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"Ich habe alles verloren"
Die Halle des Showtime ist eingefallen.

"Ich habe alles verloren"

Foto: Nicolas Anen
Die Halle des Showtime ist eingefallen.
Lokales 6 2 Min. 03.07.2018

"Ich habe alles verloren"

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Am Tag nach dem Großbrand in der Escher Rue d'Audun erzählen zwei Personen, die über dem Lokal "Standing" gewohnt haben, wie sie den Brand erlebt haben. 40 Personen wurden von der Stadtverwaltung in Hotels untergebracht.

Am Tag nach dem Großbrand in der Rue d'Audun riecht es im Viertel immer noch stark nach verbrannt. Vor dem "Standing" steht Latifa Dridech und schaut in den Eingangsbereich. "Ich bin 15 Minuten vor dem Brand aus dem Haus gegangen", erzählt sie. Danach konnte sie nicht mehr hinein. Ihr PC aber auch Wertsachen seien immer noch dort oben. In welchem Zustand wisse sie nicht. Sie wohnte im vierten Stock.

Die Nacht im Hotel

Die Nacht hat sie im Hotel verbracht. Die Stadt Esch hatte dies organisiert. Wie es weiter gehen soll, weiß sie nicht. "Schon am Morgen gegen 9 Uhr wurde gestern am Dach des Nebengebäudes gearbeitet. Der Lärm war phasenweise so laut, dass es in der Wohnung vibrierte. Wie wenn ein großes Flugzeug über das Haus fliegt". Des Lärms überdrüssig ging sie am frühen Nachmittag aus dem Haus. Und sollte wie gesagt nicht mehr zurückkehren.

"Ich habe alles verloren"

Neben ihr steht Atasse Accoh, ihr Nachbar vom dritten Stock. Er war gerade in Thionville, als es in Esch brannte. "Ich habe alles verloren", sagt er. Auch er weiß nicht, wie es weitergehen soll. Ihm wurde ebenfalls angeboten, in einem Hotel zu übernachten. Das Angebot schlug er aus, er ging zu einem Bekannten. "Ich wohnte seit zwei Jahren hier", sagt er noch. Wo er die nächste Nacht verbringen wird, wusste er am Dienstagmorgen noch nicht.

40 Personen in Hotels untergebracht

Wie es von Seiten der Gemeindeverwaltung am Dienstagnachmittag hieß, werde nun von Tag zu Tag geschaut, wer wieder einziehen könne und wer nicht. Personen die aus Sicherheitsgründen nicht wieder in ihre Wohnung dürfen, werden einstweilen weiterhin in Hotels untergebracht. Insgesamt hat die Stadt Esch 40 Personen für die Nacht zum Dienstag in Hotels unterbringen lassen.

Dies weil nicht nur die Bewohner der abgebrannten Gebäude nicht nach Hause konnten, sondern auch Anrainer aus Sicherheitsgründen nicht zurück in ihre Wohnung dürften. Nun werde man von Fall zu Fall vorgehen, erklärte Naima Xhafa, Sozialarbeiterin bei der Stadt Esch. Wie viele die Nacht zum Mittwoch noch in einem Hotel verbringen würden, sei schwer vorauszusagen. Man werde auch die Lage dieser Personen verfolgen und ihnen zur Hilfe stehen, versciherte Schöffe Andre Zwally.

Die Stadtverwaltung kommt für diese Hotelkosten auf, erklärte  Bürgermeister Goerges Mischo noch. Andre Zwally fügte dem hinzu, dass die Stadt sich darüber Gedanken machen wird, über Notwohnungen zu verfügen. Gestern am Abend waren die Escher Hotels voll besetzt, so dass manche Personen auch in Hotels in Nachbargemeinden untergebracht werden mussten.  


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