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Hesperingen: Neue Details zum Betrugsfall
Lokales 18.10.2019 Aus unserem online-Archiv

Hesperingen: Neue Details zum Betrugsfall

Die Beamten sollen während 20 Jahren Gelder der Gemeinde veruntreut haben.

Hesperingen: Neue Details zum Betrugsfall

Die Beamten sollen während 20 Jahren Gelder der Gemeinde veruntreut haben.
Foto: Chris Karaba
Lokales 18.10.2019 Aus unserem online-Archiv

Hesperingen: Neue Details zum Betrugsfall

Über die Veruntreuung von öffentlichen Geldern durch zwei Gemeindebeamte in Hesperingen wird seit Monaten diskutiert. Am Freitag stand Bürgermeister Marc Lies Rede und Antwort.

(LuWo) - Seit Monaten ist die Gemeinde Hesperingen in den Schlagzeilen. Am 21. Juni war bekannt geworden, dass zwei Gemeindebeamte offenbar über zwei Jahrzehnte die Gemeindekasse um einen Betrag in Millionenhöhe geprellt haben. Gestern bezog Bürgermeister Marc Lies (CSV) auf Anfrage von Oppositionsrat Claude Lamberty (DP) Stellung in der Gemeinderatssitzung. 


Die Beamten sollen rund 20 Jahre lang Gelder der Gemeinde veruntreut haben.
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Ans Tageslicht kam die Angelegenheit, nachdem das Einnehmerbüro Rückzahlungen von einer Versicherungsgesellschaft eingefordert hatte, die laut dieser aber längst überwiesen waren. Es stellte sich heraus, dass mehrere Entschädigungen auf ein Konto überwiesen worden waren, das nicht identisch mit jenen der Gemeinde war. 

Ab dem 12. Juni überschlugen sich laut Marc Lies dann die Ereignisse im Gemeindehaus: Die Finanzabteilung informierte den Schöffenrat über Unregelmäßigkeiten. Am 17. Juni beauftragte die Gemeinde Hesperingen ihren Anwalt mit der Anzeige beim Untersuchungsrichter in Luxemburg wegen Veruntreuung und Urkundenfälschung, die dann drei Tage später erfolgte. Gleichzeitig wurde das Gemeindearchiv gesperrt. Ende Juli suspendierte das mit der disziplinarischen Ermittlung beauftragte Regierungskommissariat die beiden Beamten. 

Beamte stehen zu ihrem Fehltritt 

Der Gemeinderat erfuhr weiterhin, dass Anfang Oktober im Beisein der jeweiligen Anwälte eine Unterredung zwischen dem Schöffenrat und den beiden Beschuldigten stattgefunden hat. Bei dieser Gelegenheit sagten Letztere laut dem Gemeindeoberhaupt aus, sie seien schuldig, hätten diese Machenschaften über Jahre begangen und wollten die veruntreuten Gelder integral zurückbezahlen. 


Lokales, Suivi Veruntreuung Gemeindeverwaltung, Gemeindehaus, Foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
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Marc Lies fügte hinzu, dass der Disziplinarkommissar der Gemeindeverwaltung zu gegebener Zeit ein komplettes Dossier zukommen lässt. Dass die beiden Beamten inzwischen in Untersuchungshaft sind, habe der Schöffenrat erst durch die Presse erfahren. 

Neue Prozeduren und doppeltes Kontrollsystem 

Für Rat Claude Lamberty ist es wichtig, dass die Bevölkerung ihr Vertrauen in den Schöffen- und Gemeinderat sowie in die Politik im Allgemeinen wiederfindet. In dieser Hinsicht wies der Bürgermeister auf neue Prozeduren und ein doppeltes Kontrollsystem bei Bestellungen innerhalb der Gemeindeverwaltung hin, damit solche Machenschaften nie mehr vorkommen. Auch ein externes Audit wurde in Auftrag gegeben, um eventuelle Schwachstellen ausfindig zu machen.

Chronologie der Ereignisse:



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