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Hausaufgaben für die Politik
Rund um den Schulhof der Grundschule werden in den kommenden Jahren wohl rege Bautätigkeiten herrschen.

Hausaufgaben für die Politik

Foto: Nico Muller
Rund um den Schulhof der Grundschule werden in den kommenden Jahren wohl rege Bautätigkeiten herrschen.
Lokales 3 Min. 21.03.2018

Hausaufgaben für die Politik

Nico MULLER
Nico MULLER
Ausbau oder Neubau der Grundschule: Im Ettelbrücker Gemeinderat gehen die Meinungen auseinander. Nun soll aber bald eine Entscheidung fallen.

(NiM) - Nichts tun ist keine Option. Soweit sind sich die Gemeindepolitiker in Ettelbrück einig. Die Grundschule an der Place Marie-Thérèse platzt längst aus allen Nähten. Grund hierfür ist nicht unbedingt die steigende Anzahl an Schülern, sondern vor allem der gesteigerte Bedarf an Klassenräumen.

Das wiederum rührt daher, weil man einerseits die Schülerzahl pro Klasse immer weiter herabsetzt, um die Qualität des Unterrichts zu verbessern, und andererseits, weil immer mehr Spezialsäle benötigt werden, um Schülern, die nicht in der Lage sind, dem normalen Unterricht aus welchen Gründen auch immer zu folgen, gezielt unter die Arme greifen zu können.

Zeitnahe Debatte im Gemeinderat über Zukunft der Schule

In den vergangenen Jahren hat die Gemeinde bereits vier Häuser in unmittelbarer Nähe zur Grundschule gekauft, um sich durch deren Abriss die Möglichkeit eines Ausbaus oder Neubaus an diesem Standort zu geben. Derweil steht fest, dass das ehemalige Schul-Schwimmbad, das seit längerem schon nicht mehr in Betrieb ist, abgerissen wird.

Die CSV-Fraktion im Ettelbrücker Gemeinderat mit Bürgermeister Jean-Paul Schaaf (CSV) an der Spitze möchte, dass in dieser Angelegenheit eine Entscheidung noch vor den Sommerferien getroffen wird. Die Voraussetzungen hierfür seien auf jeden Fall gegeben, denn eine Machbarkeitsstudie mit mehreren Varianten liege auf dem Tisch. Welche Lösung zurückbehalten werde, sei aber auch eine Frage der Finanzierbarkeit. Eine Antwort auf diese Fragen müsse der Gemeinderat geben, und zwar zeitnah.

Für die CSV-Räte kommt angesichts der bereits gekauften Immobilien kein anderer Standort mehr in Frage. Man ist bestrebt, an der Place Marie-Thérèse die notwendigen Räumlichkeiten für einen optimalen Schulbetrieb der Zyklen 2 bis 4 in den kommenden Jahrzehnten zur Verfügung zu stellen, so oder so. Die Kinder des Zyklus 1 (Früherziehung und Kindergarten) sollen derweil an den beiden aktuellen Standorten auf dem Böschel und in der Rue Dr Klein verbleiben. Die CSV-Politiker stünden damit denn auch voll hinter dem Wunsch des Lehrpersonals, wie Jean-Paul Schaaf betont.

Kein neues Schulzentrum auf der grünen Wiese

Die LSAP, Koalitionspartner der CSV im Gemeinderat, sieht die Dinge genauso. Auch Bob Steichen möchte, dass der Gemeinderat eine baldige Entscheidung fällt. Zur Zeit seien noch alle Optionen auf dem jetzigen Schulstandort möglich.

Es sei allerdings keine leichte Entscheidung, denn einerseits müsse man checken, was auf dem Standort räumlich und finanziell möglich ist, und andererseits sollte man eine langfristige Lösung finden. Dass ein neues Schulzentrum auf der grünen Wiese gebaut werden könnte, verweist der LSAP-Schöffe ins Reich der Utopie.

Abbes Jacoby (Déi Gréng) kann sich nicht vorstellen, dass eine langfristige Lösung auf dem aktuellen Schulstandort möglich ist. Déi Gréng sind nämlich der Meinung, dass es hier früher oder später doch wieder zu eng wird. Außerdem sei eine Renovierung der Schule und der Bau von zusätzlichen Gebäuden unverhältnismäßig teuer.

Das alte Gebäude der Grundschule ist an die Grenzen seiner Kapazitäten gelangt.
Das alte Gebäude der Grundschule ist an die Grenzen seiner Kapazitäten gelangt.
Foto: Nico Muller

Déi Gréng sprechen sich  von daher dafür aus, eventuell auf dem Standort des früheren Schlachthofs neben der neuen Maison relais, wo derzeit der Regie-Dienst der Gemeinde untergebracht ist, eine neue Annexe für die Schule zu errichten, wo dann die Kinder des 2. Zyklus unterrichtet werden könnten. Dadurch könne man die Grundschule an der Place Marie-Thérèse, wo zu viele Kinder auf zu kleinem Raum betreut werden müssten, weiter entlasten.

Bei der DP-Fraktion will man sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht festlegen, ob man einen Ausbau der Grundschule an der Place Marie-Thérèse befürwortet oder eventuell doch für einen anderen Standort plädiert. Wie Jean-Pierre Gutenkauf betont, möchte man zuerst ein detailliertes Projekt sehen, um sich ein Bild davon machen zu können, was am aktuellen Standort überhaupt machbar ist.

Generell ist man aber bei der DP der Meinung, dass  eine Schule, die  „mitten im Verkehr“ liegt, immer problematisch ist. Wenn die Schule zentral in Ettelbrück bleiben soll, dann müsse eine Erweiterung auf jeden Fall dezentral geschehen, so Gutenkauf.