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Hauptstadt: Farbpigmente aus der Zeit von Jang de Blannen
Lokales 5 25.09.2020

Hauptstadt: Farbpigmente aus der Zeit von Jang de Blannen

Das kleine Fenster stammt ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert.

Hauptstadt: Farbpigmente aus der Zeit von Jang de Blannen

Das kleine Fenster stammt ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert.
Foto: Chris Karaba
Lokales 5 25.09.2020

Hauptstadt: Farbpigmente aus der Zeit von Jang de Blannen

Jeff WILTZIUS
Jeff WILTZIUS
In der Kirche von Hamm wurde eine mittelalterliche Wandmalerei aufwendig restauriert. Sie entstand im Jahr 1340, dem Gründungsjahr der Schobermesse.

50 Jahre lang war das Fresko aus der Zeit von Jang de Blannen hinter einer dicken Staubschicht versteckt, nun sind die Überreste der mittelalterlichen Wandmalereien im Chorraum der Kirche in Hamm wieder zu sehen. 

Im Auftrag der Stadt Luxemburg und mit Unterstützung des nationalen Denkmalamtes wurden sie nämlich aufwendig restauriert. 

Ein Blick in die Geschichte

Der Chorraum mit seinen zwei Kreuzrippengewölben stammt höchstwahrscheinlich aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Denn im Jahr 1340, dem Gründungsjahr der Schobermesse, wird an dieser Stelle ein Nonnenkloster erwähnt. Im gleichen Jahr hat der Graf von Luxemburg die Kirche geweiht und die Nonnen von jeglichen Abgaben befreit. Aus dieser Zeit stammt denn auch die Wandmalerei. 

Später war über mehrere Jahrzehnte das Fresko hinter einem zeitgenössischen Gemälde versteckt. 

Zufallsfund beim Neuanstrich 

Im Jahr 1966 wurde die Kirche modernisiert, die Wände vollständig freigelegt. So kamen unter den jüngeren Farbschichten die Konturen der mittelalterlichen Malerei hervor. „Die Freilegung erfolgte aber nicht restauratorisch und führte zu zahlreichen Beschädigungen“, erklärt Restauratorin Geneviève Reille-Taillefert. „Im Laufe der Zeit kamen noch Schmutz und Schimmelbefall hinzu.“ 


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Zudem stellte sich das Projekt als sehr schwierig heraus, da nur wenige Farbpigmente und Konturen erhalten blieben. „Aus diesem Grund waren aufwendige Recherchen notwendig, um die einzelnen Figuren einzuordnen. Buchmalereien lieferten ebenfalls Bezugspunkte bei der Identifizierung der Szenen.“ 

So seien in der Mitte die Heilige Dreifaltigkeit und Engel zu erkennen, unten eine Figur auf einem Esel: „Nur im oberen Teil des Bildes bleibt es spekulativ“, so Geneviève Reille-Taillefert. 


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Zufrieden mit dem Ergebnis zeigte sich unter anderem Stadtbürgermeisterin Lydie Polfer: „Hier wurde ein Bestandteil unseres historischen Erbes erhalten. Und wenn wir uns das Resultat ansehen, war es vom Schöffenrat die richtige Entscheidung, das Fresko zu renovieren.“ 

Die Gesamtkosten für die Instandsetzung der Wandmalerei belaufen sich auf 51.714 Euro, wobei die Denkmalschutzbehörde 25 Prozent der Kosten übernimmt.

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