Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Horesca: Rauchverbot ist existenzbedrohend!
Lokales 2 Min. 25.03.2014

Horesca: Rauchverbot ist existenzbedrohend!

Horesca: Rauchverbot ist existenzbedrohend!

Foto: Marc Wilwert
Lokales 2 Min. 25.03.2014

Horesca: Rauchverbot ist existenzbedrohend!

Die Horesca macht sich wegen des Rauchverbots in Gaststätten große Sorgen. Drastische Umsatzeinbußen seien in den vergangenen Monaten verzeichnet worden.

(mth) -Eine Umfrage des Gaststättenverbands Horesca, der seine Mitglieder über die Auswirkungen des generellen Rauchverbots befragt hat, das seit dem 1. Januar 2014 in Kraft ist, liefert erste konkrete Zahlen. Demnach beziffern die meisten Gastwirte die durch ausbleibende Kundschaft verursachte Umsatzeinbuße mit 25 Prozent – eine Größenordnung, die besonders für viele kleine Gaststätten existenzbedrohend sei, wie der Verbandsvorsitzende Alain Rix am Montag auf der Generalversammlung unterstrich: „Es geht vielen kleinen Gaststätten an den Pelz. Die Wirte wenden sich an uns und wollen wissen, was zu tun sei. Da herrscht Panik, viele fürchten um ihre Existenz.“

Zwei Millionen Liter Bier weniger verkauft

Auch bei den Getränkegroßhändlern geht laut Umfrage das Verbot richtig ins Geld: Auch wenn die Auswirkungen des Verbots noch nicht vollständig spürbar seien, gehe man dort von einem Umsatzrückgang von fünf bis zehn Prozent aus. Allein beim Verkauf von Bier bedeute dies, dass jährlich zwei Millionen Liter Bier weniger verkauft würden, was einer Einbuße von fünf bis sieben Millionen Euro entspreche. Darin seien Verluste durch Speisen und andere Getränke noch nicht enthalten. Viele kleine Kneipen müssten jedoch zusätzlich eine Tageskarte anbieten, um überhaupt über die Runden zu kommen. Mit den kleinen Dorfkneipen, die besonders gefährdet seien, verschwänden auch soziale Treffpunkte, die für ältere Menschen und Vereine oft eine wichtige Rolle spielen würden.

Angesichts derartiger Verluste stünden die Gastwirte zudem vor der schwierigen Entscheidung, ob sie in einen kostspieligen Raucherbereich investieren sollten, was viele sich ohnehin nicht leisten könnten. Zudem sei ein derartiges Risiko schwer tragbar, da es keinerlei Gewissheit gebe, ob Raucherbereiche nicht auch eines Tages vom Verbot betroffen sein werden.

Ein weiteres Problem sei die Trägheit der Genehmigungsprozedur für Raucherbereiche: Viele Gastwirte haben einen gesonderten Bereich beantragt, warten aber immer noch auf eine Antwort.Zwischenzeitlich blieben jedoch die Kunden aus. Der Gaststättenverband rät seinen Mitgliedern, statt eines Raucherbereichs ganz auf den Terrassenbetrieb zu setzen, der zudem den Vorteil biete, dass dort die Bedienung der Gäste möglich sei.

Kein Handlungsbedarf bei E-Zigaretten

Ein weiteres heikles Thema im Zusammenhang mit dem Rauchverbot betrifft die sogenannte E-Zigarette, die laut Gesetz nicht vom Verbot betroffen ist. Die Regierung plant jedoch, das Gesetz anzupassen, sodass schon im zweiten Halbjahr 2014 der Gebrauch von E-Zigaretten in Gaststätten ebenfalls verboten ist. Ein Vorhaben, das bei der Horesca auf wenig Begeisterung stößt: „Die E-Zigarette muss bleiben, wir sehen da keinen Handlungsbedarf“, so Alain Rix.

Die Horesca wolle sich nicht zum „Lobbyisten der Tabakindustrie“ machen, aber es sei im Endeffekt der Kunde, der die Entscheidung treffe und es dem Gastwirt erlaube, von seiner Arbeit zu leben, was auch der Wirtschaft und dem Arbeitsmarkt zugute kommt. Laut einer Studie von E&Y schuf das Gaststättengewerbe allein 2010 mehr als 33 000 Arbeitsplätze und auch 2013 hätte das Gewerbe viele Neuanstellungen getätigt.