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Hoffnung durch Musik
Im Mai gibt der Luxemburger David Ianni sechs Konzerte in Deutschland. Der Auftakt zu der besonderen Konzertreihe fand am Hauptbahnhof in Luxemburg statt.

Hoffnung durch Musik

Foto: Guy Jallay
Im Mai gibt der Luxemburger David Ianni sechs Konzerte in Deutschland. Der Auftakt zu der besonderen Konzertreihe fand am Hauptbahnhof in Luxemburg statt.
Lokales 2 16.05.2018

Hoffnung durch Musik

Sandra SCHMIT
Sandra SCHMIT
Es müssen nicht immer pompöse Konzertsäle sein; der Pianist und Komponist David Ianni spielt im Mai an ungewöhnlichen Orten: an Bahnhöfen. Damit will er Leukämie-Kranken Hoffnung geben.

Menschen hasten geschäftig vorbei, der schrille Ton einer Trillerpfeife ertönt, man hört den Lärm eines abfahrenden Zuges. Dazwischen: sanfte Klänge. Sie stammen von einem roten Klavier. Die Finger des klassischen Pianisten und Komponisten David Ianni fliegen über die schwarz-weißen Tasten des Instruments. Mit der Präsentation seines Liedes „Friends“ fällt der offizielle Startschuss zu einer Reise mit dem „Train of Hope“.

Die Fahrt mit dem Sonderzug startet in Luxemburg und führt den Pianisten quer durch Deutschland. An den Bahnhöfen von München (23. Mai), Stuttgart (24. Mai), Köln (25. Mai), Leipzig (26. Mai) und Hamburg (27. Mai) wird David Ianni in den nächsten Tagen Konzerte geben. Die letzte Station ist Berlin, wo der Künstler am 28. Mai in die Tasten haut.

Spender werden

Das Datum des letzten Konzertes ist nicht zufällig gewählt, denn es ist der Weltblutkrebstag. Mit dem „Train of Hope“ soll nämlich die Öffentlichkeit für das Thema Blutkrebs sensibilisiert werden, um neue Knochenmarkspender zu finden.

Denn erkrankt man heute an Leukämie, liegt die Wahrscheinlichkeit, einen passenden Spender zu finden, bei eins zu einer Million, wie Claude Hemmer, Präsident des gemeinnützigen Vereins Don de Moelle aus Luxemburg, erklärt. Gemeinsam mit der Organisation Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) unterstützt der Verein David Iannis Projekt.

Das Thema Blutkrebs liegt dem Künstler persönlich am Herzen, denn David Ianni musste selbst die schmerzliche Erfahrung machen, dass diese Diagnose jeden treffen kann. So starben sein Großvater und seine Freundin Lisa Berg, eine Luxemburger Cellistin, an der Krankheit. „Wenn man sich als Spender registrieren lässt, kann man vielleicht schon mit dieser kleinen Geste Leben retten“, sagt David Ianni.

Außergewöhnlich sind nicht nur die Schauplätze der Konzerte, auch das Klavier ist einzigartig, denn es wurde von Kindern in Berlin, in Zusammenarbeit mit dem Künstler Raphael Gindt bemalt. David Ianni nennt es liebevoll Hoffnungsklavier. Nach der Aktion „Train of Hope“ wird das Instrument für den guten Zweck versteigert; bis zum 10. Juni können Interessierte online unter dem Stichwort Hoffnungsklavier ihr Gebot abgeben.


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