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Hasskommentare auf Facebook: Kostspielige Veröffentlichungen
Lokales 10.11.2016 Aus unserem online-Archiv

Hasskommentare auf Facebook: Kostspielige Veröffentlichungen

Weil sie Hasskommentare auf Facebook veröffentlicht hatten, wurden am Donnerstag zwei Männer verurteilt.

Hasskommentare auf Facebook: Kostspielige Veröffentlichungen

Weil sie Hasskommentare auf Facebook veröffentlicht hatten, wurden am Donnerstag zwei Männer verurteilt.
Foto: Guy Jallay
Lokales 10.11.2016 Aus unserem online-Archiv

Hasskommentare auf Facebook: Kostspielige Veröffentlichungen

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Das Internet ist keine rechtsfreie Zone. Weil sie Hasskommentare auf Facebook veröffentlicht hatten, wurden am Donnerstag zwei Männer in erster Instanz verurteilt.

(SH) - Das Internet ist keine rechtsfreie Zone, in der man tun kann, was man will. Das wissen spätestens seit Donnerstag auch zwei Männer. Sie wurden in erster Instanz verurteilt, weil sie Hasskommentare auf dem sozialen Netzwerk veröffentlicht hatten. Die Strafen fielen dabei jedoch milder aus als jene sechs Monate Haft, die in beiden Fällen von der Vertreterin der Staatsanwaltschaft gefordert worden waren.

Tom E. muss eine Geldstrafe von 1500 Euro zahlen. Er hatte im Juli vergangenen Jahres ein Foto, auf dem eine verbrannte Leiche zu sehen war und das mit der Überschrift "Deutsche Frau von ihrem türkischen Liebhaber bestialisch ermordet", kommentiert. "Einfach mal die Drecksschweine mit Benzin abfüllen und eine Lunte rein. Mehr sind sie nicht wert", hatte der Luxemburger geschrieben.

Damit hätte er den Täter gemeint. Einen rassistischen Hintergrund hätte seine Antwort auf das Bild nicht gehabt, so der Angeklagte während der Verhandlung. Für die Vertreterin der Staatsanwaltschaft hatte diese Aussage jedoch einen klaren, fremdenfeindlichen Charakter. Ebenso wie für die Richter, die allerdings eine verhältnismäßig milde Strafe verhängten.

Mehrere Vergehen

Weitaus härter gingen sie gegen Jeff L. vor. Er muss vier Monate in Haft und zusätzlich eine Geldstrafe von 500 Euro zahlen. Allerdings war dem 38-Jährigen auch nicht nur eine Veröffentlichung vorgeworfen worden, sondern gleich mehrere. Denn nachdem ein Kommentar zu einem Video, in dem ein Mann auf arabisch über Vergewaltigungen und die Konsequenzen für die Frauen gesprochen hatte, gemeldet worden war, trafen die Ermittler auf ein öffentliches Profil.

Hier wurden weitere fremdenfeindliche Kommentare gefunden, in denen u. a. von "Untervolk" und "stinkender Abschaum" die Rede ist. Zudem hatte der Facebook-Nutzer ein Profilbild veröffentlicht, das in den Augen der Staatsanwaltschaft eine klare Anspielung auf das Naziregime darstellte.

Beide Männer haben 40 Tage Zeit, um Berufung gegen das Urteil einzulegen.

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