Wählen Sie Ihre Nachrichten​

"Ich habe meine Töchter nie angefasst"
Lokales 22.03.2019

"Ich habe meine Töchter nie angefasst"

Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.

"Ich habe meine Töchter nie angefasst"

Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 22.03.2019

"Ich habe meine Töchter nie angefasst"

Im Prozess gegen einen Vater der drei seiner Töchter sexuell missbraucht haben soll, stritt der Angeklagte am Freitag erneut alle Vorwürfe ab.

(SH) - „Ich habe nie eine meiner Töchter angefasst.“ Der 62-jährige Mann, der sich seit Dienstag vor der Kriminalkammer des Bezirksgerichtes Luxemburg verantworten muss, weil er zwischen 2006 und 2012 drei seiner Töchter vergewaltigt und misshandelt haben soll, stritt am Freitag alle in seinen Augen „nicht fundierten Vorwürfe“ ab.

Hatte er beim Untersuchungsrichter noch angegeben, einvernehmlich eine sexuelle Beziehung zu dem ältesten der Mädchen, das zu diesem Zeitpunkt bereits volljährig war, gehabt zu haben, so wollte er nun hiervon nichts mehr wissen. „Diese Beziehung gab es nie“, so der Angeklagte.


Vater wegen Missbrauchs seiner Töchter vor Gericht
Ein Vater soll seine Töchter vergewaltigt und missbraucht haben. Nun muss er sich vor Gericht verantworten. Er streitet die Vorwürfe ab.

Auf die Frage, warum er dies dann beim Untersuchungsrichter zugegeben hatte, erklärte er, er sei immer wieder danach gefragt worden. Sein damaliger Anwalt habe ihm empfohlen, die Beziehung einzugestehen, da diese ja nicht strafbar sei. Dies habe er dann auch getan. Er habe Revanche nehmen wollen, da innerhalb der Familie Gerüchte aufgekommen waren, dass er und seine Tochter sich zu nahe seien. „Sie haben die Beziehung durch ihre Gedanken entstehen lassen“, so der Beschuldigte.

Einfluss der Mutter

Dass seine Töchter ihn überhaupt der Vergewaltigung beschuldigen würden, erkläre sich wohl dadurch, dass sie durch ihre Mutter, von der er sich bereits in den 1990er-Jahren getrennt hatte, beeinflusst wurden. Sie habe die Töchter auf den Philippinen, dem Herkunftsland der Familie, großgezogen – „im Hass, weil den Mädchen immer wieder gesagt wurde, dass ich sie nicht unterstütze“.

Zu den Vorfällen soll es gekommen sein, nachdem der Mann seine Töchter 2006 nach Luxemburg holte. Seiner damaligen Frau hatte er erzählt, die Mutter der Mädchen sei verstorben. Das entsprach jedoch nicht der Wahrheit.

Am Mittwoch, wenn der Prozess fortgeführt wird, sollen neben dem Angeklagten auch sein Verteidiger und die Staatsanwaltschaft zu Wort kommen.

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Das Selbstverständnis eines Mörders
Der Mord am 7. Januar 2015 in einem Hinterhof in Esch/Alzette scheint von langer Hand geplant worden zu sein. Als der Angeklagte am Montag vor Gericht angehört wurde, befasste er sich aber mehr mit sich selbst, als mit der Bluttat.
Jamek M. hatte ein Waffenversteck in seinem Wagen eingerichtet. Kein Beweis für Vorsatz, sagt sein Verteidiger.