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„Ich dachte, er wäre tot“
Lokales 18.06.2019

„Ich dachte, er wäre tot“

Bei der Schlägerei an Valentinstag 2016 war offenbar reichlich Alkohol im Spiel. Einzig die Zeugin, die gestern vor der Strafkammer angehört wurde, war wohl nüchtern.

„Ich dachte, er wäre tot“

Bei der Schlägerei an Valentinstag 2016 war offenbar reichlich Alkohol im Spiel. Einzig die Zeugin, die gestern vor der Strafkammer angehört wurde, war wohl nüchtern.
Foto: Steve Remesch
Lokales 18.06.2019

„Ich dachte, er wäre tot“

Im Prozess um eine gewaltsame Auseinandersetzung zwischen Polizisten, Soldaten und Zivilisten nach einem Diskobesuch, wurden am Dienstag Zeugen angehört.

(str) - Als „den Kleinen, den Breiten und den Unscheinbaren“, bezeichnete eine Zeugin am Dienstag am zweiten Verhandlungstag die drei angeklagten Polizeibeamten in einem Prozess um eine gewaltsame Auseinandersetzung zwischen Polizisten, Soldaten und Zivilisten am Valentinstag 2016 in der hauptstädtischen Rue de Bouillon.

Sie, die wohl als einzige am Tatort nicht betrunken war, schilderte glaubwürdig und kohärent, wie zunächst ein Bekannter von ihr, ein Soldat, die drei Polizisten als „Poliziste vun Déifferdeng“ bezeichnet habe – ohne dabei beleidigend zu sein, wie sie hervorhob.


Nach Dienstschluss hatten Polizisten am 14. Februar 2016 eine Diskothek in der hauptstädtischen Rue de Bouillon aufgesucht. Stunden später kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung.
Prügelei nach der Nachtschicht
Nach einem Discobesuch geraten in der hauptstädtischen Rue de Bouillon am Valentinstag 2016 Polizisten und Soldaten aneinander. Nun hat ihre Schlägerei ein Nachspiel vor Gericht.

Dann erzählte sie, wie ihr zweiter Begleiter zu den drei Beamten gegangen sei und mit diesen geredet habe. Der Ton sei bald lauter geworden. Ihr Begleiter habe einen der Beamten von sich gestoßen, woraufhin alle drei Polizisten mit Fäusten auf den jungen Mann eingeschlagen hätten, bis dieser bewusstlos zu Boden ging. „Ich dachte, er wäre tot“, meinte sie. "Er bewegte sich nicht mehr."

Beleidigungen, die keiner hört

Die Aussagen einer weiteren Zeugin waren weit weniger kohärent und teils im Widerspruch zu anderen Erkenntnissen. Allerdings erläuterte sie, dass sie jenen der Polizisten, der während der gesamten Schlägerei am brutalsten aufgetreten sei, als Türsteher aus zwei hauptstädtischen Diskotheken kenne.

Zudem betonte sie bei der Schlägerei seien Sätze gefallen, wie Schäiss Neger, géi zeréck an däi Land“. Diesen Satz hat aber wohl niemand anderes gehört, genau wie jener, den die Polizisten zu ihrer Verteidigung vorbringen: „Sale flic, je vais te tuer“.

Jener Zeuge, dem die rassistischen Bemerkungen wohl gegolten haben sollen, damals ein Armeevolontär, beschrieb genau wie andere Zeugen, den „Breiten“ unter den Polizisten als denjenigen, der gar nicht mehr zu beruhigen gewesen sei und immer weiter Streit gesucht habe.

Er selbst sei, von einem der anderen Polizisten in den Würgegriff genommen worden, als er versucht habe, Streitende zu trennen.

Der Prozess wird am Mittwoch mit der Anhörung der acht Angeklagten fortgesetzt.


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