Hariko nach Esch/Alzette umgezogen
„Wir kommen in Esch auf die ursprüngliche Idee des Hariko zurück“, erklärt Marianne Donven, die das Hariko für die Croix-Rouge leitet. Diese besteht darin, Künstlern kostenlos eine Werkstatt zur Verfügung zu stellen. Im Gegenzug bieten diese Jugendlichen von zwölf bis 26 Jahren Workshops an.
Diese reichen von Gesang und Musik über Graffiti bis hin zu Designschmuck. Ziel sei es, Jugendlichen Zugang zu Kunst und Kreativität zu geben und ihnen so die Möglichkeit zu geben, sich selbst zu entdecken und zu entfalten, erklärt Marianne Donven weiter.
Werkstätte für acht Künstler
Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir hier ein neues Zuhause gefunden habe“, stellt Marianne Donven klar.
Eine Lösung konnte schnell mit den Stadtverantwortlichen gefunden werden.
Bekanntlich müssen die Künstler die Gebäulichkeiten in Bonneweg verlassen, weil das Gebäude verkauft und der Mietvertrag mit Hariko gekündigt wurde.
Das Gebäude soll voraussichtlich im Januar abgerissen werden.
Um 2020 ins ehemalige Friedensgericht
Die Unterkunft in Esch, an Nummer fünf in der Rue de l'Eglise, ist auch nur provisorisch. Denn auch hier ist das Haus dem Abriss geweiht. Es soll später einem Ausbau der benachbarten Groussgaass-Schoul weichen. Doch das Hariko wird in Esch bleiben können.
Nach der Renovierung des nationalen Resistenzmuseums soll der Hariko in das angegliederte ehemalige Friedensgericht umziehen. Gerechnet wird mit Ende 2019, Anfang 2020. „Dort werden wir Platz für etwa 25 Künstler haben“, erklärt Marianne Donven weiter.
Ein Gebäude, auf das sie sich sichtlich freut: „Verschiedene Säle sind mit Bühnen ausgestattet, auf denen einst die Richter saßen. Die können wir dann für Aufführungen nutzen“. Ziel wird denn auch sein, die Kunst nach außen, auf den Brillplatz zu tragen.
„Im Grund ist das Hariko ein Kunstprojekt“
Doch was ist mit all den sozialen Projekten, die ebenfalls im Hariko in Bonneweg angeboten wurden? Unter anderem wurde dort Flüchtlingen juristische Hilfe angeboten. Auch gab es Sprachkurse.
In Esch wird es in einer ersten Phase aus Platzgründen nicht möglich sein, alle diese Projekte mit umzuziehen, erklärt Marianne Donven. Diese Projekte hatten sich in Bonneweg nach und nach entwickelt, erklärt sie weiter.
„Im Grund ist das Hariko ein Kunstprojekt“. Das Zusammenleben war in Bonneweg denn auch nicht immer reibungslos. Künstler hätten sich in ihrer Arbeit oder bei den Workshops ab und an vom ganzen Durchgang im Gebäude gestört gezeigt. Nun werden die sozialen Projekte im Hariko-Gebäude in Bonneweg weiterhin bis zum Abriss angeboten werden. Sie seien besser in der Hauptstadt angesiedelt, weil dort die Nachfrage größer sei, so Marianne Donven.
„Aber wir haben noch keine neuen Räumlichkeiten für danach gefunden“, bedauert sie.
An die Escher Bedürfnisse anpassen
Nun richtet sie den Blick nach Esch. Hier gehe es darum, Jugendliche anzusprechen. Die Aufgabe sei nun umso spannender, weil man nun wieder bei null anfangen müsse. Erste Jugendliche haben sich auch schon getraut, die Tür aufzuschieben. Denn seit Anfang des Monats ist das Haus geöffnet.
„Wir waren selbst darüber erstaunt, aber in der Straße, zwischen Rathaus und Schule, gibt es viel Durchgang. Manche haben die Musikklänge gehört und sind spontan hereingekommen“, erzählt sie. Nun soll der Kontakt mit Schulen aufgenommen werden. „Dann kommen sicher noch mehr.“
Nicht ausgeschlossen ist, dass nach dem Umzug ins Escher Friedensgericht auch andere soziale Tätigkeiten des Hariko wieder verstärkt werden. Aber das hänge von der Nachfrage in Esch ab.
Finanzierung abgesichert
Finanziell wurde das Hariko-Projekt in seinem ersten Jahr von einem Mäzen, später hauptsächlich von der Œuvre nationale de secours Grande-Duchesse Charlotte getragen. Im Laufe des Jahres 2019 wird das Bildungsministerium die Kosten übernehmen. „Das zeigt, dass das Projekt sinnvoll ist“, sagt Marianne Donven.
Zwei Posten sollen dafür bereitgestellt werden. Die Stadt Esch will ihrerseits zusätzlich einen halben Posten finanzieren. Eine andere Niederlassung hat das Hariko bereits in Planung, dies in Ettelbrück. Dort wird ebenfalls mit acht Werkstätten angefangen. „Mit der Möglichkeit, sich zu vergrößern. Aber wir müssen ja erst einmal sehen, wie viele Jugendliche interessiert sind“, sagt Marianne Donven.
Das gilt auch für Esch. Ein Neuanfang eben.
