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Hunde als Bedrohung?
Leitartikel Lokales 2 Min. 26.11.2013 Aus unserem online-Archiv

Hunde als Bedrohung?

Leitartikel Lokales 2 Min. 26.11.2013 Aus unserem online-Archiv

Hunde als Bedrohung?

Raphael Zwank
Raphael Zwank
Hunde sind gute Freunde des Menschen und leisten ihm wertvolle Dienste, sei es als Blindenhund, als Rettungshund oder ganz einfach als treuer Begleiter. Leider gibt es aber auch Schattenseiten. Zwei traurige Fälle ereigneten sich innerhalb weniger Tage.

Hunde sind gute Freunde des Menschen und leisten ihm wertvolle Dienste, sei es als Blindenhund, als Rettungshund oder ganz einfach als treuer Begleiter. Leider gibt es aber auch Schattenseiten.

Zwei traurige Fälle ereigneten sich innerhalb weniger Tage. In Wasserbillig wurde am Samstag vor einer Woche der kleine Hund einer Spaziergängerin von zwei größeren Artgenossen angegriffen und so schwer verletzt, dass er eingeschläfert werden musste.

Glücklicherweise handelte es sich beim Opfer nicht um ein kleines Kind. Am vergangenen Samstag kam es zu einem weiteren Vorfall: Ein Pudel wurde von einem Staffordshire-Mischling totgebissen. Laut Polizei hatte der Pudel sich auf den Staffordshire-Mischling, der an der Leine geführt wurde, gestürzt.

Demnach war zwar ein „Listenhund“ im Spiel, doch zuerst angegriffen hat er der Polizei zufolge nicht. Die Diskussion über Listenhunde wurde in vielen Ländern sehr aufgeregt geführt – auch in Luxemburg.

Im Gesetz vom 9. Mai 2008 wurden Sonderbestimmungen für „potenziell gefährliche Hunde“ festgehalten. Dazu zählen „Staffordshire Bullterrier, (englische) Mastiffs, American Staffordshire Terrier, Tosa und Arten von Pitbulls und Boerbulls, die aufgrund ihrer morphologischen Eigenschaften mit den Rassehunden vergleichbar sind“.

Das Landwirtschaftsministerium genehmigt den Erwerb eines solchen Tieres, wenn der Halter einen „Befähigungsnachweis“ vorlegt, der belegt, dass er erfolgreich an einer Schulung teilgenommen hat, die mindestens zwölf Stunden gedauert haben muss. Zudem muss der Hund während 24 Stunden Dessurkurse absolvieren.

Sind nach den jüngsten Vorfällen Nachbesserungen im Hundegesetz erforderlich? Vorstellbar wären theoretisch z. B. die Ausdehnung der obligatorischen Schulung der Halter und der Dressurkurse auf andere Hunderassen oder Stichproben, ob die Praxis das hält, was die Theorie verspricht. Allerdings bleiben Vorfälle dieser Art sehr selten – so selten, dass sich die Frage aufdrängt, ob es sinnvoll wäre, administrative Hürden und zeitaufwändige Schulungen für alle Hundebesitzer einzuführen.

Denn ein Tier bleibt ein Tier. Eine 100-prozentige Sicherheit, dass es nicht zu einem Vorfall kommt, kann auch die strengste Gesetzgebung nicht erreichen. Dass alle Hunde außerhalb des Hauses ständig einen Maulkorb tragen müssen, kann nicht die Lösung sein. Auch eine Erweiterung der Gruppe der „Listenhunde“ wäre schwierig.

Beim Vorfall in Wasserbillig handelte es sich um Schäferhund-Mischlinge – es hätte sich aber auch um viele andere Rassen handeln können. Und jeder Hund ist einzigartig. Der Charakter des jeweiligen Tieres spielt eine große Rolle, aber auch die Erziehung und die Lebensbedingungen wirken sich auf sein Verhalten aus.

Die bestehende Gesetzgebung bietet den Bürgern die Möglichkeit, die Veterinärverwaltung über Hunde, die als mögliche Bedrohung angesehen werden, zu informieren. Daraufhin führt die Veterinärverwaltung einen Hausbesuch durch, bzw. verschafft sich auf neutralem Terrain ein Bild des betroffenen Hundes.

Wenn die Veterinärverwaltung jedoch festhält, dass der betreffende Hund keine Gefahr für Menschen und Tiere darstellt, müssen die Kosten von dem Bürger, der die Veterinärverwaltung informiert hat, übernommen werden. Der Schritt sollte also nur in wirklich schwerwiegenden Fällen getan werden ...