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Handy: gefährlich wie Alkohol am Steuer
Lokales 2 2 Min. 02.07.2019 Aus unserem online-Archiv

Handy: gefährlich wie Alkohol am Steuer

Unaufmerksamkeit gilt als zweithäufigste Ursache für schwere Unfälle.

Handy: gefährlich wie Alkohol am Steuer

Unaufmerksamkeit gilt als zweithäufigste Ursache für schwere Unfälle.
Foto: Anouk Antony
Lokales 2 2 Min. 02.07.2019 Aus unserem online-Archiv

Handy: gefährlich wie Alkohol am Steuer

Die Sécurité routière startet eine neue Kampagne und kündigt höhere Strafen für die Nutzung des Mobiltelefons hinter dem Steuer an.

(dho) - Der Gefahr, die mit der Nutzung des Mobiltelefons hinter dem Steuer einhergeht, ist sich jeder bewusst. Oder? Scheinbar nicht! Es ist eine Art Sucht, die täglich Tausende Fahrer zum Handy greifen lässt. Mit einer neuen Kampagne, die ein Mobiltelefon in einem leeren Weinglas zeigt, möchte die Sécurité routière die Fahrer wachrütteln. 


Ablenkung am Steuer - Foto : Pierre Matgé/Luxemburger Wort
Augen auf die Straße, Hände ans Steuer
Wer seinen Wagen steuert, sollte sich auf diese Tätigkeit konzentrieren. Lässt sich der Fahrer ablenken, kann er zum Risiko im Straßenverkehr werden – und seine eigene sowie die Sicherheit von anderen Personen gefährden.

Mehrere Studien (der Europäischen Kommission, der deutschen Dekra, der schweizer Allianz oder der französischen CISR) zeigen, dass Ablenkung die zweithäufigste Ursache für tödliche Unfälle oder Unfälle mit Schwerverletzten ist. Ungefähr gleich häufig wie Alkohol am Steuer. An erster Stelle steht immer noch überhöhte Geschwindigkeit.

Härtere Strafen für Handybenutzung

"Eine stärkere Bestrafung für die Nutzung des Mobiltelefons hinter dem Steuer soll ab 2021 in Kraft treten", betont Paul Hammelmann, Präsident der Sécurité routière. Nicht wie bisher mit zwei Punkten aus dem Punkteführerschein, sondern mit vier, soll dann dieses Vergehen bestraft werden. Ob auch die Höhe der Geldstrafe, die zurzeit bei 145 Euro liegt, angepasst werden soll, darüber wurde bislang nicht verhandelt.

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Darüber hinaus soll auch die Nutzung von Kopfhörern hinter dem Steuer in Zukunft mit vier Punkten bestraft werden, wie dies  Mobilitätsminister François Bausch im Mai im Aktionsplan  für die Jahre 2019-2023 verkündete.

Auch Berufsfahrer sollen über die Gefahren der Ablenkung hinter dem Steuer aufgeklärt werden. Einer Studie von LeasePlan (Société internationale du leasing automobile et de la gestion de flotte et de véhicules) zufolge, die in 17 Ländern realisiert wurde, gestehen 81 Prozent der Berufsfahrer, Multitasking hinter dem Steuer zu betreiben.


In der praktischen Fahrprüfung gibt es diverse K.O.-Kriterien. Der Examinator achtet aber nicht nur auf 
klassische Fehler, sondern auch auf das allgemeine Fahrverhalten des Kandidaten.
Viele Führerscheinanwärter müssen nachsitzen
Fahren will gelernt sein - in der Theorie wie in der Praxis. Doch bei Letzterer hapert's oft: Mehr als vier von zehn Kandidaten müssen die praktische Prüfung wiederholen.

Die Polizei soll überdiesin Zukunft auch weiterhin verstärkt Kontrollen durchführen. 2018 erhielten 3.519 Autofahrer einen Strafzettel, da sie ihr Mobiltelefon während der Fahrt bedienten. "Es ist zu befürchten, dass trotz aller Verkehrssicherheitsmaßnahmen, die in den vergangenen Jahren eingeführt wurden, die Zahl der Verkehrstoten wieder steigen wird", sagt Paul Hammelmann und bezieht sich dabei auf das Zitat des Geschäftsführers der Verkehrsunfallforschung an der Technischen Universität Dresden (D), Lars Hannawald: "Nach langem stetigem Rückgang steigt die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland seit Kurzem wieder an. Eine der vermuteten Ursachen ist das Hantieren mit Mobiltelefonen."

Nicht nur Handy bedienen hinter dem Steuer ist gefährlich

Neben der Gefahr vom Bedienen des Mobiltelefons während der Fahrt, möchte die Sécurité routière aber auch auf weitere Risiken hinweisen. "Auch wer mit einer Freisprechanlage telefoniert, ist abgelenkt", unterstreicht Paul Hammelmann. Es sei nicht das Gleiche, als würde man mit einem Beifahrer reden, da dieser ebenfalls Gefahren wahrnehmen kann.

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Außerdem stelle die Nutzung des Handys als Fußgänger auch ein Sicherheitsrisiko dar, da er den Verkehr um sich herum nicht mehr wahrnimmt.

Eine Textnachricht während der Fahrt zu schreiben, erhöht laut der Sécurité routière France das Risiko eines Unfalls um das 23-fache. Eine SMS zu schreiben dauert im Schnitt fünf Sekunden. In dieser Zeit legt man mit 50 km/h etwa 75 Meter zurück - im Blindflug.

Lebensrettende Tipps der Prévention routière France

  • Wer sein Mobiltelefon außer Reichweite legt und stumm schaltet, riskiert gar nicht erst, danach zu greifen.
  • Das GPS immer vor der Fahrt einstellen.
  • Wenn unbedingt telefoniert werden muss, das Fahrzeug parken.
  • Falls ein Beifahrer dabei ist, ihn bitten die SMS zu schreiben, oder das Navi einzustellen.
  • Sollte man merken, dass eine Person gerade fährt, sollte man das Telefongespräch beenden.



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