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Ichthyosaurier bremst Gefängnisbau nicht
Lokales 08.10.2015 Aus unserem online-Archiv
Sassenheim

Ichthyosaurier bremst Gefängnisbau nicht

Keine Riesenmaulwürfe, sondern Archäologen sind derzeit unweit der WSA-Hallen in Sassenheim aktiv. Und haben u. a. die Wirbelsäulenfragmente eines Ichthyosauriers gefunden.
Sassenheim

Ichthyosaurier bremst Gefängnisbau nicht

Keine Riesenmaulwürfe, sondern Archäologen sind derzeit unweit der WSA-Hallen in Sassenheim aktiv. Und haben u. a. die Wirbelsäulenfragmente eines Ichthyosauriers gefunden.
Foto: Nicolas Anen
Lokales 08.10.2015 Aus unserem online-Archiv
Sassenheim

Ichthyosaurier bremst Gefängnisbau nicht

Seit einigen Wochen sind Archäologen unweit der WSA-Hallen in Sassenheim am Werk. Bisher konnten u. a. Wirbelsäulenfragmente eines Ichthyosauriers gefunden – doch nichts, was den Gefängnisbau 
hinausschieben dürfte.

(na) - Man könnte sich von jemandem, der gerade ein fossiles Wirbelsäulenfragment eines Ichthyosauriers gefunden hat, erwarten, dass er stolz sei. Immerhin ist es um die 180 Millionen Jahre her, dass solche Fischsaurier in den Urmeeren, die einst auch unsere Gegenden bedeckten, schwammen.

Doch der Archäologe Julien Biver nimmt dies relativ gelassen hin. „Das Gebiet, in dem wir arbeiten, ist eigentlich mehr für Geologen als für Archäologen interessant“, erklärt er. Dies weil außer einigen Keramikteilen bisher kaum Spuren einer menschlichen Aktivität dort aufzutreiben waren.

Was den Archäologen enttäuscht, freut das Ministerium

Wirbelsäulenfragmente eines Ichthyosauriers wurden in Sassenheim gefunden. Dabei handelt es sich um einen Fischsaurier der vor etwa 180 Millionen Jahren in den Urmeeren, die einst auch unsere Gegenden bedeckten, lebte.
Wirbelsäulenfragmente eines Ichthyosauriers wurden in Sassenheim gefunden. Dabei handelt es sich um einen Fischsaurier der vor etwa 180 Millionen Jahren in den Urmeeren, die einst auch unsere Gegenden bedeckten, lebte.
Foto: Archeo Constructions

Was den Archäologen kalt lässt, dürfte aber das Nachhaltigkeitsministerium freuen. Denn dies bedeutet, dass der Bau des geplanten Gefängnisses in Sassenheim nicht wegen zusätzlicher archäologischer Untersuchungen verschoben werden muss.

Auf Nachfrage beim Ministerium hieß es, dass der Bau der Zufahrtsstraße zum zukünftigen Gefängnis in den kommenden Tagen ausgeschrieben werden soll. Demnach dürften diese Arbeiten in den nächsten Monaten beginnen. Danach sollen dann die eigentlichen Bauarbeiten starten.

Neue Zufahrtsstraße geplant

Geplant ist das Gefängnis unweit der WSA-Hallen, auf Feldern, die im Westen an den CR 110, die Sassenheim mit Niederkerschen und Ehleringen verbindet, grenzen.

Östlich befinden sich die Einrichtungen der „Warehouse Service Agency“ (WSA) sowie der CR 178, der Zolver mit Limpach verbindet. Geplant ist, eine Zufahrtsstraße zum Standort zu bauen, die auch beide zuvor genannten Straßen miteinander verbinden soll. 400 Personen in Untersuchungshaft, also juristisch gesehen unschuldig, sollen in der Haftanstalt untergebracht werden können – und so das Gefängnis in Schrassig entlasten.

Noch bis zum 20. Oktober werden aber Julien Biver und seine Mannschaft ihre Arbeiten fortsetzen. Neben den Wirbelsäulenfragmenten des Ichthyosauriers haben sie übrigens auch mehrere Belemniten gefunden, Fossilteile von Ur-Kalmaren. Doch auch dieser Fund hat beim Archäologen keine Freudensprünge ausgelöst.


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