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Holtz: 100.000 Liter Gülle ausgelaufen
Lokales 4 2 Min. 01.12.2021
Nouthemer Baach und Attert verschmutzt

Holtz: 100.000 Liter Gülle ausgelaufen

Die Attert beim Grenzübertritt in Niederkolpach.
Nouthemer Baach und Attert verschmutzt

Holtz: 100.000 Liter Gülle ausgelaufen

Die Attert beim Grenzübertritt in Niederkolpach.
Foto: Carlo Nilles
Lokales 4 2 Min. 01.12.2021
Nouthemer Baach und Attert verschmutzt

Holtz: 100.000 Liter Gülle ausgelaufen

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Im Westen des Landes hat es eine größere Umweltverschmutzung gegeben. Wasserwirtschaftsamt und CGDIS bemühen sich, den Schaden einzugrenzen.

In Holtz hat es eine größere Umweltverschmutzung gegeben. Das bestätigt die Administration de la Gestion des Eaux dem „Luxemburger Wort“ auf Nachfrage hin. 

Auf einem landwirtschaftlichen Betrieb sind wegen eines technischen Problems mit einem Gülleseparator in der Nacht zum Dienstag große Mengen an flüssigem Kuhdung freigesetzt worden. Der Betreiber der Anlage schätzt die Menge auf rund 100.000 Liter ein.

Die Gülle hat sich dabei in die Kanalisation ergossen, ist weiter durch die Kläranlage in einen Zufluss der Noutemerbaach geflossen. 

Diese läuft nach neun Kilometern bei Grendel in Belgien in die Attert, die ihrerseits bei Niederkolpach wieder die Luxemburger Grenze überquert. Meldungen gegenüber dem „Luxemburger Wort“ zufolge sollen dort in der Attert auch tote Fische zu sehen sein. 

Die Attert am Mittwochnachmittag bei Niederkolpach.
Die Attert am Mittwochnachmittag bei Niederkolpach.
Foto: Carlo Nilles

Um den Schaden schnellstmöglich einzugrenzen, wurde zunächst die Verschmutzung auf dem landwirtschaftlichen Hof gestoppt und Absorptionsmittel im Bach eingesetzt. Gemeinsam mit dem CGDIS und dem Abwassersyndikat Siden wurden zudem Belüfter in der Attert eingesetzt. Damit wird versucht, einem Sauerstoffrückgang im Fluss entgegenzuwirken. 

Schadensausmaß noch unklar

Zum Umfang des Schadens könne man aktuell noch nicht mehr sagen, heißt es vom Wasserwirtschaftsamt. Es sei aber klar, dass es sich um eine größere Verschmutzung handelt. 

Erst im vergangenen März hatte es ein massives Fischsterben in der Attert gegeben. Hintergrund war damals ein Sickerbrand in einer Biogasanlage im belgischen Grendel. Infolgedessen waren große Mengen Biomassenabwasser in die Attert geflossen. 

Eine schwerwiegende Umweltverschmutzung mit Gülle gab es auch im April, als rund 15.000 Liter Jauche in die Schwarze Ernz geflossen waren. An jenem Tag war zwischen Grundhof und Vugelsmillen ein Lastwagen von der Straße abgekommen, einen Abhang hinuntergerutscht, zur Seite gekippt und hatte die Hälfte des Tankinhalts verloren. 

Zuletzt hatte es im September eine Panne auf einem großen landwirtschaftlichen Betrieb in Waldbillig gegeben. Hier hatte sich eine sehr große Menge an Gülle über den Hof ergossen und war durch die Kanalisation und die örtliche Kläranlage in die Waldbëllegerbaach und weiter in die Schwarze Ernz gelangt. 

Kritik vom Sportfischerverband 

Am Mittwochabend hat auch die Fédération luxembourgeoise des pêcheurs sportifs per Stellungnahme reagiert. Deren Präsident, Jos Scheuer, betont darin, dass die Häufung sogenannter Unfälle, die zur Gewässerverschmutzung führen, viele Fragen zur Informations-, Präventions- und Sanktionspolitik der Regierung in puncto Naturschutz aufwerfe. 

Auch fordert Scheuer Aufklärung zu den Hintergründen und Folgen der Verschmutzung der Noutemerbaach und der Attert sowie zu den rechtlichen Konsequenzen. Zudem wird auch die Informationspolitik bemängelt. Derartige Vorfälle dürften nicht unter den Teppich gekehrt werden, heißt es.

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