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Im Einsatz mit „Air Rescue 3“: „Der Hubschrauber allein rettet keine Leben“
Lokales 1 3 Min. 27.11.2014 Aus unserem online-Archiv

Im Einsatz mit „Air Rescue 3“: „Der Hubschrauber allein rettet keine Leben“

Lokales 1 3 Min. 27.11.2014 Aus unserem online-Archiv

Im Einsatz mit „Air Rescue 3“: „Der Hubschrauber allein rettet keine Leben“

Die wetterbedingten Probleme des Winters, wie Nebel, gefrierender Regen und Schnee sind der Luxembourg Air Rescue bestens bekannt. Geflogen wird nur bei Tageslicht und somit ist das Zeitfenster für Rettungseinsätze um einiges kürzer als in der Sommersaison.

(hip) - Es liegt im Ermessen des diensthabenden Notarztes, ob und wann der Rettungshubschrauber in die Luft steigt und den Patienten auf direktem und schonendsten Weg ins Krankenhaus transportiert. Leben retten tut der Heli allein nicht.

Der Sommer 2014 sprengte die durchschnittlichen 3 000 Rettungseinsätze, die die „Luxembourg Air Rescue“ (LAR) jährlich fliegt. „Wir verzeichneten ein Plus von etwa 15 Prozent bei der Rückführung von Patienten aus dem Ausland“ erklärt René Closter, Präsident der Asbl, die im Dienste der Öffentlichkeit steht. Auf die Frage des Luxemburger Wort hin, ob es in den Sommermonaten einen außergewöhnlichen Einsatz gab, verneint René Closter. „Die Frage kann man so nicht beantworten. Jeder Einsatz ist anders. Routine gibt es im Rettungswesen nicht.“

Der Winter und seine Tücken

Die Tage sind mittlerweile kürzer geworden, das Quecksilber des Thermometers gefallen. Dienstbeginn für die dreiköpfige Crew ist gegen 7.30 Uhr. Bei Sonnenuntergang ist Feierabend, denn bei Dunkelheit werden keine Einsätze geflogen. Die Winterzeit bedeutet für die LAR-Mitarbeiter einen erheblichen Mehraufwand. Medizinische Geräte sowie Medikamente werden jeden Abend sowohl aus den Helikoptern als auch den Learjets entfernt und in beheizte Container untergestellt. Am nächsten Tag müssen sie folglich wieder an Bord gebracht werden – im Vergleich zum Sommer ein Mehraufwand von jeweils einer Stunde. Über Nacht wird zudem der Innenraum der Rettungshubschrauber mit einer tragbaren Elektroheizung auf Temperatur gehalten. Wenn die Bauarbeiten der neuen Basis weiter im gleichen Tempo fortschreiten wie bisher, könnte damit im Spätherbst 2015 Schluss sein. Dann darf die LAR nach 26-jährigem Bestehen in ihre erste Einsatzzentrale einziehen, die einen Hangar, der sämtliche Flugmaschinen sowie Verwaltung und medizinische Unterkünfte unter einem gemeinsamen Dach vereint.

Die wetterbedingten Probleme des Winters, wie Nebel, gefrierender Regen und Schnee sind der LAR bestens bekannt. Geflogen wird nur bei Tageslicht und somit ist das Zeitfenster für Rettungseinsätze um einiges kürzer als in der Sommersaison“, erläutert René Closter weiter. Die Entfernung der Länder, aus denen Patienten mit einem der Learjets rückgeführt werden, wächst in der kalten Jahreszeit. „Rentner oder kinderlose Paare verschlägt es zu dieser Jahreszeit in exotische Ziele wie Indien, Thailand oder Südamerika.“ Ob, wann und auf welchem Weg ein LAR-Mitglied nach Hause geflogen wird, ist fallabhängig. Die Mitarbeiter erkundigen sich vor einer möglichen Rückführung bei den Ärzten im Urlaubsland über den Zustand des Patienten, um den weiteren Verlauf optimal organisieren zu können.

Im Team Leben retten

Die Zeit, bis eine Flugmaschine startklar ist, könne mit der Fertigstellung der neuen Basis enorm verkürzt werden und somit die medizinische Versorgung schneller beim Patienten eintreffen, betont der LAR-Präsident. „Auch wenn wir in Luxemburg binnen zehn Minuten jeden Punkt anfliegen können, der Rettungshubschrauber allein rettet keine Leben. Das liegt in den Händen der Menschen. Es ist ein Partenariat zwischen Pilot, Notarzt und Rettungsassistent.“ Ob ein Hubschraubereinsatz erfolgt, entscheidet meist der diensttuende Notarzt. Kriterien sind die Art des medizinischen Notfalls, die Topographie des Standortes, die Wetterbedingungen, aber auch der Zeitpunkt des Zwischenfalls. Passiert beispielsweise ein schwerer Verkehrsunfall nur wenige Kilometer vom diensttuenden Krankenhaus entfernt, dies aber im morgendlich dichten Berufsverkehr, macht es keinen Sinn, eine Ambulanz loszuschicken. Wichtige Zeit, die dem Patienten die bestmögliche Chance gibt, sein Leben ohne bleibende Schäden weiterzuleben, wird hier auf dem Luftweg gewonnen.

Einsatzorganisation wird optimiert

Um das Rettungswesen im Großherzogtum weiter zu optimieren, kommt in naher Zukunft ein Einsatzleitrechner zum Einsatz. Dieser Computer wird mit Kartenmaterial und Information aus der Verkehrsüberwachung, Wetterdaten, sowie Updates über aktuelle Baustellen gefüttert und berechnet dank aller Parameter so eine optimale Transportlösung für den Patienten. Seit 2005 wird auch ein Hubschrauber-Team von der Leitstelle in Trier in den Einsatz in der Grenzregion geschickt. Diese Konvention zwischen Luxemburg Rheinland-Pfalz und dem Saarland besteht im kommenden Jahr dann genau seit zehn Jahren.


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