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Hilfe aus der Luft: Über den Einsatz von Löschhelikoptern
Lokales 2 Min. 09.09.2019

Hilfe aus der Luft: Über den Einsatz von Löschhelikoptern

Damit Piloten der Luxembourg Air Rescue (LAR) mit dem sogenannten Bambi Bucket – einem großen Wasserbehälter – am Helikopter fliegen dürfen, brauchen sie eine entsprechende Ausbildung.

Hilfe aus der Luft: Über den Einsatz von Löschhelikoptern

Damit Piloten der Luxembourg Air Rescue (LAR) mit dem sogenannten Bambi Bucket – einem großen Wasserbehälter – am Helikopter fliegen dürfen, brauchen sie eine entsprechende Ausbildung.
Foto: Lex Kleren
Lokales 2 Min. 09.09.2019

Hilfe aus der Luft: Über den Einsatz von Löschhelikoptern

Sandra SCHMIT
Sandra SCHMIT
Wenn es im Großherzogtum brennt, stehen Löschhelikopter zur Verfügung - das geht aus den Antworten von Innenministerin Taina Bofferding (LSAP) auf drei parlamentarische Anfragen hervor.

Ein heißer Sommer liegt hinter dem Großherzogtum, in dem die Einsatzkräfte des Corps grand-ducal d'incendie et de secours (CGDIS) alle Hände voll zu tun hatten. Denn mehrere Male wüteten in Luxemburg die Flammen. Vor allem nach dem Großbrand auf einem Feld in Hamm am 25. Juli wurde viel über den Einsatz von Löschhelikoptern oder -flugzeugen diskutiert. Und auch die drei Abgeordneten Gusty Graas (DP), Marc Spautz (CSV) und Sven Clement (Piratenpartei) richteten parlamentarische Anfragen zu diesem Thema an Innenministerin Taina Bofferding (LSAP).


Lokales,Feldbrand in Hamm,CGDIS. Feuerwehr,Brand,Feuer,Hitze,Sommerhitze. Foto. Gerry Huberty/Luxemburger Wort
Handarbeit im Feuer
Vegetationsbrände haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Sie stellen Rettungsdienste vor große Herausforderungen. Der CGDIS setzt auf Ausbildung und spezifisches Material.

Aus den Antworten von Taina Bofferding geht hervor, dass die Luxembourg Air Rescue (LAR) über einen sogenannten Bambi Bucket verfügt – ein großer Wasserbehälter, der an einem Hubschrauber befestigt wird und dann zum Löschen von Flammen genutzt werden kann. Um aber damit fliegen zu dürfen, brauchen Piloten eine spezifische Ausbildung – die ihren Preis hat.

Dem Innenministerium zufolge spreche nichts dagegen, über die Übernahme von eventuellen Kosten dieser Ausbildung für Piloten zu diskutieren. Allerdings habe die LAR bislang keinen Antrag für eine Kostenübernahme gestellt.

Kostenfrage unbeantwortet

Die Verantwortlichen der LAR und des CGDIS hätten zwar bereits über das Thema gesprochen, allerdings eher oberflächlich, wie Innenministerin Taina Bofferding beschreibt. Die Frage des Abgeordneten Sven Clement, wie viel diese Ausbildung pro Pilot denn kostet, lässt die Innenministerin in ihrer Antwort unbeantwortet.

Klar ist: Die Regierung hat kürzlich zwei neue Hubschrauber vom Typ Airbus H145M für Polizei und Armee bestellt. Diese sind so ausgestattet, dass auch ein Bambi Bucket daran befestigt werden kann. Derzeit wird laut Innenministerin von der Polizei, der Armee aber auch vom CGDIS geprüft, wie diese Helikopter künftig genutzt werden sollen. Denn in erster Linie seien diese für zivile Noteinsätze gedacht.

Ein Bambi Bucket bei Bränden in Spanien im Einsatz.
Ein Bambi Bucket bei Bränden in Spanien im Einsatz.
DPA: AFP

Die Innenministerin verweist darauf, dass durch den sogenannten „Mécanisme de protection civile de l'Union européenne“ (EUCPM) alle EU-Länder bei Großbränden jederzeit Hilfe aus der Luft anfordern können, also auch Luxemburg.

Außerdem gebe es seit Jahren Konventionen zwischen dem Großherzogtum und seinen Nachbarländern – seit 1962 mit Frankreich, seit 1970 mit Belgien und seit 1978 mit Deutschland –, die festhalten, dass die angrenzenden Länder Luxemburg aus der Luft unterstützen, wenn hierzulande Hilfe gebraucht wird.

Löschhelikopter nicht benötigt

Dementsprechend will der DP-Abgeordnete Gusty Graas wissen, ob während des Brandes in Hamm Hilfe aus der Luft im Ausland angefordert wurde. Taina Bofferding verneint dies und weist darauf hin, dass die Einsatzkräfte des CGDIS nicht auf eine solche Unterstützung angewiesen waren. Die Feuerwehr wurde der Flammen selbst Herr, demnach wurde kein Löschhelikopter benötigt.

Dieser sei nämlich nicht bei jedem Brand das ideale Mittel. In Luxemburg handelt es sich laut Taina Bofferding bei Vegetationsfeuer meist um Bodenbrände, die sich in der Regel eher langsamer verbreiten – im Gegensatz zu solchen Bränden, wie sie in südeuropäischen Ländern vorkommen, wenn innerhalb kürzester Zeit große Flächen von harzhaltigem Holz brennen. Wegen der Charakteristika der Brände im Großherzogtum sei deren Bekämpfung deshalb meist Handarbeit, die vom Boden aus erfolgt.

Die Ministerin weist auch darauf hin, dass das Löschen per Helikopter oder Flugzeug nicht zu jedem Zeitpunkt möglich ist. Von Einsätzen im Ausland wisse man, dass aus Sicherheitsgründen und aufgrund schlechter Sichtverhältnisse während der Nacht beispielsweise nicht aus der Luft gelöscht werden kann, da es zu gefährlich ist.


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