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Heute ist Welt-Alzheimertag: Das Tabu brechen
Lokales 3 Min. 21.09.2015

Heute ist Welt-Alzheimertag: Das Tabu brechen

Mit der steigenden Lebenserwartung steigt auch das Risiko einer Demenz-Erkrankung.

Heute ist Welt-Alzheimertag: Das Tabu brechen

Mit der steigenden Lebenserwartung steigt auch das Risiko einer Demenz-Erkrankung.
Foto: Shutterstock
Lokales 3 Min. 21.09.2015

Heute ist Welt-Alzheimertag: Das Tabu brechen

„Bonjour an Awuer – Demenz ass keen Tabu“ heißt das Projekt, welches das Familienministerium am heutigen Welt-Alzheimertag präsentiert. Und es gibt weitere, neue Hilfsangebote.

Von Rita Ruppert

Zurzeit leben 6 500 bis 7 000 Demenzkranke in Luxemburg, zwei Drittel dieser Menschen sind von der Alzheimer-Krankheit betroffen. Hilfsangebote für Betroffene und deren Familien sind notwendig, denn Experten rechnen mit einem Anstieg der Demenz-Patienten in den kommenden Jahrzehnten. 

Präsentation in der "Coque"

Mit dem Projekt „Bonjour an Awuer – Demenz ass keen Tabu“, verwirklicht vom Musiker Serge Tonnar und demenzkranken Menschen, soll das Tabu gebrochen werden. Am Montagabend wird es ab 18 Uhr im Amphitheater der „Coque“ in Kirchberg vorgestellt. Im Rahmen des nationalen Aktionsplan gegen Demenz hatte das Familienministerium ein Lied in Auftrag gegeben. Serge Tonnar hat es mit mehr als 150 demenzkranken Menschen, deren Familienmitgliedern und Pflegepersonal aufgenommen. Ein Clip und ein Dokumentarfilm („Making of“) wurden von Jacques Molitor realisiert. 


Daneben gibt es weitere Neuigkeiten für Betroffene und ihre Familien. Die Planungen für ein nationales Informationszentrum zum Thema Demenz sind laut Denis Mancini, Mitglied des Direktoriums der „association luxembourg alzheimer“ (ala), weit fortgeschritten. Diese neue Struktur, die auf Betreiben des Familienministeriums entsteht, soll Ende 2015 eröffnet werden.

Auf der Suche nach einem Grundstück

Derzeit sind über 200 Menschen auf Wartelisten (Präventiv- resp. Dringlichkeitsliste), um im Wohn- und Pflegeheim „Beim Goldknapp“ in Erpeldingen/Sauer aufgenommen zu werden. Die Verantwortlichen der ala, die diese Struktur betreibt, sind denn auch auf der Suche nach einem Grundstück, um einen weiteren Bau errichten zu können.

Weil die Nachfrage von Patienten aus dem Süden des Landes sehr groß ist, strebt der Bauherr danach, sich in einer Süd-Gemeinde anzusiedeln. Dazu braucht es allerdings Partner, denn allein kann die ala ein solches Projekt finanziell nicht stemmen.

„Memory Coach“ im Amt

Unterdessen hat Laura Piron ihre Arbeit als „Memory Coach“ vor wenigen Tagen aufgenommen. Der „Memory Coach“ ist ein Baustein des nationalen Demenz-Präventionsplanes. Ziel dieser Maßnahme ist es, den Demenz-Patienten in einem sehr frühen Stadium zu informieren und zu beraten.

Der „Memory Coach“ erstellt für den Betroffenen einen individuellen Plan (Ernährungsratschläge, geistiges Training, körperliche Fitness). Ziel ist es, den Demenzkranken zu stärken sowie ihn und seine Angehörigen zu unterstützen.

Ihre Arbeit hat Laura Piron bereits im Juli beim „Programme Démence Prévention“ (pdp) begonnen; sie wurde von Prof. Dr. Tobias Hartmann in der Demenzprävention ausgebildet. Die Sprechstunden finden in den „Maisons médicales“ im Süden, Zentrum und Norden  des Landes statt. Sie werden nach Absprache mit dem Teilnehmer ganz individuell vereinbart in der Zeit zwischen 8 bis 19 Uhr.

Beratung und Begleitung

„Meine Aufgabe ist es, Teilnehmer, die von ihrem Arzt die Frühdiagnose einer Alzheimererkrankung oder vaskulären Demenz erhalten haben, zu beraten und zu begleiten. Außerdem biete ich den Teilnehmern Präventionsmaßnahmen an, mit denen Sie ihr Demenzrisiko verringern können. Dieser Präventionsplan wird individuell nach dem Risikoprofil und den Interessen des Teilnehmers erstellt“, erklärt Laura Piron.

„Als persönlicher Memory Coach unterstütze und motiviere ich den Teilnehmer, diese Präventionsmaßnahmen umzusetzen und begleite ihn im Laufe des Programmes. Wichtig ist es, dass der Betroffene und seine Angehörigen mit ihre Diagnose nicht alleine gelassen werden und mit ihren Fragen und Sorgen auf eine Vertrauensperson zurückgreifen können“, ergänzt sie.  Die Teilnahme ist freiwillig und kostenlos.

Personen mit einer entsprechenden Frühdiagnose können sich jederzeit direkt bei ihr melden (info@demenz.lu). Wer besorgt ist, aber noch keine Diagnose hat, sollte sich zunächst an seinen Arzt wegen einer entsprechenden Untersuchung wenden. Ärzte, die Informationen zum pdp wünschen, können sich selbstverständlich ebenfalls gerne an Laura Piron wenden.

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