Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Housing-First für obdachlose Frauen
Lokales 03.01.2022 Aus unserem online-Archiv
Parlamentarische Anfrage

Housing-First für obdachlose Frauen

Das Leben auf der Straße ist besonders für Frauen hart.
Parlamentarische Anfrage

Housing-First für obdachlose Frauen

Das Leben auf der Straße ist besonders für Frauen hart.
Foto: Anouk Antony
Lokales 03.01.2022 Aus unserem online-Archiv
Parlamentarische Anfrage

Housing-First für obdachlose Frauen

Ältere Menschen, die auf der Straße leben, sind besonders gefährdet. Für sie und auch für obdachlose Frauen sind neue Anlaufstellen geplant.

(fjä) Noch im Laufe dieses Jahres soll ein Housing-First-Projekt speziell für Frauen umgesetzt werden. Das geht aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage zum Thema Hilfen für obdachlose Menschen an Familienministerin Corinne Cahen (DP) hervor, die der Abgeordnete Marc Goergen (Piraten) stellte.

Housing-First setzt auf Wohnen ohne Bedingungen und soll obdachlose Menschen ohne Umwege – beispielsweise ohne erzwungene Alkoholentziehungskuren – von der Straße holen. Die erste Einrichtung, die sich ausschließlich an obdachlose Frauen richtet, ist im Mai vergangenen Jahres mit der Halte de nuit pour femmes in Bahnhofsnähe in der Rue Michel Welter eröffnet worden und wird von der Caritas betrieben. Finanziell unterstützt wird das Projekt vom Familienministerium. Maximal zehn Frauen können hier übernachten. 


WortFR, Wanteraktioun, WAK,  Coronavirus, Covid-19, Foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
Wanteraktioun geht erneut in die Verlängerung
Normalerweise dauert die Wanteraktioun für Menschen ohne Wohnsitz vom 1. Dezember bis zum 31. März. Aufgrund der Corona-Pandemie bleibt das Nachtfoyer in Findel nun aber bis Ende Juni geöffnet.

Nun arbeite man allerdings an der Errichtung einer dauerhaften Lösung, damit speziell obdachlose Frauen langfristig eine Wohnung beziehen und parallel sozial betreut werden können. Außerdem sei eine Struktur geplant, in der ältere obdachlose Menschen untergebracht werden, denn diese benötigen eine intensivere Betreuung. Wie es weiter heißt, soll zudem die genaue Zahl der obdachlosen Menschen in Luxemburg zukünftig erfasst werden, um zielgerichteter handeln zu können. 

Wie aus der Antwort auf die parlamentarische Anfrage auch hervorgeht, haben zwischen Mitte November 2020 und Ende März 2021 818 Menschen in der Wanteraktioun in Findel übernachtet. In der covidbedingten Verlängerung zwischen dem 1. April und 30. Juni 2021 waren es 643 Personen. Was sozialen und bezahlbaren Wohnraum angeht, seien im Jahr 2020 4.278 Menschen in entsprechende Strukturen untergebracht worden.

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Die Stadt Esch gibt mit dem Kauf eines Gebäudes dem Nachtfoyer Abrisud endlich eine Perspektive. Für Schöffin Mandy Ragni ein letztes, großes Dossier, bevor sie ihren Posten an die CSV abgegeben wird.
Gespräch im Abrisud mit Escher Sozialschöffin Mandy Ragni, photo : Caroline Martin
Jeder Fünfte in Luxemburg lebt in Angst, mit seinem Einkommen nicht über die Runden zu kommen. Die Politik ist sich nicht genügend bewusst, was das für die Menschen bedeutet.
Obdachlose finden während den Wintermonaten in den Foyers der Wanteraktioun eine Unterkunft und eine warme Mahlzeit.