Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Hebamme: Ein Beruf mit Nachwuchsproblemen
Lokales 2 2 Min. 15.11.2019

Hebamme: Ein Beruf mit Nachwuchsproblemen

Rund 230 Hebammen kümmern sich im Großherzogtum um Neugeborene und ihre Mütter.

Hebamme: Ein Beruf mit Nachwuchsproblemen

Rund 230 Hebammen kümmern sich im Großherzogtum um Neugeborene und ihre Mütter.
Foto: Guy Jallay
Lokales 2 2 Min. 15.11.2019

Hebamme: Ein Beruf mit Nachwuchsproblemen

Sandra SCHMIT
Sandra SCHMIT
Rund 230 Hebammen gibt es in Luxemburg, doch in der eigenen Sparte kennt der Beruf Nachwuchsprobleme: Nur fünf Schülerinnen schließen jedes Jahr die Ausbildung zur Geburtshelferin ab.

Sie stehen am Anfang von fast jedem Leben: Hebammen. Rund 230 von ihnen gibt es im Großherzogtum. Bei 7.082 Geburten waren sie im vergangenen Jahr dabei, sieben davon waren Hausgeburten. Geburtshelfer arbeiten in Luxemburg als Angestellte oder Freiberufer – größtenteils in Krankenhäusern. Auch machen sie Hausbesuche oder unterrichten beispielsweise angehende Hebammen.


Morgens um 7.30 Uhr in der Maternité des Centre hospitalier de Luxembourg (CHL): Die Hebammen der Nacht- und der Frühschicht treffen sich für einen kurzen Austausch, bevor es weitergeht.
Viel Verantwortung, wenig Wertschätzung
Hebammen fordern seit Jahren bessere Entlohnung und mehr Anerkennung für ihren Berufsstand.

In Luxemburg üben ausschließlich Frauen den Beruf aus, obwohl auch Männer diesen wählen können. „Für die Ausbildung werden auch männliche Schüler zugelassen. Allerdings gab es bisher erst zwei Anfragen von jungen Männern, die den Beruf erlernen wollten. Einer hat dann gar nicht erst an der Schule angefangen, der andere hat abgebrochen“, berichtet Nadine Barthel am Freitagmorgen bei einer Pressekonferenz der Association Luxembourgeoise des sages-femmes (ALSF).

Schwere Ausbildung 

Insgesamt 110 Mitglieder zählt der Verein, der seit 1919 besteht. Dass Schülerinnen den Brevet de technicien supérieur (BTS) zur Hebamme abbrechen, komme immer wieder vor, sagt die Vize-Präsidentin von der ALSF, Yolande Klein. Denn die Ausbildung sei hart: Den Stoff, den Schüler im Ausland innerhalb von vier Jahren lernen würden, müssten die jungen Menschen in Luxemburg in nur drei Jahren absolvieren. Hinzu kämen Praktika während der Ferien.

Das Ergebnis laut Yolande Klein: „Jedes Jahr beenden nur etwa fünf Schülerinnen die Ausbildung. Und wir haben nicht mehr genug Hebammen in Luxemburg.“ Außerdem schließen die Schüler mit einem BTS-Fachdiplom ab und nicht mit einem Bachelor- oder Masterdiplom, wie ihre Kollegen im Ausland. Das verringert die Chancen auf dem Arbeitsmarkt der jungen Hebammen aus Luxemburg. So fordert die ALSF, dass aus der Ausbildung ein Bachelorstudium werden soll, das die Schüler innerhalb von vier Jahr absolvieren

So soll es künftig genug Hebammen geben. Denn deren Anwesenheit ist für Frauen wichtig: „Wenn werdende Mütter in der Schwangerschaft und während der Geburt von Hebammen begleitet werden, führt das dazu, dass es mehr natürliche Geburten sowie weniger Frühgeburten und Kaiserschnitte gibt“, stellt Yolande Klein überzeugt fest. 

Und deshalb hoffen die Verantwortlichen der ALSF darauf, dass ihr Kompetenzbereich per großherzogliche Verordnung ausgeweitet wird – noch im Dezember diesen Jahres soll das geschehen. Die aktuellen Bestimmungen stammen nämlich aus dem Jahr 1981. So soll dann künftig jede werdende Mutter leichter die Hilfe von Hebammen vor, während und auch nach der Geburt in Anspruch nehmen können. 


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Spätes Mutterglück: Erstes Kind mit 31
Durchschnittlich im Alter von 31 Jahren bekommen Frauen in Luxemburg ihr erstes Kind - und werden damit also später Mutter als Frauen in anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union.
Rund fünf Prozent der Frauen im Großherzogtum werden im Alter von 40 Jahren oder später erstmals Mutter.
Drei Jahre nach der Geburt der neuen Maternité
Rund 6.000 Babys kommen im Großherzogtum jedes Jahr zur Welt – ein Großteil davon in der neuen Maternité Grande-Duchesse Charlotte. Im August feiert die Geburtsklinik ihren dritten Geburtstag.
Seit drei Jahren stehen die Türen der Maternité Grande-Duchesse Charlotte Müttern und solchen, die es werden wollen, offen: Mehr als 6 082 Babys sind in den neuen Räumlichkeiten bereits zur Welt gekommen.
Ein Ocki zur Beruhigung
Zu früh geborene Babys brauchen im Brutkasten etwas zum Kuscheln. Genau dafür häkelt eine Gruppe Freiwilliger Ockis, kleine Wolltintenfische, die in Luxemburger Kinderkliniken verteilt werden.
Gehäkelte Plüschkraken für Frühschen in luxemburger Geburtsklinken. Sanne Lange.Foto:Gerry Huberty
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.