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Haushaltsentwurf in Differdingen verabschiedet
Lokales 2 Min. 08.12.2021
Nach Debatte im Gemeinderat

Haushaltsentwurf in Differdingen verabschiedet

Der Gemeinderat hat den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr angenommen. Einige kommunale Großprojekte werden verschoben.
Nach Debatte im Gemeinderat

Haushaltsentwurf in Differdingen verabschiedet

Der Gemeinderat hat den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr angenommen. Einige kommunale Großprojekte werden verschoben.
Foto: Pierre Mousel
Lokales 2 Min. 08.12.2021
Nach Debatte im Gemeinderat

Haushaltsentwurf in Differdingen verabschiedet

Glenn SCHWALLER
Glenn SCHWALLER
Der Schöffenrat setzt auf eine zurückhaltende Ausgabenpolitik. Aus der Opposition kommt Kritik.

„Wir können jetzt noch agieren, dürfen den kommenden Gemeinderat aber nicht in eine Situation bringen, in der dieser nur noch reagieren kann“, betonte die Differdinger Bürgermeisterin Christiane Brassel-Rausch (Déi Gréng) am Dienstag während der Haushaltsdebatte im Gemeinderat. 

Bereits bei der Präsentation des Entwurfes vor zwei Wochen hatte sie dessen bewusst vorsichtig gehaltene Ausrichtung hervorgehoben. Aufgrund der Pandemie sowie steigender Rohstoffpreise und einer ungewissen Zukunft dürfe keine Überschuldung riskiert werden, so das Leitprinzip des Budgets. 

Mehrheit stimmt für Entwurf

Am Dienstag wurde der Entwurf schließlich mit den Stimmen der Mehrheit aus Déi Gréng und CSV angenommen. Vertreter beider Parteien lobten die zurückhaltende Ausrichtung der Pläne. „Es ist wie bei einer Bergwanderung: Auch wenn der Himmel anfangs noch blau ist, kann das Wetter sehr schnell umschlagen“, spielte Georges Liesch (Déi Gréng) auf die aktuell noch stabile Finanzlage der Gemeinde an. Ebenso wie man bei einer Wanderung den Warnungen der Einheimischen trauen solle, gelte dies im Falle des kommunalen Haushaltes auch für die Meinung der Wirtschaftsexperten, die der Gemeinde zur Vorsicht bei der Aufstellung des Budgets geraten hatten. 

Auch CSV-Wortführer Jerry Hartung teilte diese Ansicht. „Es ist wichtig zu investieren, man kann jedoch nicht jedes Vorhaben umsetzen“, so der CSV-Politiker. Damit spielte er auf die im Haushalt vorläufig ausgesetzten Projekte rund um den Ausbau des Stadthauses sowie die Umgestaltung des Nelson-Mandela-Platzes an. „Beim Haushalt ist es wichtig, die Balance zu finden und ich glaube, dass wir diese gefunden haben“, so Hartung. 

Kritik der Opposition 

Aus den Reihen der Opposition hagelte es hingegen Kritik. Allen voran die Vertreter der LSAP zeigten sich mit dem Haushaltsentwurf unzufrieden. So bemängelte Erny Muller (LSAP) unter anderem die nun doch nicht realisierte Umgestaltung des Nelson-Mandela-Platzes.  

Zudem warf er dem Schöffenrat eine misslungene Politik bezüglich der Gestaltung der Differdinger Innenstadt vor. „Sie sind dabei, das Stadtzentrum vollständig herunterzuwirtschaften“, kritisierte Muller angesichts einer immer geringeren Anzahl an Geschäften im Ortskern. 


Lok , Nidderkuer , Ecole des Filles , Foto:Guy Jallay/Luxemburger Wort
Differdingen setzt auf Vorsicht bei Haushaltsplänen
Die Folgen der Pandemie sowie die steigende Inflation wirken sich auf den kommunalen Haushalt aus.

Auch DP-Vertreter François Meisch übte Kritik an einzelnen Vorhaben, allen voran an der geplanten Reduzierung von Parkplätzen am Creative Hub 1535°, durch welche die ansässige Kreativwirtschaft benachteiligt werde, sowie an der Entscheidung, den geplanten Bau einer Tiefgarage unter dem Nelson-Mandela-Platz nun doch nicht zu realisieren. 

Ehemaliges Hotel im Mittelpunkt

Auch das Vorhaben, das ehemalige Gulliver Tower Hotel zu kaufen und in eine Seniorenresidenz umzuwandeln, kritisierte der DP-Politiker, da hierdurch das einzige Hotel der ganzen Stadt verschwinde. Dass sich im Haushalt für eine allgemein zurückhaltendere Finanzpolitik entschieden werde und hierdurch einige Projekte ausgesetzt werden müssten, begrüßte er jedoch. 

Ali Ruckert (KPL) bemängelte derweil die, seiner Ansicht nach, mangelhaften Anstrengungen in der Wohnungsbaupolitik: „Dem Bau bezahlbarer Wohnungen müsste die absolute Priorität eingeräumt werden“, so die Forderung des KPL-Politikers. 

Eric Weirich (Déi Lénk) konnte dem Haushalt sowohl positive als auch negative Aspekte abgewinnen. Für das Projekt rund um den Gravity-Tower fand er durchaus lobende Worte, auch aufgrund der sozialen Mixes unter den Bewohnern, der dort angestrebt wird. Die geplante Umwandlung des früheren Gulliver Tower Hotel bezeichnete er jedoch als inkohärent. 

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