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HIV-Selbsttest ab sofort erhältlich
Lokales 11.07.2019

HIV-Selbsttest ab sofort erhältlich

In Frankreich gibt es die Selbsttests bereits seit 2015 in der Apotheke zu kaufen.

HIV-Selbsttest ab sofort erhältlich

In Frankreich gibt es die Selbsttests bereits seit 2015 in der Apotheke zu kaufen.
Foto: Lex Kleren
Lokales 11.07.2019

HIV-Selbsttest ab sofort erhältlich

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
In weniger als 15 Minuten kann nun jeder einen HIV-Selbsttest zu Hause durchführen. Erhältlich ist dieser in der Apotheke und bald auch im Supermarkt.

Es braucht nur einen kleinen Tropfen Blut aus der Fingerbeere, um Gewissheit zu haben. Bislang wurden HIV-Tests nur an ausgewählten Anlaufstellen (etwa beim Roten Kreuz oder in Krankenhäusern) gratis und anonym angeboten. Von heute an sind sie auch für etwa 25 Euro in den Apotheken in Luxemburg erhältlich. Ab Ende November dann auch in den Supermärkten.


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In nächster Zukunft soll der Zugang zu den sogenannten Aids-Selbsttests vereinfacht werden.

„Damit soll den Menschen die Scham genommen werden, die sie ohne Grund haben, um sich zu testen“, erklärt Gesundheitsminister Etienne Schneider während einer Pressekonferenz am Donnerstag. „Durch die einfache Verfügbarkeit sollen sich Personen nun nicht mehr nur nach risikoreichem Sexualverhalten testen lassen, sondern regelmäßig einen Test durchführen.

Der HIV-Selbsttest kann aber erst nach einigen Wochen und bis zu drei Monaten nach einer möglichen Infektion durchgeführt werden, da sich dann erst HIV-Antikörper im Blut gebildet haben, die auf die Infektion hinweisen. Die Zuverlässigkeitsquote des Selbsttests liegt bei 99,9 Prozent.

Erst mehrere Wochen nach einer Infektion kann der Test durchgeführt werden.
Erst mehrere Wochen nach einer Infektion kann der Test durchgeführt werden.
Foto: Lex Kleren

Für den Fall, dass er positiv ausfällt, sind im Beipackzettel in vier Sprachen Kontaktstellen vermerkt. Erst eine Blutabnahme kann ein 100 Prozent sicheres Resultat bringen. Wird die Infektion früh genug erkannt, kann eine Aids-Erkrankung verhindert werden.

Rückgang der Neuinfektionen

Eine gute Nachricht kommt außerdem von Carole Devaux, der Präsidentin des Aids-Komitees: Seit 2013 ist die Zahl der Neuinfektionen mit 43 im vergangenen Jahr zum ersten Mal rückläufig. 2017 waren es noch 60 Neuinfektionen.


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Besonders in der Präventivarbeit mit Drogensüchtigen konnte, unter anderem durch die Verteilung von Gratisspritzen, das Infektionsrisiko gesenkt werden. Eine leichte Steigerung ist dagegen bei den Neuinfektionen von homo- und bisexuellen Männern zu erkennen. „Neben der Sensibilisierung dieser Zielgruppe sollen aber auch junge Menschen zum Thema Aids und HIV sensibilisiert werden. Sie sollen wissen, wie wichtig es ist, sich zu schützen“, betont der Minister.

In Luxemburg leben schätzungsweise rund 1.200 Personen, die HIV-positiv sind. Das Aids-Komitee geht davon aus, dass 15 Prozent (180 Personen) sich ihrer Infektion nicht bewusst sind. „Nur wer von seiner Infektion weiß, kann das Ausbrechen der Erkrankung stoppen und seinen Partner vor einer Übertragung schützen“, betont Etienne Schneider.



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