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Hochwasserrisiken auf einen Blick
Lokales 3 Min. 17.06.2019

Hochwasserrisiken auf einen Blick

Das Hochwasser in Remich im Januar 2018.

Hochwasserrisiken auf einen Blick

Das Hochwasser in Remich im Januar 2018.
Foto: Chris Karaba
Lokales 3 Min. 17.06.2019

Hochwasserrisiken auf einen Blick

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Die komplett überarbeiteten Hochwasserrisikokarten sollen Gemeinden und Bürger vor Überraschungen schützen.

Rund 20 000 Menschen sind in Luxemburg bei einem tausendjährigen Hochwasserszenario in Gefahr. Bis zu 487 Hektar Siedlungsfläche und rund 3700 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche wären betroffen. Dies geht aus den neu berechneten und seit Montag veröffentlichen Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten hervor. "Auf Basis dieser Karten, die vom Wasserwirtschaftsamt erarbeitet wurden, können wir potenzielle Gefahrenstellen erkennen und dementsprechende planerische, politische und technische Entscheidungen treffen", so Umweltministerin Carole Dieschbourg.

Karten angepasst

Das Kartenwerk wird auf Basis einer europäischen Richtlinie alle sechs Jahre überprüft und angepasst. Es betrifft nur die sogenannten klassischen Hochwasserlagen entlang der Bäche und Flüsse, nicht aber die sogenannten Sturzfluten wie sie 2016 und 2018 in Ermsdorf und im  Müllertal beobachtet wurden. Hier soll ein eigenes Kartenmaterial bis Frühling 2020 erstellt werden. "Wir haben mit modernsten dreidimensionalen Modellisierungsmethoden gearbeitet und dabei für jeden Flusslauf die einzelnen Hochwasserszenarien durchgerechnet", so Christine Bastian, Hydrologin im Wasserwirtschaftsamt. Auf Basis der Hochwasserereignisse von 2011 und 2016 und des Impaktes künftiger Hochwasser auf die menschliche Gesundheit, die Umwelt, das Kulturerbe und die wirtschaftlichen Tätigkeiten wurden sogenannte Risikogewässer festgelegt. Insgesamt sind es deren in der Zwischenzeit bereits 17, Korn und Gander wurden zuletzt in die Liste aufgenommen.



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Anhand der Karten auf Geoportail.lu kann man also feststellen, ob das eigene Grundstück innerhalb einer solchen Risikozone liegt. Unterschieden wird dabei zwischen häufigen Ereignissen HQ 10, eher seltenen Ereignissen HQ 100 und sehr seltenen Extremereignissen HQ extrem, wie sie nur alle 1000 Jahre auftreten. „Es wird aber niemandem untersagt werden, in solchen Gebieten zu bauen“, so der Direktor des Wasserwirtschaftsamtes Jean-Paul Lickes. „Wir werden aber Empfehlungen und Auflagen aussprechen, wie man in einer solchen Zone bauen sollte, um Schaden für sich und andere abzuwenden“.

Einspruch möglich

Die Karten, die jetzt vorliegen, ersetzen die bestehenden und werden auch eine rechtliche Grundlage haben. Dies allerdings erst, nachdem die öffentliche Prozedur mit Einspruchsmöglichkeit abgelaufen ist (siehe Kasten). Laut Umweltministerin Dieschbourg würde das vom neuen Kartenmaterial erfasste Gebiet aber nur an wenigen Punkten von den Grundstücken abweichen, die bereits in dem bisherigen Kartenmaterial als Hochwassergebiet eingestuft waren. „Die meisten Gemeinden und Einwohner kennen ohnehin die lokalen Problemzonen, größere Überraschungen gibt es nicht.“ Einzig in Steinsel und Walferdingen wurden weitere Grundstücke in die Risikozone mit einbezogen.



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