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Handwerker folgen Junckers Vorschlägen
Lokales 15.03.2012

Handwerker folgen Junckers Vorschlägen

Norbert Geisen und Romain Schmit (r.)

Handwerker folgen Junckers Vorschlägen

Norbert Geisen und Romain Schmit (r.)
Archiv
Lokales 15.03.2012

Handwerker folgen Junckers Vorschlägen

Schelte für die Gewerkschaften gab es am Donnerstagnachmittag von Seiten des Handwerkerverbands. Mit ihrer Blockadehaltung hätten die Gewerkschaften sehr viel Schaden angerichtet, anstatt einen konstruktiven Beitrag zu leisten. Die Handwerker unterstützen indes die Sparpläne von Jean-Claude Juncker – auch wenn sie einzelne Maßnahmen als problematisch einstufen.

(str) - Schelte für die Gewerkschaften gab es am Donnerstagnachmittag von Seiten des Handwerkerverbands. Mit ihrer Blockadehaltung hätten die Gewerkschaften sehr viel Schaden angerichtet, anstatt einen konstruktiven Beitrag zu leisten. Die Handwerker unterstützen indes die Sparpläne von Jean-Claude Juncker – auch wenn sie einzelne Maßnahmen als problematisch einstufen.

Von einem der dunkelsten Kapitel in der Geschichte der Gewerkschaften sprach der Präsident der Handwerkerföderation, Norbert Geisen, am Donnerstagnachmittag in einer Pressekonferenz. Die Gewerkschaften hätten durch ihren Widerstand verhindert, dass die öffentlichen Finanzen mittelfristig wieder ins Gleichgewicht gebracht, die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt und das Wirtschaftswachstum sowie die Beschäftigung angekurbelt werden können. „Es ist sehr bedauerlich, dass die Gewerkschaften nicht bereit waren, durch eine kleine Anstrengung etwas ganz großes zu retten“, meinte Geisen.

Die Mär vom bösen „Patron“

Seit Beginn der Tripartite-Verhandlungen würden die Gewerkschaften die „Mär vom bösen Patronat“ erzählen, das sich auf dem Buckel seiner Mitarbeiter eine goldene Nase verdienen würde. Das sei aber sehr weit, von der Realität entfernt. In Wahrheit hätten die Handwerksbetriebe seit Beginn der Krise 2000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.

Die Mehrheit der 5000 Handwerksbetriebe im Land seien zudem Familienbetriebe. Wenn es mit denen bergab gehe, müsse der Chef selbst haften und er bekomme auch keinen "vergoldeten Handschlag".

„Die Gewerkschaften sollen uns mal sagen, wer denn die bösen 'Patrons' sind, von denen sie immer reden“, ärgert sich der Präsident der Féderation des Artisans. „In Wirklichkeit sieht es nämlich so aus, dass Luxemburger Handwerksbetriebe nicht nur Arbeitsplätze erhalten, sondern neue geschaffen haben.“

„Eine einheitliche Index-Tranche für eine gesicherte Kaufkraft“

Der Handwerksverband unterstützt den Vorschlag eines gedeckelten Index - auch wenn das Handwerk dem Verband zufolge wenig von dieser Maßnahme betroffen sei. "Eine einheitliche Indextranche für alle würde darüber hinaus die Kaufkraft langfristig absichern, ohne die Wettbewerbssituation der Betriebe zu verschlechtern", so der Direktor der Handwerkerföderation, Romain Schmit.

Gerne sähe man aber auch, dass die automatische Anhebung des Mindestlohns vorübergehend ausgesetzt werde. Dies würde die Beschäftigung im Niedriglohnsektor absichern. „Am liebsten wäre uns, ein Moratorium über zwei Jahre“, unterstreicht Romain Schmit. „Danach sollen der Index gedeckelt werden und auch der Warenkorb angepasst werden.“