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"Nachtflüge schaden der Gesundheit"
Lokales 2 Min. 15.03.2016 Aus unserem online-Archiv
Hauptstädtische Interessenvereine

"Nachtflüge schaden der Gesundheit"

Die Nachtflüge am Flughafen Findel sorgen seit Jahren für Unmut.
Hauptstädtische Interessenvereine

"Nachtflüge schaden der Gesundheit"

Die Nachtflüge am Flughafen Findel sorgen seit Jahren für Unmut.
Foto:Gerry Huberty
Lokales 2 Min. 15.03.2016 Aus unserem online-Archiv
Hauptstädtische Interessenvereine

"Nachtflüge schaden der Gesundheit"

Rita RUPPERT
Rita RUPPERT
Die hauptstädtischen Interessenvereine schlagen Alarm. Wegen der Nachtflüge leide die Gesundheit der Findel-Anwohner, die Umweltverschmutzung nehme zu.

(rr) - 55 000 Menschen, die nahe des Flughafens Findel wohnen, leiden unter der kontinuierlich steigenden Zahl  der Nachtflüge - 1 806 im vergangenen Jahr. Das sagten am Dienstag die Vertreter des Dachverbandes der hauptstädtischen Interessenvereine sowie der Interessenvereine Fetschenhof-Cents und Hamm-Pulvermühl.

Ausländische Studien belegen, dass Menschen - bewusst oder unbewusst - unter den Auswirkungen des regelmäßigen Fluglärms leiden. Für sie besteht ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislaufkrankheiten und Herzinfarkte. 

Die Zahl der nächtlichen Starts und Landungen am Flughafen Findel ist seit 2012 stetig gestiegen. So wurden im vergangenen Jahr insgesamt 1 806 Nachtflüge gezählt.  Als Nachtflüge gelten in der Regel Starts und Landungen zwischen 23 und 6 Uhr. Sie sind im Prinzip in Luxemburg verboten, es bestehen aber sogenannte permanente Ausnahmegenehmigungen. Diese gelten für Regierungsmaschinen, Rettungsflüge, Krankentransporte sowie Noteinsätze.

Ausnahmen sind die Regel

Leider seien die Ausnahmen mittlerweile zur Regel geworden, kritisierte Fernand Diederich, Präsident des Interessenvereines Fetschenhof-Cents. Nicht hinnehmbar sei beispielsweise, dass ein Medikamententransport als humanitärer anstatt als kommerzieller Flug angesehen werde.

Dass es mittlerweile mehr Landungen als Starts während den Nachtstunden gebe, habe mit den Gebühren zu tun. Für Landungen zwischen 23 und 6 Uhr müsse keine Gebühr mehr entrichtet werden, die Abgaben für Starts hingegen seien gesenkt worden.

Ausweichende Antworten

In Bezug auf die Antworten des Transportministers auf eine parlamentarische Anfrage der CSV-Abgeordneten Martine Mergen, sagte Roger Schlechter, Präsident des Interessenvereins Hamm-Pulvermühl, François Bausch habe ausweichend geantwortet. In diesem Zusammenhang wies er auch darauf hin, dass Bausch in seiner Zeit als Schöffe der Stadt Luxemburg die Sorgen und Nöte der Bürger in punkto Nachtflüge geteilt habe.  

Transparenz gefordert

Startet eine Maschine außerplanmäßig nach Mitternacht, so muss der zuständige Minister eine Erlaubnis erteilen. Dies gilt auch für regelmäßige Flüge, die nach Mitternacht starten oder landen. In diesem Zusammenhang fordern die Interessenvereine Transparenz: Sie wollen die betreffenden Listen mit den jeweiligen Begründungen einsehen dürfen.  

Fernand Diederich wies auch darauf hin, dass die Ausnahmeregelungen im Voraus erteilt werden müssten. Das heißt, dass ein Flugzeug, das zu nächtlicher Stunde in Luxemburg landen will, diese Erlaubnis bereits vor dem Start haben muss.

Eine einfache Lösung für die Reduzierung der Nachtflüge könnte die Programmierung sein. Laut Fernand Diederich könnten die Fluggesellschaften ihre Flugpläne derart anpassen, dass es zu keinen späten Starts und Landungen mehr käme.

Erlaubnis für eigene Messstation

Laut Diederich hat die Stadt Luxemburg den Interessenvereinen erlaubt, eine eigene Fluglärm-Messstation zu betreiben. Hintergrund: Eine Einsicht in die Resultate der drei Messstationen auf Findel bleibt ihnen verwehrt.  


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