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Hitze im Auto: Lebensgefahr für Kind und Tier
Lokales 2 Min. 27.05.2017 Aus unserem online-Archiv

Hitze im Auto: Lebensgefahr für Kind und Tier

Wer ein Kind im Wagen zurücklässt, bringt es in Lebensgefahr.

Hitze im Auto: Lebensgefahr für Kind und Tier

Wer ein Kind im Wagen zurücklässt, bringt es in Lebensgefahr.
Foto: Shutterstock
Lokales 2 Min. 27.05.2017 Aus unserem online-Archiv

Hitze im Auto: Lebensgefahr für Kind und Tier

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Die Sonne hat Luxemburg fest im Griff. Die Hitze kann jedoch gefährlich werden, insbesondere wenn Kinder oder Tiere im Auto zurückgelassen werden. Besteht Lebensgefahr für einen Menschen, müssen Zeugen handeln.

(SH) - Strahlender Sonnenschein und Temperaturen über 30 Grad Celsius an diesem Wochenende. Der Sommer macht sich über Luxemburg breit – und mit ihm auch seine Vor- und Nachteile.

Denn so manch einem Autofahrer graut es vor der Hitze. Insbesondere dann, wenn er seinen Wagen für eine mehr oder weniger lange Zeit in der Sonne abgestellt und sich das Innere deshalb auf saunaähnliche Temperaturen aufgeheizt hat.

Immer wieder sind sich jedoch Menschen der Gefahren, die hierdurch entstehen, nicht bewusst. Und so hinterlassen sie, während sie ihre Einkäufe oder sonstige Besorgungen tätigen, Kleinkinder, die gerade schlafen, oder Tiere, die keinen Zutritt zum Geschäft haben, im Wagen. Es sei ja nur für ein paar Minuten – heißt es dann oft.

Es droht Lebensgefahr

Doch diese paar Minuten können bereits fatale Folgen haben, denn das Innere des Autos hitzt sich in der prallen Sonne innerhalb kürzester Zeit stark auf. Einer amerikanischen Studie zufolge, kann innerhalb weniger Minuten bereits Lebensgefahr drohen. So ließen die Forscher einen grauen Wagen mit grauen Sitzbezügen bei 35 Grad Celsius Außentemperatur in der Sonne stehen. Nach einer halben Stunde lag die Innentemperatur bei 51, nach einer Stunde bei über 60 Grad.

Grafik: Sabina Palanca

Da zudem die Luftbewegung fehlt – daran ändert auch ein Fenster, das einen Spalt weit geöffnet ist kaum etwas –, erhitzt der Körper in einem Auto schneller als an der frischen Luft. Besonders gefährlich ist die Hitze für Kleinkinder, denn diese können sie schlechter ausgleichen. Die Körpertemperatur steigt an – es droht Lebensgefahr. Denn ab einer Körpertemperatur von 42 Grad Celsius versagen die Organe und der Hitzetod tritt ein.

Es muss gehandelt werden

Gefahr besteht jedoch nicht nur 
für Kinder, sondern auch für Tiere. Hunde werden beispielsweise zu oft alleine im Wagen zurückgelassen.

Doch wie können Zeugen in einem Notfall reagieren? „Ist ein Leben in Gefahr, muss jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten helfen“, erklärt die Polizei. Falls ein Menschenleben in Gefahr ist, darf gar ein Autofenster eingeschlagen werden, um die betroffene Person zu retten. Strafbar macht sich der Retter in diesem Fall nicht. Dies wäre vielmehr der Fall, wann der Zeuge nicht reagiert hätte. Denn dann müsste wegen unterlassener Hilfeleistung mit Folgen rechnen werden.

Hund ist nicht gleich Kind

Anders ist die Lage, wenn sich ein Tier in Gefahr befindet – etwa ein Hund oder eine Katze, die in einem Wagen eingesperrt sind. Diesem Lebewesen muss zwar auch geholfen werden, allerdings sind hierfür nur weniger drastische Maßnahmen zugelassen. Zeugen sollten die Polizei alarmieren, die den Gesetzesverstoß feststellen und sich um die Rettung des Tieres kümmern kann, das gegebenenfalls in einem Tierheim unterkommt.

Bevor ein Polizeibeamter jedoch ein Fenster einschlägt, muss er Rücksprache mit einem Vertreter der Staatsanwaltschaft nehmen. Ihr unterliegt es nämlich, zu entscheiden, ob dies im konkreten Fall erlaubt ist.

Dieses Vorgehen erklärt sich dadurch, dass die Beschädigung eines Fensters mit einer maximalen Haftstrafe von drei Jahren strenger bestraft wird als die Tierquälerei. Denn wohl verbietet das Gesetz es, ein Tier zu töten oder ihm Leid zuzufügen. Die maximale Haftstrafe liegt hierfür jedoch bei sechs Monaten.

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