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Hilfe für ältere Menschen
Lokales 3 Min. 23.01.2016 Aus unserem online-Archiv
Glatteis

Hilfe für ältere Menschen

Für viele Leute mit eingeschränkter Mobilität führt Glatteis schnell mal zu einer Ausnahmesituation.
Glatteis

Hilfe für ältere Menschen

Für viele Leute mit eingeschränkter Mobilität führt Glatteis schnell mal zu einer Ausnahmesituation.
Foto: Diana Hoffmann
Lokales 3 Min. 23.01.2016 Aus unserem online-Archiv
Glatteis

Hilfe für ältere Menschen

Wer räumt den Schnee auf dem Bürgersteig? Wer geht einkaufen bei Schneefall und wie komme ich bei Glatteis zum Arzt, wenn mal was passiert? Alles Fragen, die für Menschen mit eingeschränkter Mobilität in diesen Tagen umso relevanter werden. Was viele nicht wissen lesen Sie hier.

(dho) - Wenn es draußen schneit oder gefriert, trauen sich einige Menschen, die nicht mehr so sicher auf den Beinen sind, oft nicht aus dem Haus, da Rutschgefahr besteht. Was sie aber wissen sollten: Auch kurzfristig können die meisten Gemeinden und private Dienstleister sporadisch Abhilfe schaffen und den Betroffenen helfen, ihren Alltag zu meistern.

Angebote für zu Hause

Stellen wir uns nun vor, Frau Kinnen (74) oder Herr Lahur (86) aus Differdingen schauen morgens aus dem Fenster und es hat geschneit. Alles weiß! Eigentlich müsste jeder Hausbesitzer den Schnee räumen, doch Frau Kinnen kann das seit einem Sturz nicht mehr selber machen. Daher ist sie froh, dass sie beim „Centre d'initiative et de gestion local“ (Cigl) anrufen kann, der das für sie erledigt.

Nach etwas Warten ist Domenico vom Cigl für sie da. Nachdem Schnee und Eis entfernt sind, fährt er dann weiter zu Herr Lahur. Eine Glühbirne vor dem Haus muss gewechselt werden. Wegen der rutschigen Treppen traut sich Herr Lahur dies nicht selber zu. Für Domenico aber kein Problem.

Es ist mittlerweile später Morgen. Frau Kinnen möchte frühstücken. Aus dem Haus muss sie dafür heute nicht. Einige Supermärkte und kleine Läden um die Ecke liefern nämlich nach Hause. Um 9.30 Uhr klingelt es an der Tür und die Lieferung ist da. Das Frühstück bereitet sie sich selber zu.

Auch Herr Lahur wollte für sein Essen nicht vor die Tür. Kurz vor Mittag klingelt es an der Tür. Der Service „Essen auf Rädern“ bringt das Mittagessen. „Es gibt Hähnchen heute, guten Appetit Herr Lahur“, begrüßt und verabschiedet sich die junge Frau an der Tür. Auch diese Dienstleistung kann relativ spontan in Anspruch genommen werden.

Für Frau Kinnen ist nun Mittagsruhe angesagt – während ihre Freundin eigentlich ins Krankenhaus müsse, um einen Verband zu wechseln. Doch auch diese möchte nicht bis zum Bus laufen. Sie nutzt einen privaten Pflegedienst, der die nötige Hilfeleistung anbietet und zu ihr nach Hause kommt.

Am Nachmittag fährt vor Frau Kinnens Tür der Bus des Senior Clubs vor. Heute steht ein Ausflug in ein Einkaufszentrum an. Der sympathische Busfahrer hilft ihr über den Bürgersteig in den Bus. „Wenigstens ist es im Einkaufszentrum nicht kalt“, denkt sich Frau Kinnen und steigt ein, wissend, dass sie direkt vor der Tür aussteigen kann.

Ein Telealarm für Sicherheit

Herr Lahur schaut am Abend fern. Sein Freund Paul hat ihn leider versetzt. Der möchte bei dem Wetter nicht Auto fahren. Also muss Herr Lahur sich selber ums Essen kümmern. Kein Problem, denn einen Lieferdienst hat heutzutage fast jedes Restaurant. Und auch wenn er nun alleine zu Hause ist und ein Buch liest, bis er einschläft, fühlt er sich sicher – dank des Telealarms. Im Notfall muss er lediglich einen Knopf drücken und es wird Hilfe alarmiert.

Nicht nur in Differdingen, sondern auch in vielen anderen Gemeinden des Landes gibt es Hilfsdienste, die auch sporadisch genutzt werden können. Informationen gibt es bei jeder Gemeindeverwaltung.

Nützliche Infos: Wenn man mal nicht vor die Tür kann

Angebote für ältere Personen oder Hilfsbedürftige (aufgrund einer Krankheit oder Behinderung):

  • Einen Nachbarschaftsdienst gibt es in den meisten Gemeinden. Er bietet Unterstützung bei kleineren Arbeiten rund ums Haus, z. B. den Bürgersteig frei von Schnee und Eis zu halten. Das Angebot ist jedoch zeitlich begrenzt.
  • Essen auf Rädern: Organisationen wie das „Rote Kreuz“ bringen Mittagessen auf Bestellung vorbei. Dies ist noch einige Tage zuvor bestellbar und wird dann am Vormittag vorbei gebracht. Man sollte sich bei der Gemeinde informieren, welcher Dienst in der Gemeinde tätig ist.
  • Einkäufe: Viele Supermärkte oder auch kleine Lebensmittelläden liefern nach Hause. Bestellung ist per Telefon oder Internet möglich. Einen Überblick gibt es hier.
  • Freizeit: Für die Freizeitgestaltung gibt es in vielen Gemeinden Organisationen wie den Club Senior oder 
Amiperas. Infos unter Senior hier.
  • Telealarm: Für den Notfall bieten einige Stiftungen wie „Hëllef Doheem“ einen Hausnotrufdienst an, der bei einem Sturz ausgelöst wird oder über einen Knopf an einem Armband aktiviert werden kann und den Notruf so an eine Zentrale weiterleitet. Infos unter der Nummer 402080 oder hier.
  • Allgemeine Informationen über mögliche Hilfsangebote gibt es beim Familienministerium unter der Nummer 247 86544