponts et Chaussées Wasser, um die Bäume des Kanton Remich zu gießen.
Mino tankt für Ponts et Chaussées Wasser, um die Bäume des Kanton Remich zu gießen.
Foto: Sibila Lind

Zu heiß zum Arbeiten sei es jedoch nie. „Dann muss man einfach im Kopf umswitchen und sich sagen, dass es gar nicht so warm ist. Die Arbeit muss ohnehin erledigt werden“, beschreibt er seine Art und Weise, mit den Temperaturen umzugehen.


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Eine ähnliche Einstellung hat auch Restaurantbesitzer Paul Weyler. Er freut sich über die für einen Dienstag gut gefüllte Terrasse. Das liege allerdings weniger am Wetter als daran, dass der Großteil der Lokale in Remich montags und dienstags geschlossen hat. „Man sagt immer, dass die Leute bei der Hitze mittags nicht essen. Hier isst aber gerade jeder.“ Warme Gerichte statt – wie eher zu erwarten – Eis gehen über die Theke. 

Paul Weyler (rechts vorne) weiß, wie heiß es bei solchen Außentemperaturen in einer Küche wird.
Paul Weyler (rechts vorne) weiß, wie heiß es bei solchen Außentemperaturen in einer Küche wird.
Foto: Sibila Lind

Weyler sei jedoch bewusst, dass solche Temperaturen für Küchenpersonal nicht leicht wegzustecken sind. „In der Küche am Herd herrschen jetzt etwa zwischen 48 und 50 Grad.“ Solche Temperaturen gebe es im Großherzogtum jedoch nicht allzu oft. Laut Meteolux wurden die 39 Grad Celsius zuletzt am 25. Juli 2019 erreicht. Am Dienstag lag der Höchstwert am Findel mit 36,3 Grad Celsius tiefer als erwartet.

Paul Weyler erinnert indes an den August im Jahr 2003, als der Teer auf den Straßen geschmolzen ist. „Heute ist es zwar warm, aber unter dem Schirm und mit der leichten Brise lässt es sich aushalten.“

An den laufenden Teer im Jahr 2003 können sich auch die Picknicker Pierrette und Georges erinnern. „An dem Tag waren es 42 Grad“, erzählt Georges. Die Temperaturen am Dienstag empfinden die Rentner als eher angenehm. Die beiden haben sich bewusst für Remich als Ausflugsziel entschieden. „Mit dem leichten Wind, der weht, ist es sehr angenehm“, sind sie sich einig und freuen sich darauf, später am Tag noch ein Eis essen zu gehen.


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Didier und Sandra aus Belgien befinden sich derweil auf der Durchreise und wollen nur kurz dem Auto entfliehen. Die schöne Gegend habe sich angeboten, um zur Erfrischung etwas zu trinken und zu essen. „Es ist wirklich sehr warm heute – fast nicht auszuhalten“, wie Didier findet. Seine Frau Sandra ist indes weiterhin positiv gestimmt: „Im Urlaub ist es nie zu warm“, betont sie mit einem Lächeln im Gesicht. 


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Urlaubsstimmung herrscht auch im Remerscher Erliefnis Baggerweier. Familien, Paare, Freundesgruppen oder auch Personen, die sich noch vor der Spätschicht kurz abkühlen wollen, springen hier am Dienstag ins kühle Wasser und kosten den Sommer in Luxemburg voll aus. Für einen Dienstag sei der Andrang deutlich größer als gewohnt, verrät Rettungsschwimmer Dane Kaufmann. „Wir könnten heute 1.500 bis 1.800 Menschen empfangen“, schätzt er. Die Höchstkapazität liege bei etwa 3.000 Personen. 


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