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Heartbeat Parade lassen aufhorchen
Heartbeat Parade aus Luxemburg heimsten nach ihrem Auftritt gestern hervorragende Kritiken ein.

Heartbeat Parade lassen aufhorchen

Foto: Lex Kleren
Heartbeat Parade aus Luxemburg heimsten nach ihrem Auftritt gestern hervorragende Kritiken ein.
Lokales 3 Min. 15.03.2012

Heartbeat Parade lassen aufhorchen

Alljährlich im April bietet der „Printemps de Bourges“ eine interessante Kombination aus bekannten Künstlern und jungen Musiktalenten, die sich in den Monaten zuvor durch ihre hervorragenden Leistungen und ergreifenden Auftritte einen Namen in und rund um Frankreich machen konnten.

Von Eric Hamus

Alljährlich im April bietet der „Printemps de Bourges“ eine interessante Kombination aus bekannten Künstlern und jungen Musiktalenten, die sich in den Monaten zuvor durch ihre hervorragenden Leistungen und ergreifenden Auftritte einen Namen in und rund um Frankreich machen konnten. Große Bedeutung fällt bei dem Showcase-Festival in der geografischen Mitte des Hexagons den Neuentdeckungen zu, die sich im Schatten der imposanten Kathedrale Saint-Étienne einer großen Schar von Agenten, Labelvertretern, Promotern und Journalisten präsentieren dürfen. Mit dabei sind in diesem Jahr auch Heartbeat Parade aus Luxemburg, die sich unter 4 000 Bewerbern einen der begehrten Plätze bei den „Découvertes du Printemps de Bourges“ sichern konnten.

Bourges hat viele Gesichter. Auf politischer Ebene ist Bourges die Hauptstadt des Départements Cher. Was das historische Erbe angeht, so verleiht die bedeutende gotische Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert der Stadt einen besonderen Glanz. Und geografisch gesehen liegt Bourges nur einige Kilometer entfernt von der theoretischen Mitte Frankreichs. Sobald aber die Sonne hinter den Wolken hervorlugt, die Rapsfelder in schönstem Gelb erblühen und der Sommer seine ersten Boten vorausschickt, dann bekennt Bourges auch musikalisch Farbe. Denn neben Politik, Geschichte und Geografie ist Bourges vor allem wegen seines „Printemps“ über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt.

Seit seiner Gründung hat sich der „Printemps de Bourges“ zu einem der wichtigsten Musikevents in Europa entwickelt. Das alljährliche Festival verdanke seine Bekanntheit vor allem den Neuentdeckungen und der Kühnheit in der Programmansetzung, meint François Clavel, beigeordneter Direktor des Festivals. Seinen Erfolg verdankt das Festival auch tatsächlich seiner Bescheidenheit, was die Verpflichtung von „großen Namen“ angeht.

„Wir waren Anfang der neunziger Jahre an einem Punkt angelangt, an dem wir uns die Frage stellen mussten, wie es weitergeht. Bauen wir das Festival weiter aus oder kehren wir zurück zu unseren Wurzeln, nämlich die der Förderung junger Talente. Und die Antwort fiel einfach aus: Zurück zu den Wurzeln“, erklärt Clavel. „Heute stehen wieder vermehrt die Nachwuchstalente im Mittelpunkt. Unser Ziel ist es, junge, engagierte Künstler sowohl den Branchenleuten als auch dem großen Publikum näherzubringen. Und diese Wette haben wir gewonnen. Das Festival ist vielleicht in seinem Rahmen klein geblieben, doch es hat dadurch an Qualität gewonnen“.

„Découvertes du Printemps de Bourges“

Neben bekannteren Künstlern aus allen Musikbereichen, darunter Ben l'Oncle Soul, Cali, Yael Naïm oder Royal Republic, stehen demnach vor allem die Bands bei den „Découvertes du Printemps de Bourges“ im Mittelpunkt des Geschehens. 4 000 Bands waren bei den verschiedenen Vorausscheidungen in allen Teilen Frankreichs (und im Süden Luxemburgs) angetreten, 35 sind zurückbehalten worden. Darunter auch Heartbeat Parade aus Luxemburg, die in der „Antenne Lorraine/Luxembourg“ als Sieger hervorgegangen waren.

Kurz nach der Mittagsstunde musste das Trio gestern im „22 Est“ auf die Bühne. Und Befürchtungen, dass sich neben einer stattlichen Delegation aus Luxemburg, darunter Pressevertreter und Mitarbeiter der Rockhal sowie des Wiltzer Prabbeli, nur einige wenige Schaulustige in dem dunklen Saal am Fluss Auron einfinden würden, waren unberechtigt: Proppevoll war der Konzertsaal, als das Trio zu seinem 30-minütigen Exkurs in die experimentelle Welt des Instrumentalrock ansetzte. Und das, was sie im Anschluss ernteten, war mehr als nur höflicher Beifall.

„Es hat uns wirklich gefreut, dass so viele Leute im Saal waren“, meint Vinch, bevor er augenzwinkernd hinzufügt: „Noch mehr hat es uns aber gefreut, dass sie auch im Saal geblieben sind“. „Dass wir auf einem Sampler des Festivals im Vorfeld vertreten waren, hat uns sicherlich auch den einen oder anderen Besucher heute mehr gebracht“, schlussfolgert Vinny.

Gleich nach dem Konzert sei man bereits von einem Booker des „Nouveau Casino“ in Paris angesprochen worden, und auch die Reaktionen der Pressevertreter seien mehr als nur erbaulich gewesen. „Die harte Arbeit hat sich also bezahlt gemacht“, betont Bassist Vinch, der zusammen mit Drummer Vinny und Gitarrist Felix vor allem Auftritte in Vorbereitung des „Printemps de Bourges“ absolviert hatte. Nun wolle man aber noch den Rest des Festivals genießen, bevor man dann weitere Festivalauftritte in und um Luxemburg (u.a. Food for Your Senses und Rock um Knuedler) sowie das Songwriting zum neuen Album in Angriff nehme, grinst Vinch.