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Hoteliers im Müllerthal müssen Saisonbeginn verschieben
Lokales 2 Min. 19.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Hoteliers im Müllerthal müssen Saisonbeginn verschieben

Die Hotelbetriebe überbrücken die Durststrecke, indem sie ihr Personal in Kurzarbeit schicken.

Hoteliers im Müllerthal müssen Saisonbeginn verschieben

Die Hotelbetriebe überbrücken die Durststrecke, indem sie ihr Personal in Kurzarbeit schicken.
Foto: Shutterstock
Lokales 2 Min. 19.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Hoteliers im Müllerthal müssen Saisonbeginn verschieben

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Zimmer und Lobbys bleiben in den Hotels im Müllerthal wohl noch wochenlang leer. Die Betriebe hoffen nun auf die Zeit nach der Corona-Krise.

 Die Corona-Krise hat die Hotel- und Tourismusbranche im Müllerthal kalt erwischt. Viele Hotelbetriebe wollten am vergangenen Wochenende nach der Winterpause die Saison einläuten – und müssen den Start nun wohl um viele Wochen aufschieben. 

„Die Betriebe hatten größtenteils ihr Personal schon engagiert, die Mitarbeiter hatten schon begonnen zu arbeiten“, erklärt Sandra Bertholet, Geschäftsführerin des ORT Müllerthal. Mangels Kunden gibt es für die Beschäftigen jetzt kaum etwas zu tun: Viele Hotels müssen für ihre Mitarbeiter Kurzarbeit beantragen.

Strenge Auflagen für Campingplätze

Durch den auf ungewisse Zeit verschobenen Saisonstart würden den Betrieben im Gastgewerbe große wirtschaftliche Nachteile entstehen, meint Sandra Bertholet. Campingplätze dürfen laut den aktuellen Vorgaben zwar noch geöffnet haben, weil dort wegen des größeren Abstands die Ansteckungsgefahr geringer eingeschätzt wird. Dennoch gelten für die Sanitärbereiche strenge Auflagen, sie müssen mehrmals am Tag desinfiziert werden. Deshalb hätten nur eine Handvoll Campingplätze im Müllerthal noch geöffnet.

Sandra Bertholet, Geschäftsführerin des ORT Müllerthal, sieht nach der Krise Chancen für den regionalen Tourismus.
Sandra Bertholet, Geschäftsführerin des ORT Müllerthal, sieht nach der Krise Chancen für den regionalen Tourismus.
Foto: Gerry Huberty

Zwar waren die Wanderwege Anfang dieser Woche noch gut besucht, doch fast nur von Einheimischen. „Seien wir mal ehrlich: Für Touristen gibt es zurzeit nicht viel zu unternehmen. Sie können die Wanderwege benutzen, aber alle Attraktionen wie Museen, Kultureinrichtungen und Sehenswürdigkeiten sind geschlossen.“


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Verändertes Reiseverhalten

Die ORT-Geschäftsführerin macht sich jetzt schon Gedanken um die Zeit nach den Einschränkungen durch die Corona-Krise. Ihrer Ansicht nach könnte die Wander- und Outdoor-Region Müllerthal durchaus von einem veränderten Reiseverhalten profitieren: „Ich denke, dass die Menschen nach der Krise wahrscheinlich von Flugreisen absehen und dafür Urlaub in der näheren Umgebung machen“, sagt sie. Sie denkt dabei an Ziele in einer Entfernung von zwei bis drei Autostunden. Das Müllerthal wäre somit für Touristen aus Ballungsräumen wie dem Rhein-Main-Gebiet, dem Rheinland sowie aus Belgien und den Niederlanden interessant. 

Flexibilität behalten

„Die Menschen wollen eine gewisse Flexibilität behalten, sodass sie ihren Wohnort bei Bedarf schnell wieder erreichen können“, meint Sandra Bertholet. Genau wie die Unternehmen im Gastgewerbe hofft sie auf steigende Buchungen nach der Krise. „Das wird allerdings nur geschehen, wenn die Leute sich das noch leisten können“, meint Sandra Bertholet und verweist auf die noch unklaren Folgen der Krise für Unternehmen und Beschäftigte.

Ein Lob spricht sie den schnellen Hilfen des Wirtschafts- und Tourismusministeriums für die Betriebe des Gastgewerbes aus: „Die Ministerien haben rasch reagiert und Unterstützung, wie etwa Kurzarbeit, angeboten.“


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