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Illegale Glücksspiele: Festnahme in Luxemburg
Lokales 09.11.2018 Aus unserem online-Archiv

Illegale Glücksspiele: Festnahme in Luxemburg

Der 44-Jährige wurde vom Untersuchungsrichter verhört.

Illegale Glücksspiele: Festnahme in Luxemburg

Der 44-Jährige wurde vom Untersuchungsrichter verhört.
Foto: Serge Waldbillig/LW-Archiv
Lokales 09.11.2018 Aus unserem online-Archiv

Illegale Glücksspiele: Festnahme in Luxemburg

Portugiesische Ermittlungen über Online-Wetten und Glücksspiele haben ihre Kreise bis nach Luxemburg gezogen. Im Süden des Landes wurde ein 44-jähriger Mann festgenommen.

(SH) - Ein Jahr lang hat sich die portugiesische Guarda national republicana mit illegalen Online-Wetten und Glücksspielen beschäftigt. Im Visier der Ermittler standen rund 100 Personen, die Zugänge zu illegalen Webseiten verkauft haben. Am Mittwoch schlug die GNR portugiesischen Medien zufolge im Rahmen der Operation „Shadow Game“ zu und ließ 20 Personen festnehmen, eine davon in Luxemburg.

Wie die Luxemburger Staatsanwaltschaft am Donnerstag bestätigt, hätten die portugiesischen Behörden Luxemburg in diesem Kontext um internationale Strafrechtshilfe gebeten, da die Ermittlung Verzweigungen nach Luxemburg ans Licht gebracht hätten. Im Rahmen dieser Anfrage hätten am Dienstag in mehreren Ortschaften im Süden Luxemburgs Hausdurchsuchungen stattgefunden, dies zeitgleich mit Aktionen in Portugal. Wie Europol am Freitag mitteilte, hätten acht Hausdurchsuchungen in Luxemburg stattgefunden und deren 267 in Portugal.

Ein 44-jähriger Mann ist der Staatsanwaltschaft zufolge dabei infolge eines Mandats der ersuchenden Behörden festgenommen worden. Er wurde vom Untersuchungsrichter verhört, der daraufhin entschieden hat, dass der Beschuldigte in Untersuchungshaft bleiben soll, im Hinblick auf die Übergabe an die ersuchenden Behörden. Zudem wurden mehrere Spielautomaten in Luxemburg beschlagnahmt.

80 Millionen Euro in einem Jahr

Bei den festgenommenen Personen soll es sich portugiesischen Medien zufolge um die Hauptakteure eines kriminellen Netzwerkes handeln, das in Portugal, Luxemburg, der Schweiz, Frankreich, Belgien, Brasilien und in Mosambik aktiv war.

Alleine im vergangenen Jahr soll die Gruppe durch die illegalen Aktivitäten einen Gewinn von 80 Millionen Euro verzeichnet haben.

Durch die Aktion wollte die GNR Sportwetten auf Webseiten, die illegal betrieben wurden, ein Ende setzen. Für diese Wetten soll der Spieler sein Login bei der Person, die die Plattform verwaltete - meist Besitzer eines Geschäfts oder einer Gaststätte -, gekauft haben. Dieses ermöglichte ihm dann, mehrere Tipps abzugeben. Ein Konto kostet in der Regel zwischen zehn und 30 Euro, die dem Spieler als Guthaben zur Verfügung stehen. Im Falle eines Sieges wird das Geld vom Verwalter der Webseite ausgezahlt. Für die illegalen Wetten werden meist Server benutzt, die sich außerhalb Portugals befinden. Der Zeitung „Diário de Notícias“ zufolge sollen die Server in Luxemburg mittlerweile vom Netz genommen worden sein.


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Eigentlich sind sie nichts anderes als einarmige Banditen, so wie sie nur in Spielkasinos erlaubt sind. Dennoch stehen die Automaten in Gaststätten im ganzen Land und fristen ihr Dasein als Internetterminals in einer Grauzone.
Borne Internet,Le business des machines à sous illégales“.