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Hausdurchsuchung bei Radio 100,7
Lokales 3 Min. 15.05.2018

Hausdurchsuchung bei Radio 100,7

Der Sitz von Radio 100,7 in Kirchberg.

Hausdurchsuchung bei Radio 100,7

Der Sitz von Radio 100,7 in Kirchberg.
Foto: Guy Wolff
Lokales 3 Min. 15.05.2018

Hausdurchsuchung bei Radio 100,7

Die Kriminalpolizei hat am Dienstagmorgen in den Redaktionsräumen von Radio 100,7 einen Durchsuchungsbefehl vollstreckt. Hintergrund ist offenbar die sogenannte "Chamber Leaks"-Affäre.

(mth) - Zwei Kriminalpolizisten haben am Dienstagmorgen auf Anordnung des Untersuchungsrichters Ernest Nilles die Redaktionsräumen des Radios 100,7  in Kirchberg durchsucht, wie der Sender auf seiner Webseite mitteilt. Hintergrund ist offenbar die sogenannte "Chamber Leaks"-Affäre, in der gegen den 100,7-Chefredakteur Jean-Claude Franck, den Journalisten Claude Biver sowie eine bisher nicht namentlich genannte dritte Person ermittelt wird. Die Staatsanwaltschaft wirft den genannten Personen unerlaubtes Eindringen in ein informatisches System sowie Datendiebstahl vor.

Laut Radio 100,7 hätten die Beamten die Redaktion wieder unverrichteter Dinge verlassen, nachdem Jean-Claude Franck ihnen mitgeteilt habe, dass sämtliche Daten aus dem "Leak" mittlerweile gelöscht seien. Es sei nichts beschlagnahmt worden.


Chamber-Leaks größer als gedacht
Die Staatsanwaltschaft ist mit einer Klage wegen des Daten-Leaks auf der Webseite des Parlaments befasst worden. Zudem erweist sich, dass weit mehr Dokumente als gedacht "geleaked" wurden.

Journalisten des Radiosenders hatten Anfang März berichtet, dass es eine Sicherheitslücke in der Datenbank der Chamber-Webseite gab, die es erlaubte, mit Hilfe von manipulierten Web-Adressen Zugriff auf nicht-öffentliche Dokumente zu erlangen. Unter den Inhalten, auf die die Journalisten zugreifen konnten, waren brisante Dokumente wie provisorische Berichte der Geheimdienstkontrollkommission, Genehmigungen für zusätzliche Gelder für den SREL und interne Dokumente zur Vorbereitung von Besuchen ausländischer Gäste.

Der Radiosender selbst sieht den Zugriff auf die Dokumente nicht als illegalen Vorgang an, da keine gezielte technische Manipulation an dem Server selbst geschehen sei. Eine Darstellung, die vom Parlament nicht geteilt wird. Die unbekannte Person, die sich Zugriff auf die Dokumente verschafft habe, habe dies über mehrere Tage sehr gezielt getan. Es habe sich demnach um ein bewusstes illegales Eindringen in das System gehandelt.

Der Presserat gab am Dienstagnachmittag eine Erklärung zur Durchsuchung ab:

Auch die Journalistengewerkschaft ALPJ verurteilte die Hausdurchsuchung am Nachmittag in einer Mitteilung:


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25.4.IPO / Xavier Bettel / Chamber / Etat de la Nation / nach dem Abruch / Plenarsaal / Plenarsaal  Foto:Guy Jallay
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