Hausdurchsuchung in der Bommeleeër-Affäre

Polizei durchsucht „Bunker“

Untersuchungsrichter prüft Hypothese zu Attentäter-Hauptquartier

Die „Villa Chomé“ in Eich: War das altehrwürdige Gebäude die Operationsbasis der Bommeleeër?
Die „Villa Chomé“ in Eich: War das altehrwürdige Gebäude die Operationsbasis der Bommeleeër?
Pierre Matge

(str) - Die Kriminalpolizei hat am Mittwochvormittag auf Anordnung des Bommeleeër-Untersuchungsrichters Erny Nilles die Kellerräume der „Villa Chomé“ in Eich durchsucht.


Das bestätigte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage. Diese Maßnahme hatte sich aufgedrängt, nachdem in einer RTL-Reportage die Hypothese aufgestellt worden war, ein spezieller Raum im Keller der ehemaligen „Villa Chomé“, die als Wohnheim für ältere Menschen genutzt wurde, könnte den Bombenlegern als Sprengstofflager gedient haben.

Der im Bommeleeër-Prozess als „Bunker“ bezeichnete Kellerraum ist mit einer schweren Stahltür ausgestattet. Dem Bericht zufolge weist die Rückwand dieses Raums Einschusslöcher auf. Zur Zeit der Attentate war die Lebensgefährtin des Bommeleeër-Verdächtigen Jos Steil Leiterin der „Fondation Chomé“, deren Sitz in der Rue d'Eich war. Heute ist die Stiftung in einem modernen Gebäude in der Nähe untergebracht.

Es gibt allerdings auch andere Hypothesen zur Operationsbasis der Attentäter: Sollten die Täter tatsächlich aus den Reihen der Spezialeinheit „Brigade mobile de la Gendarmerie“ stammen, hätten diese problemlos das BMG-Hauptquartier in der Kaserne am Verlorenkost als Sprengstofflager und Operationsbasis nutzen können.

Hier wurde offiziell Sprengstoff gelagert und außer den BMG-Mitgliedern hatte kaum jemand Zugang zu diesen Räumen.

Die beiden Bommeleeër-Beschuldigten Jos Wilmes und Marc Scheer waren zur Zeit der Anschläge Mitglieder der Spezialtruppe, gegen die sich der Verdacht im Prozessverlauf erhärtete.

Nach der Aussetzung des Prozesses nach 177 Verhandlungstagen im vergangenen Juli wird auch gegen das ehemalige „Brigade mobile“-Mitglied Marcel Weydert sowie gegen die fünf Ex-Gendarmerie-Offiziere Charles Bourg, Aloyse Harpes, Pierre Reuland, Guy Stebens und Armand Schockweiler ermittelt.