Wählen Sie Ihre Nachrichten​

„Hei wär ee selwer rëm gär Schüler ...“
Das neue Schmuckstück in der Schullandschaft: das „Lycée technique de Lallange“.

„Hei wär ee selwer rëm gär Schüler ...“

Pawlowski Lutz Architectes
Das neue Schmuckstück in der Schullandschaft: das „Lycée technique de Lallange“.
Lokales 4 Min. 15.03.2012

„Hei wär ee selwer rëm gär Schüler ...“

... meinte ein Ministeriumsbeamter bei der Besichtigung des neuen „Lycée technique“ in Esch/Lallingen. Am Montagnachmittag statteten die Minister Claude Wiseler und Mady Delvaux-Stehres zuerst der erneuerte „Annexe Jenker“ des „Lycée technique Mathias Adam“ in Oberkorn und anschließend dem Neubau des technischen Lyzeums in Esch/Lallingen einen Besuch ab.

... meinte ein Ministeriumsbeamter bei der Besichtigung des neuen „Lycée technique“ in Esch/Lallingen. Am Montagnachmittag statteten die Minister Claude Wiseler und Mady Delvaux-Stehres zuerst der erneuerte „Annexe Jenker“ des „Lycée technique Mathias Adam“ in Oberkorn und anschließend dem Neubau des technischen Lyzeums in der Escher Avenue de la Paix im Viertel Lallingen einen Besuch ab. Beide Schulgebäude öffnen in weniger als einem Monat zur diesjährigen „Rentrée“ ihre Türen. Die Abschlussarbeiten laufen auf Hochtouren.

Das neue Schmuckstück in Luxemburgs Schullandschaft dürfte ohne Zweifel das 100 Millionen Euro teure „Lycée technique de Lallange“ sein, das in den kommenden Jahren 1 500 Schüler aufnehmen wird. Vor allem die Sportinfrastrukturen suchen landesweit ihresgleichen und übertreffen sogar bei weitem die Übungsstätte, über die das hauptstädtische Sportlyzeum verfügt.

Ein Schwimmbad mit verstellbarer Bodentiefe, zwei Hallen, ein Kraftraum sowie ein verspiegelter Tanzsaal wurden eingerichtet. In den Außenanlagen befinden sich des Weiteren u. a. ein Fußballfeld und Multisportterrains. Bei aller Sprachlosigkeit über diese Top-Infrastrukturen drängt sich dann doch die Frage auf, ob das hier zur Schau Gestellte nicht weit über die Bedürfnisse eines einfachen technischen Lyzeums hinausgeht.

53 Klassenzimmer

Der Unterricht wird in 53 Klassenzimmern erfolgen. Hinzu kommen zwölf Informatiksäle, fünf Ateliers für handwerklichen Unterricht und acht Laboratorien für naturwissenschaftliche Fächer. Den Schülern stehen des Weiteren ein Empfangsbereich, wo sie sich auch mit Imbissen versorgen können, sowie ein Schulrestaurant mit einem Fassungsvermögen von 450 Plätzen zur Verfügungen. Von 7es bis 13es können die Jugendlichen die gesamte Laufbahn des technischen Sekundarunterrichts in Lallingen absolvieren.

Während der vergangenen Jahre, in denen nach den Plänen der Architekten A.M. Jacek Pawlowski und Jean-Claude Lutz gebaut wurde, waren die Schüler im Victor-Hugo-Gebäude und in der „Annexe Arbed“ in Schifflingen untergebracht. Claude Wiseler in seiner Eigenschaft als Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastrukturen, hob die ökologische Bauweise hervor, in der das Gebäude – wie übrigens alle rezenten Lyzeums-Neubauten – hochgezogen wurde.

Eine Verschalung des Gebäudes mit besonders leistungsfähigen thermischen Isolationen garantiert einen niedrigen Energieverbrauch. Hinzu kommen Fassaden und Dächer, die winddicht sind und eine performante Sonnenschutzvorkehrung. Die Trägheit des Betons ermöglicht zudem, sich im Winter die passive Solarenergie und im Sommer die kühleren Nachttemperaturen zunutze machen zu können.

Das Schwimmbad wird mittels eines Gas-Kraftheizwerks mit Wärme versorgt, derweil die Verwertung erneuerbarer Energien durch Solarzellenpanels auf dem Dach der Sporthalle gewährleistet ist. Claude Wiseler erklärte, dass u. a. das Energiekonzept des Gebäudes einer der Gründe war, warum im Jahr 2002 beschlossen wurde, das an gleicher Stelle bestehende LTL nicht zu sanieren, sondern es komplett durch ein neues Gebäude zu ersetzen: „Die jetzt verwendeten Materialien sind solide, einfach im Unterhalt, öko-freundlich und zudem verhältnismäßig preiswert“

Sanierung und Ausbau

Vor dem Besuch des LTL hatten die beiden Minister in Oberkorn die vergrößerte „Annexe Jenker“ des „Lycée technique Mathias Adam“ (LTMA) mit Sitz in Lamadelaine in Augenschein genommen. Im Gegensatz zum LTL wurden im „Jenker“, wo die 7es- und 8es - Klassen des „régime préparatoire“ des LTMA, sowie zwei „Accueil“-Klassen untergebracht sind, die bestehenden Räumlichkeiten saniert und durch einen Ausbau ergänzt.

„Doch auch hier waren wir vor einigen Überraschungen während der Umbauzeit nicht gefeit“, erinnert sich Claude Wiseler. So haben Statik- und Asbestprobleme einiges an Kopfzerbrechen bereitet. „Eigentlich war geplant, dass der Unterricht auch während des Umbaus für die Schüler normal weiterlaufen sollte. Daran war nach dem Fund von Asbest natürlich nicht mehr zu denken“, weiß auch Unterrichtsministerin Mady Delvaux-Stehres. Trotz allem, so die beiden Regierungsvertreter, sei das Budget vom Architektenbüro Marc Dieschbourg nicht überschritten worden. Knapp 28,6 Millionen Euro hat der Umbau gekostet.

Ein Teil des bestehenden Gebäudes wurde komplett renoviert, ein andere Teil abgerissen und durch einen neuen Flügel ersetzt, der die Ateliers und die Sporthalle beherbergt. Entlang der Rue Pierre Frieden wurde ein zusätzlicher Block gebaut mit Kantine und Küche, einer Bibliothek, dem Konferenzsaal, sowie Klassenzimmern.

Interaktive Tafeln

Als erste Schule des Landes überhaupt wird das für 450 Schüler ausgelegte „Jenker“-Gebäude mit interaktiven Tafeln ausgestattet und somit das Kreidezeitalter beendet. Die Lehrer, die im Vorfeld eine Formation absolviert haben, tippen zukünftig alle Informationen, die sie bislang an die Tafel schrieben, in einen Computer und zeitgleich erscheint der Text auf der großen Tafel. Neben dem auch im LTL angewandten Energie-Spar-Konzept wurde das „Jenker“-Gebäude auch mit einem Schallschutzsystem ausgestattet.

Durch wasserlose Urinierbecken erhofft man sich eine Wassereinsparung von bis zu 200 000 Liter im Jahr. Besonders beeindruckend ist auch im „Jenker“ die komplett mit Holz ausgekleidete Sporthalle. Sowohl hier, als auch im LTL sollen die Sporthallen außerhalb der Unterrichtszeiten auch lokalen Sportvereinen zur Verfügung gestellt werden, erklärten die beiden Direktoren Edgar Müller und Claude Loesch.