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Historiker prüfen Luxemburger Mitschuld an Judendeportationen
Haben sich die luxemburgischen Behörden in der Zeit nach dem Einmarsch der Deutschen mitschuldig gemacht?

Historiker prüfen Luxemburger Mitschuld an Judendeportationen

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Haben sich die luxemburgischen Behörden in der Zeit nach dem Einmarsch der Deutschen mitschuldig gemacht?
Lokales 01.03.2013

Historiker prüfen Luxemburger Mitschuld an Judendeportationen

Premierminister Jean-Claude Juncker will die Rolle der Luxemburger Verwaltungskommission in der Zeit nach der deutschen Invasion von eigens beauftragten Historikern unter die Lupe nehmen lassen.

(aa) - Im September 2012 entschuldigte sich der belgische Premier Elio Di Rupo bei der jüdischen Gemeinschaft für die Mitschuld der belgischen Behörden an den Judendeportationen vor rund 70 Jahren.

Gewisse historische Unschärfe

Premierminister Jean-Claude Juncker möchte nun Historiker damit beauftragen, "die Periode nach dem deutschen Einmarsch in Luxemburg aufzuarbeiten und die Rolle der luxemburgischen Verwaltungskommission sowie ihre aktive Beteiligung an den Deportationen zu prüfen".

Was die Ereignisse dieser Epoche angehe, liege eine gewisse historische Unschärfe vor, so Juncker in seiner Antwort auf die parlamentarische Anfrage des LSAP-Abgeordneten Ben Fayot. Der hatte den offenen Brief eines Historikers an Juncker zum Anlass genommen, sich über den Fortgang zu informieren.

Kritischer Blick auf die Ereignisse

Juncker hält es für "geboten und notwendig", die Recherche zu den Ereignissen dieser Periode zu vertiefen. Eigens beauftragte Historiker sollten einen "kritischen Blick auf die fraglichen Ereignisse werfen". Nur auf dieser Grundlage werde man fundierte Schlüsse ziehen können, ob sich die Verwaltungskommission seinerzeit mitschuldig gemacht habe oder nicht.

Was die Empfehlungen anbelange, die 2009 von der "Kommission zur Untersuchung des Raubs jüdischen Besitzes in Luxemburg" ausgesprochen wurden, sei er mit dem Präsidenten des israelitischen Konsistoriums übereingekommen, dass man gemeinsam an der Umsetzung der Vorschläge arbeiten werde, so Juncker.