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Handarbeit in einem motorisierten Krieg
Lokales 05.01.2015 Aus unserem online-Archiv
3. Januar 1945

Handarbeit in einem motorisierten Krieg

GIs bei Holzarbeiten während der Ardennenoffensive.
3. Januar 1945

Handarbeit in einem motorisierten Krieg

GIs bei Holzarbeiten während der Ardennenoffensive.
FOTO: US ARMY SIGNAL CORPS / COLLECTION MUSÉE NATIONAL D'HISTOIRE MILITAIRE
Lokales 05.01.2015 Aus unserem online-Archiv
3. Januar 1945

Handarbeit in einem motorisierten Krieg

Die Fotos und das Filmmaterial, die uns von der Ardennenoffensive in Erinnerung bleiben, sind zumeist Kriegsbilder – Panzer, Geschütze, Soldaten im Schnee – oder aber zerstörte Häuser. Dieses Bild ist etwas aus der Reihe.

(mt) - Die Fotos und das Filmmaterial, die uns von der Ardennenoffensive in Erinnerung bleiben, sind zumeist Kriegsbilder – Panzer, Geschütze, Soldaten im Schnee – oder aber zerstörte Häuser.

Das meiste Bildmaterial entstand erst nach der Ardennenoffensive: ganze Dörfer in Trümmer, liegen gebliebene und ausgebrannte Panzer, zerstörte Lastwagen und Truppenbewegungen hin zur Front. Das heutige Bild in unserer Bilderreihe anlässlich der 70. Ardennenoffensive ist da etwas anders. Es ist kein richtiges Kriegsbild, und auch kein Trümmerbild. Es zeigt ein eher ungewöhnliches Fotomotiv, etwas, was vielleicht auf den ersten Blick in einem Krieg weniger spektakulär erscheint: Soldaten der US-Army beim Fällen von Bäumen.

Was mit dem Holz später passieren wird, lässt sich nur vermuten. Vielleicht werden damit Unterstände für die Soldaten eingerichtet, vielleicht auch Schützengräben. Wer weiß, vielleicht dient das Holz auch einfach nur für ein Lagerfeuer zum Aufwärmen in einer bevorstehenden kalten Winternacht. Das Bild zeigt jedenfalls eins: Der motorisierte Weltkrieg verlangt plötzlich ganz banale Handarbeit. Mit Handsäge und Axt werden Bäume umgelegt und zu Schutzmauern zusammengefügt.

Die Ereignisse des Tages

„Von Rundstedt unternahm am Samstag, zu Beginn der dritten Woche seiner Offensive, einen entschlossenen Versuch, den amerikanischen Korridor zu durchschneiden, den die Dritte Armee bis Bastogne vorgeschoben hatte. Die Alliierten erwarteten diesen Angriff, da der nördliche Vorstoß der dritten amerikanischen Armee, von Bastogne in Richtung Houffalize, eine der zwei deutschen Nachschublinien aufs schwerste bedrohte. General Patton hat die Basis seines in den deutschen Frontvorsprungs hineingeschobenen Keils um ein Beträchtliches erweitert. Von Freitag auf Samstag hat sich seine Front von 56 Kilometern auf 72 verbreitert und läuft westlich von Bastogne zu einem Punkt östlich von Echternach. Dort stehen seine Truppen auf einer Strecke von neun Kilometern an der deutschen Grenze. Sie haben nun den größten Teil des Ostufers der Sauer zwischen Diekirch und Echternach in der Hand.“

(„Luxemburger Wort“ vom 2. Januar 1945)


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Dass im Zweiten Weltkrieg Panzer und Flugzeuge dem Kriegspferd ein Ende bereiteten, ist ein Irrtum. Die Wahrheit sieht anders aus.
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31. Dezember 1944
Das Leben im Keller. Dieses Foto aus der Bilderreihe über die Ardennenoffensive knüpft an jenes an, das wir am vergangenen Freitag, dem 19. Dezember, veröffentlicht haben.
Leben im Keller. Wer kennt die Leute auf dem Bild? Sagen Sie uns Bescheid! wort@wort.lu
Wer Ardennenoffensive sagt, der denkt an Schumannseck. Am 30. Dezember 1944, nach heftigen Kämpfen, erreicht die 26. US Infanterie Division diese Straßenkreuzung zwischen Wiltz und Bastogne und stößt hier auf heftigen Widerstand der 9. Volksgrenadierdivision, die sich in den Wäldern verschanzt hat.
Ein mörderischer Stellungskrieg am Schumanns-Eck.
29. Dezember 1944
Gerade zur Interpretation von Kriegsereignissen können Bildquellen wie Fotografien bei kritischer Auswertung wertvolle Dienste leisten. Das ist auch bei diesem seltenen Bild aus der Ardennenoffensive der Fall.
Schneetarnung der US-Soldaten.
Weihnachten im Schnee. Wer von uns träumt nicht ab und zu davon? 1944 gibt es solche weiße Weihnachten, doch sind es vor allem auch blutige Weihnachten.
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24. Dezember 1944
Schreiben im Krieg, Schreiben vom Krieg: Dank der Feldpost lässt sich auch 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg und nach der Ardennenoffensive ein Bild über die Kriegswirren und vor allem über den schrecklichen Alltag der Soldaten an der Front zeichnen.
Feldpost an der Front.
23. Dezember 1944
Dieses Bild wurde in Düdelingen aufgenommen. Ein US-Soldat streicht einen M36-Panzer mit Kalk, damit er später in den Ardennen, wo meterhoher Schnee liegt, auf Distanz weniger sichtbar sein wird.
Ein Sherman-Panzer wird in Düdelingen gekalkt.
22. Dezember 1944
Das Wetter spielt in vielfacher Hinsicht eine entscheidende Rolle während der Ardennenoffensive. Schon im Sommer hat Hitler beschlossen, im Winter anzugreifen – wenn der Feind wegen Nebels „nicht fliegen kann“.
Improvisierte Schneebekämpfung der US-Army in Heiderscheidgrund.
Unser heutiges Bild zur Ardennenoffensive zeigt einen Aspekt, den die Luxemburger Geschichtsschreibung oft vergessen hat. Ja, auch die Luxemburger waren einmal Kriegsflüchtlinge.
Luxemburger auf der Flucht vor Krieg, und das während der Ardennenoffensive.
Am 18. Dezember 1944
Unser heutiges Bild zur Ardennenoffensive zeigt Soldaten der Wehrmacht beim Einsehen von Karten: Lagebesprechung von Volksgrenadieren irgendwo im Ösling.
Lagebesprechung von Volksgrenadieren irgendwo im Ösling.
Der 16. Dezember 1944
Der Tagesbefehl mit dem martialischem Aufruf „Wir greifen an!“ und das Bild eines deutschen Volksgrenadiers mit Panzerfaust in der Hand, das sind die beiden ersten Fotos einer langen Bilderreihe, mit der wir ab sofort Tag für Tag über die Ardennenoffensive vor 70 Jahren berichten werden.