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Hesperingen: Veruntreuung in Millionenhöhe
Lokales 16.07.2019 Aus unserem online-Archiv

Hesperingen: Veruntreuung in Millionenhöhe

Hesperingen: Veruntreuung in Millionenhöhe

Photo: Charlot Kuhn
Lokales 16.07.2019 Aus unserem online-Archiv

Hesperingen: Veruntreuung in Millionenhöhe

Drei Wochen nachdem die Veruntreuung von Geldern aus der Gemeindekasse öffentlich wurde, kommen jetzt die Hintergründe der Affäre ans Licht.

(c.k.) -  Über ein Geflecht von Scheinfirmen und Falschrechnungen sollen jahrelang zwei kommunale Funktionäre die Gemeindekasse um sehr viel Geld geprellt haben. Die Betrugsmasche und ihre Folgen waren Anlass für eine längere Debatte im Gemeinderat.

Bürgermeister Marc Lies (CSV) sprach von einer unrühmlichen, menschlich enttäuschenden Affäre, die durch reinen Zufall ans Tageslicht kam, ohne den „Zufall“ näher zu definieren.


Hesperange conseil communal du 25.02.2019 / Foto: Charlot KUHN
Gelder veruntreut: Finanzaffäre erschüttert Gemeinde Hesperingen
Ein Unbekannter soll Gelder der Gemeinde Hesperingen auf ein geheimes Konto umgeleitet und Unterschriften gefälscht haben. Der Bürgermeister- und Schöffenrat reichte Anzeige bei der Staatsanwaltschaft ein.

Beim Auffliegen der kriminellen Machenschaften allerdings sollten zwei Mitarbeiter schnell  verdächtigt werden. Während rund 20 Jahren sollen die vereidigten Beamten angeblich gefälschte Abrechnungen zu Unternehmen zertifiziert haben, die es in Wirklichkeit nie gab.

Marc Lies gab keine genauen Zahlen an, Rat Claude Lamberty (DP) sprach indes von Millionen. Die beiden Beamten wurden sofort vom Dienst suspendiert und haben Hausverbot. Die kommunalen Archive wurden blockiert, damit keine Dokumente verschwinden können.

Jahrelang an der Nase herumgeführt

Wie es zurzeit aussieht, haben beide jahrelang ihre Arbeitskollegen und ihre Arbeitgeber an der Nase herumgeführt. Die polizeilichen Ermittlungen sollen alle Fakten und den Modus Operandi aufdecken.

Mehrmals wurde die Frage nach effizienten Kontrollmechanismen gestellt, die Marc Lies bis ins Detail zu erklären versuchte. Fakt bleibt, dass sowohl die internen Administrationswege inklusive der Schöffenrat wie auch die staatlichen Kontrolleure nie Verdacht geschöpft haben.

Minutiöse Aufklärung gefordert

Alle Parteien waren sich einig, dass eine minutiöse Aufklärung und hundertprozentige Transparenz gefordert seien. Claude Lamberty rief die Räte auf, in diesem Dossier zusammenzustehen im Interesse des Vertrauens der Bürger in die Politik und die Gemeindeverwaltung.

Rat Roland Tex (Déi Gréng) wollte wissen, inwieweit die beiden Beamten vielleicht auch ihre Hände bei Projekten respektive Großbaustellen oder sonstigen finanziellen Aktionen im Spiel hatten.

Einstimmig wurde der Schöffenrat ermächtigt, Klage vor Gericht wegen Fälschung und Veruntreuung öffentlicher Gelder zu führen.


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