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Heirat gegen den Willen des Großherzogs
Lokales 2 Min. 27.02.2014 Aus unserem online-Archiv

Heirat gegen den Willen des Großherzogs

Hélène Vestur: "Verdächtigungen sind eine schlimme Ungerechtigkeit"

Heirat gegen den Willen des Großherzogs

Hélène Vestur: "Verdächtigungen sind eine schlimme Ungerechtigkeit"
Foto: Anouk Antony
Lokales 2 Min. 27.02.2014 Aus unserem online-Archiv

Heirat gegen den Willen des Großherzogs

Die Liebe zu ihr war einer der Gründe, warum Prinz Jean auf seine Thronfolgerrechte verzichtete. Hélène Vestur, mit der der Prinz 1985 eine diskrete Beziehung begann, war keine Adelige, nicht reich und zudem noch schwanger.

(str) - Die Liebe zu ihr war einer der Gründe, warum Prinz Jean auf seine Thronfolgerrechte verzichtete. Hélène Vestur, mit der der Prinz 1985 eine diskrete Beziehung begann, war keine Adelige, nicht reich und zudem noch schwanger. Im September 1986 gebar sie das erste von vier gemeinsamen Kindern. Für Jean sei die Sache gleich klar gewesen, sagte Hélène Vestur im Zeugenstand aus: Sie sollten heiraten.

Im März 1987 kam es dann zur Hochzeit, ohne den Segen von Großherzog Jean. Es sei aber wohl eher die Großherzogin gewesen, die ihr Einverständnis zur Hochzeit verweigert habe, meinte Hélène Vestur. Die Umstände seien wohl ausschlaggebend gewesen. Die Schwiegereltern hätten sie nicht einmal kennenlernen wollen. Henri und Maria Teresa hätten auch lange Zeit gebraucht, um die Zustimmung der Eltern zu erhalten. Die Ehe von Prinz Jean und Hélène Vestur wurde 2004 nach rund 17 Jahren geschieden.

Die ungeplante Schwangerschaft sei für Prinz Jean ein „déclic“ gewesen, sein Leben frei und unabhängig zu führen. Deshalb habe er sich für seine neue Familie und für eine berufliche Karriere entschieden.

Von den Gerüchten über Prinz Jean im Zusammenhang mit der Bombenattentaten habe sie erst 2006 erfahren. Eine Familie wie die der Großherzogs sei alles andere als transparent und demokratisch, erklärte Hélène Vestur. So habe das Paar beispielsweise erst per Briefpost erfahren, dass der Name ihrer Kinder durch ein „Arrété grand-ducal“ geändert wurde.

Als sie zum ersten Mal von den Gerüchten gehört habe, sei sie verblüfft gewesen – auch über die Dürftigkeit der belastenden Elemente. Dass der Vater zu Unrecht beschuldigt werde, sei eine große Last für die Familie, unterstrich Hélène Vestur. Das sei eine schlimme Ungerechtigkeit.

„Ich verstehe Sie sehr gut“, meinte daraufhin der Beschuldigte Marc Scheer. Verteidiger Me Gaston Vogel betonte gegen die Beschuldigten liege rein gar nichts vor. Gegen den Prinzen spreche nicht nur ein Gerücht sondern auch eine Zeugenaussage – eine Darstellung, die die vorsitzende Richterin nicht unkommentiert im Raum stehen ließ. Immerhin gebe es etwas, das man zwischen Anführungszeichen als Teilgeständnis auslegen könne, sagte Sylvie Conter.