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Hauptstädtische Rue de Neudorf: Die unendliche Baugeschichte
Lokales 2 Min. 24.04.2020 Aus unserem online-Archiv

Hauptstädtische Rue de Neudorf: Die unendliche Baugeschichte

Nur drei Monate nach dieser Aufnahme im August 2016 mussten die Arbeiten in der Rue de Neudorf gestoppt werden – was die Gemeinde nun teuer zu stehen kommt.

Hauptstädtische Rue de Neudorf: Die unendliche Baugeschichte

Nur drei Monate nach dieser Aufnahme im August 2016 mussten die Arbeiten in der Rue de Neudorf gestoppt werden – was die Gemeinde nun teuer zu stehen kommt.
Foto: Gerry Huberty/LW-Archiv
Lokales 2 Min. 24.04.2020 Aus unserem online-Archiv

Hauptstädtische Rue de Neudorf: Die unendliche Baugeschichte

Sandra SCHMIT
Sandra SCHMIT
Seit 2004 laufen in der Rue de Neudorf in Luxemburg-Stadt Bauarbeiten für einen neuen Kollektor für Regen- und Abwasser. Nun werden diese nochmals teurer.

„Diese Baustelle ist neben dem Corona-Virus einer meiner schlimmsten Albträume“, stellte Schöffin Simone Beissel (DP) in der jüngsten Sitzung des hauptstädtischen Gemeinderats fest und bezog sich dabei auf den unterirdischen Bau eines neuen Kollektors für Regen- und Abwasser in der Rue de Neudorf.

Ein Projekt, durch das überflutete Keller in den anliegenden Häusern der Vergangenheit angehören sollten. Aber auch ein Projekt, das seit mehr als 15 Jahren immer wieder Thema im Rathaus ist. Und erneut wird die Gemeinde mehr dafür ausgeben müssen als ursprünglich geplant.

Am Anfang standen 11,5 Millionen 

In der Ratssitzung im April wurde nämlich ein Kostenvoranschlag von 27.996.065 Euro bewilligt – dies nachdem im April 2013 bereits Ausgaben von 19.539.396 Euro zugestimmt worden war und es damit eine erste Modifikation der geplanten Ausgaben gegeben hatte. Denn zu Beginn des Projekts waren die Kosten im Mai 2004 noch auf 11,5 Millionen Euro festgelegt worden. Doch seitdem ist viel passiert. 

Bei der Baustelle wird auf die Technik des sogenannten unterirdischen Rohrvortriebs gesetzt. Dabei wird die Straße nicht komplett aufgerissen, es werden stattdessen fünf sogenannte Pressgruben errichtet.
Bei der Baustelle wird auf die Technik des sogenannten unterirdischen Rohrvortriebs gesetzt. Dabei wird die Straße nicht komplett aufgerissen, es werden stattdessen fünf sogenannte Pressgruben errichtet.
Foto: Gerry Huberty/LW-Archiv

Der zusätzliche Betrag von 8.456.669 Euro ist laut der Stadt Luxemburg auf Ausgaben zurückzuführen, die durch einen notwendigen Baustopp am 7. November 2016 entstanden: Damals mussten die Grabungen für den unterirdischen Tunnel wegen Leitungen und Rohren gestoppt werden, die den Weg blockierten. Da die Rue de Neudorf eine wichtige Verkehrsachse ist, war entschieden worden, für die Umsetzung des Projektes auf unterirdische Bohrungen zu setzen, um den Verkehrsfluss nicht zu behindern.

Nach dem Vorfall im November 2017 wurden nach Absprache mit Experten zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen: So wurden die Ausgrabungen für den sich mehr als zehn Meter unter der Erde befindenden Tunnel um zwei Meter verlegt. Erst ein Jahr später, im November 2017, konnten die Arbeiten dann wieder aufgenommen werden. Bis zur Fertigstellung dauerte es ein weiteres Jahr. 

Verlangsamte Bohrungen

Wegen der komplexen Geologie des Bodens habe es zudem immer wieder Probleme gegeben: Unerwartet musste der Ausgrabungsprozess an manchen Stellen verlangsamt werden, um weiterhin die Sicherheit aller zu gewährleisten. Denn umso heftiger gebohrt wird, desto mehr wird der Boden durch Vibrationen erschüttert. All diese Verzögerungen hatte ihren Preis, den die Gemeinde nun zahlen muss.


Bei der Verlegung des Kollektors wird es sich um eine unterirdische Baustelle handeln – die Straße muss also nicht komplett aufgerissen werden.
Rue de Neudorf: Zehn Jahre später: unterirdische Baustelle wird fortgesetzt
Vor zehn Jahren sackte die hauptstädtische Rue de Neudorf ein und verschluckte einen Lastwagen. Ein Abwasserkanal sollte dort verlegt werden. Erst jetzt können die Arbeiten weitergehen.

Hinzu kommen unter anderem die Kosten für die fachgerechte Entsorgung des ausgegrabenen Materials. Aber auch ein Anstieg der Materialpreise durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer sowie höhere Arbeitslöhne tragen ihren Teil zu den 8,4 Millionen bei. Besagter Betrag wurde nun diese Woche in der Sitzung mehrheitlich vom Gemeinderat verabschiedet. Und so wird man „hoffentlich nie wieder davon reden müssen“, sagte abschließend Bürgermeisterin Lydie Polfer (DP).

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